2. Handball-Bundesliga

Woran der ASV im Trainingslager arbeiten will

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Kraft ist nicht alles: Vincent Sohmann (rechts) und seine ASV-Teamkollegen arbeiten im Trainingslager vor allem im taktischen Bereich.

Seit Montag befindet sich die Mannschaft von Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen im Trainingslager in Barsinghausen. Logisch, dass der Fokus dabei auf der eigenen Weiterentwicklung und der Vorbereitung auf die Rückrunde liegt. Doch ein wenig WM-Begeisterung schwappte aus Köln nach Niedersachsen.

Barsinghausen – Denn zum Abschluss des ersten Tages in der Nähe von Hannover versammelte sich der ASV-Tross gemeinsam vor dem Fernseher, um das Hauptrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Kroatien (22:21) bei der Handball-WM anzusehen. Und die Euphorie um den vorzeitigen Halbfinal-Einzug des Teams von Bundestrainer Christian Prokop in Köln machte auch vor den Hammern nicht Halt. „Wir waren alle begeistert“, sagte ASV-Coach Kay Rothenpieler, „wir haben zusammen ein Bier getrunken, und dann analysiert man das gleich.“

Ansonsten aber richtet sich der Blick der Westfalen auf das eigene Pensum. „Wir haben hier optimale Voraussetzungen“, lobt Rothenpieler die Unterbringung in einem Sporthotel. Und die will er nutzen, um seinen Akteuren den Feinschliff für die Rückrunde zu verschaffen, die mit dem Auswärtsspiel am 9. Februar beim TV Großwallstadt beginnt. Baustellen erkennt der Trainer bei seiner Mannschaft nach der von Schwankungen gekennzeichneten Hinserie genug. 

ASV konzentriert sich auf Deckung und Abläufe im Angriff

„Es geht darum, die Deckung wieder zu stabilisieren und auch die Torhüterleistung hinzubekommen. Das Zusammenspiel zwischen der Abwehr und den Torhütern ist wichtig“, betont der 47-Jährige, der aber auch im Vorwärtsgang Verbesserungsbedarf sieht. Die Hammer wollen ihr Tempospiel forcieren und „die Abläufe weiter automatisieren.“

Dabei ist es nicht so, dass Rothenpieler im bisherigen Saisonverlauf keine Fortschritte erkannt hätte. „Man hat in den vergangenen Wochen schon gemerkt, dass wir stabiler geworden sind. Aber wir sind noch nicht am Ende“, legt der Trainer vor allem Wert darauf, die handballerische Integration der zahlreichen Neuzugänge weiter voranzutreiben. „Man muss das immer wieder trainieren, die Abläufe ständig wieder neu machen und versuchen, sie auch in Stresssituationen umzusetzen“, unterstreicht Rothenpieler.

2.Handball Bundesliga: ASV Hamm Westfalen - HSC 2000 Coburg 23:28

Rothenpieler: Nicht "von allem ein bisschen" machen

Ein Aspekt des Trainingslagers sind wie im Sommer unterschiedliche Abwehrsysteme, etwa die von den Hammern bisweilen als Alternative zur 6:0 praktizierte 5:1-Formation. „Klar ist das ein Thema, weil die 5:1 ein bisschen mit der aggressiven 6:0, die wir stellen wollen, vergleichbar ist“, räumt der Coach ein. Zugleich will er sein Team nicht überfordern. „Wir müssen schon irgendwelche Prioritäten setzen“, bekräftigt er: „Es ist besser, sich auf drei, vier Sachen zu konzentrieren. Das steht uns eher, als von allem ein bisschen zu machen.“

Zumal es das Auftaktprogramm des ASV gleich in sich hat. Nach der weiten Reise nach Großwallstadt steht eine Woche später die Fahrt zum Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten an. Auch ohne Balingens Spielmacher Martin Strobel, der sich bei der WM jüngst eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte, wird das für die Hammer eine richtig hohe Hürde – auch, wenn Rothenpieler den Abstand von sechs Punkten auf den ersten Aufstiegsplatz ignorieren möchte. „Über diese Lücke wollen wir nicht sprechen. Wir wollen eine gute Rückserie bieten und uns weiter einspielen. Das ist ja fast schon Vorbereitung auf die neue Saison“, sagt er. Klar ist aber auch: „Wenn oben jemand schwächelt, wollen wir da sein.“

Ihr erstes Testspiel bestreiten die Hammer am Mittwoch (20 Uhr) in Massen gegen eine Unnaer Stadtauswahl. Mehr Erkenntnisse verspricht sich Rothenpieler von dem Duell mit Bundesligist GWD Minden am 2. Februar. „Wir werden versuchen, daraus eine Generalprobe zu machen“, so der Coach.

Einziges personelles Sorgenkind des ASV ist in Barsinghausen Stefan Lex. Der Rückraumspieler hatte sich in der Partie gegen den HSV Hamburg am 2. Weihnachtstag (34:29) einen Nasenbeinbruch zugezogen. Und die Blessur hindert Lex noch immer an geordnetem Training, weshalb die ASV-Verantwortlichen den 29-Jährigen am Dienstag noch einmal von einem Arzt untersuchen ließen. Ob der Linkshänder möglicherweise vorzeitig abreist, blieb zunächst offen.

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