Schwere Aufgabe für den ASV bei der TSG Friesenheim

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Andreas Simon tritt mit dem ASV am Samstag in Friesenheim an.

HAMM - Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht. „Und vielleicht ist das ganz gut“, sagt Kay Rothenpieler. „Wir müssen den Fokus auf die Zukunft richten.“ Denn die hält für den Trainer des ASV Hamm-Westfalen und sein Team drei große Herausforderungen bereit.

Binnen einer Woche warten drei Schwergewichte der 2. Handball-Bundesliga auf den ASV – angefangen mit dem Tabellenzweiten und Aufstiegskandidaten TSG Ludwigshafen-Friesenheim, bei dem die Hammer am Samstag zu Gast sind (19 Uhr/Friedrich-Ebert-Halle).

Nach drei Niederlagen in Folge mit dem bitteren 26:34 zuletzt gegen den TV Großwallstadt weiß Rothenpieler um die Ausgangslage – und nimmt jeglichen Druck von seinem Team, das es unmittelbar danach mit Leipzig und Nordhorn zu tun bekommt. „Wir sind in Friesenheim krasser Außenseiter“, sagt er. „Gerade in unserer Situation.“ Denn derzeit sind die Hammer alles andere als gefestigt, einige Merkmale der teils mitreißenden Auftritte der Hinrunde sind der Mannschaft abhanden gekommen.

„Natürlich werden wir alles dafür tun, um zu gewinnen. Aber ich möchte vor allem sehen, dass wir – völlig unabhängig vom Ergebnis – wieder besser spielen. Wir wollen mit einem guten Gefühl aus Friesenheim zurückkommen“, fordert der Coach. Deshalb legte der 43-Jährige im Training Wert darauf, den elementaren Aktionen mehr Sicherheit, dem Team insgesamt eine größere Ruhe zu verleihen, versuchte, wieder „die Begeisterung, den Spaß zu wecken“. Damit die grundlegenden Elemente funktionieren. Eine stabile Deckung als Basis, mehr Aggressivität, eine andere Körpersprache – Rothenpieler hat die „To-do-Liste“ für seine Spieler bei den immens starken Friesenheimern zusammengestellt, zumal ihm nicht gefiel, dass „wir uns in den letzten fünf, sechs Minuten gegen Großwallstadt aufgegeben haben. Wir müssen bis zum Schluss kämpfen.“

Trotz aller Defizite zuletzt: Rothenpieler wehrt sich dagegen, „alles zu zerreden. Es ist nicht auf einmal alles schlecht, was vor kurzem noch gut war. Wenn wir jetzt hektisch werden, dann wäre das der falsche Weg. Wir haben genug Qualität in der Mannschaft. Wir müssen uns gemeinsam da rausziehen, jeder Einzelne muss versuchen, seine Leistung abzurufen.“ Was gerade dem einen oder anderen Leistungsträger jüngst schwer fiel, auch die Torhüter agierten nicht auf konstant hohem Niveau. Die Gründe sind vielfältig, nicht zuletzt macht sich in einigen Fällen der enorme Kräfteverschleiß nach der angesichts einiger Ausfälle zehrenden Hinrunde bemerkbar. „Vielleicht“, so Rothenpieler, „haben wir da auch ein bisschen über unserem Schnitt gespielt. Wenn jetzt der eine oder andere wegbricht – das kannst du dir in dieser Liga nicht leisten.“

Erst recht nicht, wenn der Gegner Friesenheim heißt. Die Gastgeber, die das Hinspiel mit 34:32 gewannen, sind für Rothenpieler „ein abolutes Top-Team“ des Unterhauses, denn: „Das ist eine sehr homogene Mannschaft mit hoher Qualität auf allen Positionen, die über eine robuste 6:0-Deckung verfügt“, zählt Rothenpieler die Vorzüge der „Eulen“ auf. „Das ist eine echte Hausnummer. Auf der anderen Seite haben wir da auch nichts zu verlieren.“

Verzichten muss Rothenpieler auf den mit einem Zweitspielrecht ausgestatteten Julian Possehl und wohl auch auf Markus Fuchs, die für ihre „Stammvereine“ Lemgo beziehungsweise Minden im Einsatz sind. So dürften Marian Orlowski und Sebastian Schneider, der sich nach seiner mehrwöchigen Erkrankungspause schon gegen Großwallstadt mit aufwärmte, auf Halblinks zum Zuge kommen. Hinter Jan Brosch (Ellbogenprobleme) steht ein Fragezeichen. - fh

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