1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

HammStars: Ein Hilferuf des Trainers

Erstellt:

Von: Rainer Gudra

Kommentare

HammsStars Trainer Ivan Rosic beklagt die mangelnde Unterstützung des Basketballs in der Stadt Hamm
Ivan Rosic, Trainer der HammStars, beklagt die mangelnde Unterstützung des Basketballs in der Stadt Hamm. © Robert Szkudlarek

Die HammStars im TuS 59 sind mit Siegen gegen USC Münster II (89:77) und Bayer Leverkusen II (83:81) in die Saison der 1. Basketball-Regionalliga gestartet. Vor dem ersten von vier Punktspielen binnen 16 Tagen am Freitag bei der BBA Hagen (20.15 Uhr, Otto-Densch-Halle) lasse er sich von den Auftaktergebnissen aber nicht blenden, sagt Trainer Ivan Rosic. Es gebe grundlegende Probleme.

Herr Rosic, wo brennt es Ihnen denn am heftigsten unter den Nägeln?

Ich gehe jetzt mit Herz in die sechste Saison, ob ich darüber hinaus weitermache, weiß ich noch nicht. Die Energie, die wir haben, ist nicht unendlich – nicht nur bei mir, auch bei den anderen Verantwortlichen. Es ist jedes Jahr ein unglaublicher Kraftakt. Ohne die richtige Unterstützung wird es sehr schwierig sein, das fortzusetzen.

Konkret: es fehlt Geld?

Wir haben gesagt, wir müssen sportlich vorlegen. Das haben wir getan mit zwei Aufstiegen in drei Jahren, aber das zu halten oder auszubauen, ist unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr möglich. Wenn die Unterstützung aus der Stadt und der Wirtschaft nicht reicht, ist keine Grundlage mehr da, das fortzuführen. Die 1. Regionalliga ist eine Profiliga, keine Hobbyveranstaltung mehr. Und die Professionalisierung in dieser Liga nimmt immer mehr an Fahrt auf, die Anforderungen werden immer höher. Das ist nicht mit Enthusiasmus aufzufangen. Wir haben es mit Ehrenamtlichen geschafft, dass sich der Basketball in dieser Stadt gut entwickeln konnte, aber jetzt stehen wir am Scheideweg.

Geht es denn nur um die Regionalliga-Mannschaft?

Nicht nur. Wir sind zuversichtlich, in den nächsten Jahren ein noch besseres Basketball-Umfeld in Hamm schaffen zu können. Wir gehen intensiver in die Schulen und auch der Zulauf an Kindern und Jugendlichen nach der tollen EM unserer Nationalmannschaft ist deutlich gestiegen. Natürlich geht es auch um die erste Mannschaft, sie ist die Visitenkarte.

Die HammStars haben mit Abstand den kleinsten Etat der Liga.

Ja, wenn ich sehe, wie unsere Konkurrenten von ihren Städten und der Wirtschaft unterstützt werden, das steht in keinem Verhältnis. Die haben einen Etat für einen Monat, den wir für die gesamte Saison zur Verfügung haben. Das auszugleichen, grenzt schon an ein Wunder.

Sie holen immer wieder Spieler, die sich unter dem Radar bewegen, dann von ihnen auf Niveau gebracht werden – und danach gerne „neue Herausforderungen“ annehmen?

Ja, wir mussten auch dieses Mal neun Spieler ersetzen. Sie zu halten ist kaum möglich, auch wenn der Wille da ist. Wir müssen dann wieder bei Null anfangen. Ich weiß schon jetzt, was mich am Ende dieser Saison erwartet. Ob ich dann noch einmal die Energie habe, neu anzufangen, weiß ich nicht. Auf Dauer ist das kein Zustand.

Sie haben im Moment auch die Kadergröße noch nicht voll ausgeschöpft?

Nein, wir haben zehn feste Spieler. Eigentlich müssten es zwölf sein, und insgesamt ein 14er- oder 15er-Kader. Aber das können wir uns nicht leisten. John Murry zum Beispiel war ein Riesen-Glücksgriff, aber wir können uns nicht permanent auf das Glück verlassen. Dann haben wir mit Oskar Böther und Malik Touray zwei Jungs, die mit Doppellizenz in der U19-Bundesliga für Hagen und für uns in der zweiten Mannschaft in der Landesliga spielen. Sie trainieren bei uns mit, aber so lange sie in der NBBL unterwegs sind, werden wir in Absprache mit Hagen die Belastung steuern und sie eher nicht bei uns in der Ersten einbinden. Und wir haben zwei Spieler aus der Reserve, die bedingt aushelfen dürfen. Lass’ mal eine Grippewelle kommen – oder Corona. Das ist ein ganz dünnes Seil, auf dem wir jonglieren.

Was muss passieren?

Ich hoffe, dass irgendwann die Arbeit, die wir leisten, bei der Stadt und den Unternehmen ankommt und sie helfen werden, uns besser zu positionieren in der Liga. Letztlich ist es aber ein Hilferuf von mir, um den gesamten Basketball in dieser Stadt auf diesem Level zu halten. Hamm bietet garantiert die Möglichkeiten. An unserem Engagement soll es nicht scheitern, aber das allein reicht eben nicht.

Auch interessant

Kommentare