Handball

ASV Hamm-Westfalen in Aue unter Zugzwang

Jakob Schwabe ASV Hamm-Westfalen
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Einsatz offen: ASV-Kapitän Jakob Schwabe könnte in Aue wieder im Kader stehen.

Letzte Ausfahrt Aue heißt es am Dienstag für Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen – vom Ergebnis der Partie beim dortigen EHV (19 Uhr/Erzgebirgshalle Lößnitz) hängt es ab, ob das Team von Trainer Michael Lerscht eine ausgewachsene Handball-Depression oder einen Funken Hoffnung mit ins neue Jahr nehmen wird.

Hamm – So unerwartet wie der freie 2. Weihnachtstag für die Spieler des ASV mit der coronabedingten Absage der Partie gegen die HSG Konstanz gekommen war, so schnell war er auch schon wieder Geschichte. Mit der Einheit am Sonntag und dem Abschlusstraining am Montag erledigte die Mannschaft bereits die Vorbereitung auf das letzte Spiel dieses an besonderen Umständen so reichen Handballjahres.

„Die Vorbereitung auf die Partie ist klassisch verlaufen“, sagt Lerscht, der auch nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge nicht von seiner Arbeitsweise im Umgang mit der Mannschaft abrückt. „Klar habe ich die letzten Ereignisse mit den Jungs besprochen. Aber es ist halt so, wie es das immer ist, in Phasen, in denen es nicht rund läuft. Wir müssen uns da selbst wieder rausziehen, das alleine schaffen. Da kann uns keiner helfen.“

Dass es in dieser Saison soweit kommen würde, hätte Lerscht nach seinem Antritt beim ASV im Sommer und starken vier Siegen zum Auftakt der Saison nicht geglaubt. „Manchmal ist es schon verrückt, wie schnell es gehen kann“, sagt er. „Anfangs ging der Mannschaft alles leicht von der Hand – jetzt ist es für die Jungs deutlich schwieriger, nach den vergangenen Ergebnissen locker zu performen. Aber das hat jeder Sportler schon einmal mitgemacht. Da brauchen wir nicht zu jammern, sondern müssen einfach unsere Stärken wieder abrufen.“

Davon, dass sein Team das Zeug dazu hat, sich mit einem Sieg beim Tabellenelften EHV Aue aus der Ergebniskrise zu werfen, ist Lerscht fest überzeugt. Auch ohne seinen Spielmacher Sören Südmeier, zu dessen Verletzung die Negativserie fast parallel verläuft. „Natürlich kann man das so sagen“, räumt der Coach ein. „Aber das wäre mir zu billig in der Analyse. Dafür haben wir zu viele gute Spieler, die so eine Partie alleine entscheiden können.“

Südmeier und Huesmann fehlen weiter - Schwabe-Einsatz offen

Dass Südmeier auch heute nicht dabei sein kann, stand schon lange fest. Auf den Einsatz von Kapitän Jakob Schwabe (krank) und Linksaußen Fabian Huesmann (muskuläre Probleme) haben die Hammer bis zum Schluss gehofft. Was Huesmann angeht, hat sich die Hoffnung nicht erfüllt. Er wird erst zur Vorbereitung wieder ins Geschehen eingreifen können. In der Personalie Schwabe besteht zumindest noch Hoffnung auf ein paar Einsatzminuten, in denen er den Kollegen Verschnaufpausen verschaffen kann. „Er wird sich mit dem Team aufwärmen – dann gucken wir weiter“, wird Lerscht über seinen Einsatz vor Ort entscheiden.

„Die anderen müssen dafür sorgen, dass sie ihre Aufgabe erfüllen, den Job mit Emotionalität füllen“, fordert Lerscht, dem es vor allem darum geht, dass sich die Spieler das Selbstvertrauen „mit kleinen Erfolgserlebnissen im Match holen, an denen sie sich hochziehen können. Fakt ist: Wir funktionieren als Kollektiv – und da sind wir im Moment nicht so stark, wie wir es in den ersten sechs Spielen waren. Daher müssen sie sich die positiven Erlebnisse über gute Aktionen holen, eine nach der nächsten. Denn Handball spielen können die Jungs ja.“

Was sie auch in Hüttenberg phasenweise in Halbzeit eins bewiesen haben. Knackpunkt war dort nach der 15:14-Pausenführung – wie zuvor bereits in anderen Begegnungen – die Phase direkt nach dem Wechsel, die sehr fehlerhaft und nervös verlief. Und letztlich spielentscheidend. „Nach der Pause haben wir es öfter schlechter gestaltet“, räumt Lerscht ein. „Man darf aber nicht vergessen, dass uns die Wechseloptionen fehlen. Da ist viel Last, die von wenigen Jungs getragen wird. Darum gilt es jetzt, die vielen Puzzlesteine wieder ineinander zu bekommen.“

Dass der Dienstag in Aue der richtige Moment wäre, um den Negativlauf zu beenden, weiß der Trainer. „Aber das wäre in Hüttenberg auch schon schön gewesen und davor gegen den TuS Lübbecke. Aber wir fangen da jetzt nicht an, alles in Frage zu stellen.“ Womit er der Frage nach einer eventuellen personellen Verstärkung im Winter vorauskommt. „Ich denke dass die Kranken und Verletzten zur Vorbereitung zurückkommen werden. Daher ist in diese Richtung erstmal nichts geplant.“ Aber auch in Sachen Personalentscheidungen ist es ja bekanntlich manchmal verrückt, wie schnell es gehen kann.

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