Basketball

HammStars-Sportdirektor Markus Schwennecker: "Es ist sicherlich alles möglich"

Markus Schwennecker, Sportdirektor der HammStars.
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Markus Schwennecker, Sportdirektor der HammStars.

Nachdem die Saison in der 2. Basketball-Regionalliga wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beendet wurde, haben sich die TuS 59 HammStars als Meister entschieden, in die 1. Regionalliga aufzusteigen.

Hamm - Sportdirektor Markus Schwennecker erklärt im Gespräch, warum sich die Hammer für die höherklassige Liga entschieden haben und wie sie die sportlichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der dauerhaften Corona-Pandemie meistern wollen.

Herr Schwennecker, bereits am 19. März stand fest, dass das Hammer Team Meister der 2. Regionalliga geworden war. Warum haben Sie sich erst jetzt dazu entschieden, das Aufstiegsrecht wahrzunehmen?

Wie bei allen anderen Vereinen auch, mussten wir jetzt erstmal abchecken, wie es weitergehen kann und ob wir den Rahmen schaffen können, mit den Besten im Westen „tanzen“ zu können. Wir sprechen nun in der 1. Regionalliga vom Premienprodukt des Westdeutschen Basketballverbandes, wo die besten Klubs von NRW gegeneinander antreten und teilweise auch ehemalige Bundesligavereine zu den Gegnern gehören. Trotz der Krise haben wir es aber geschafft, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um die neue Herausforderung anzunehmen und dem heimischen Publikum in der Region Basketball auf Topniveau zu präsentieren.

Wie verliefen die Gespräche innerhalb des Klubs im Vorfeld?

Als Abteilung innerhalb der TuS-59-Hamm-Familie arbeiten wir natürlich an dem Projekt HammStars sehr eng mit den Verantwortlichen des Hauptvereins zusammen und sind auch außerhalb dieser Entscheidung, für oder gegen den Aufstieg, im regelmäßigen Austausch. Sicherlich sind die Gespräche auf dem Niveau, auf dem wir uns nun befinden, nicht immer leicht und daher auch kontrovers. Allerdings halte ich das für zwingend notwendig, um alle Eventualitäten zu eruieren und gemeinsam das Projekt zum Erfolg zu führen.

Was waren letztlich die wichtigsten Gründe, die für einen Aufstieg in die 1. Regionalliga sprachen und welche Gegenargumente gab es?

Der ausschlaggebende Grund für den Aufstieg war natürlich die Entwicklung des Basketballs in Hamm über die letzten drei Jahre und die Meisterschaft jetzt. Im Prinzip haben wir das gebracht, was wir als Ziel ausgerufen hatten und konnten uns somit an den Fahrplan halten. Alleine daran kann man schon erkennen, dass wir das Projekt sehr zielgerichtet, strukturiert, seriös und mit sehr viel Engagement und Herzblut angegangen sind und weiter mit Leben füllen werden. Das Ziel 1. Regionalliga war also nie in Abrede gestellt, lediglich die Frage, können und wollen wir diesen Schritt nun in der derzeitigen Lage gehen und sind wir weiterhin so aufgestellt, um auch die höchste Spielklasse im Verband stemmen zu können. Und genau das konnten wir in intensiven Gesprächen letztendlich mit „Ja“ beantworten.

Wie geht der Verein in Zeiten von Corona wirtschaftlich mit der Situation um?

Natürlich haben auch wir, wie alle Sportvereine, wirtschaftlich zu kämpfen, um den Basketball weiter am Leben zu erhalten. Da wir den Sport allerdings ausschließlich als Amateursport betreiben, werden wir das schaffen. Viel wichtiger ist die Frage, wie wir durch die Corona-Pandemie den Kinder- und Jugendbereich weiter entwickeln können. Wir legen den Fokus auf den Nachwuchsbereich und können natürlich hier jede finanzielle Unterstützung gebrauchen.

Wie schwierig ist es, neue Sponsoren für das Projekt HammStars zu finden?

Das Thema Sponsoring, oder wie ich es eher bezeichnen möchte, „Partner“, ist grundsätzlich immer eine Herausforderung. Wer das Projekt unterstützt, fördert den Basketballsport und die Jugend, welche in ein paar Jahren vermehrt das Grundgerüst der Leistungsmannschaften bilden wird.

Wie schwierig ist es im sportlichen Bereich?

Das Thema Mannschaftszusammenstellung ist immer ein sehr intensives Gebilde aus vielen Gesprächen und richtigen Entscheidungen zur optimalen Zusammensetzung. Hier vertraue ich natürlich unserem Headcoach Ivan Rosic, mit dem ich im täglichen Austausch bin, und auch die Gespräche, welche dann konkreter werden und wir gemeinsam gestalten. Durch die gute Arbeit, die wir in den letzten Jahren geleistet haben, die Strukturen, die geschaffen wurden und die Außendarstellung der HammStars in der bundesweiten Basketballszene, können wir Spieler aus der Region recht gut von der Basketball-Familie in Hamm überzeugen. Selbstverständlich ist auch die Kooperation mit dem UBC Münster von großer Bedeutung. Auch hier stehen wir im engen Kontakt, um Talente weiter zu entwickeln und auf etwaigen Aufgaben in den Bundesligen ab Pro B vorzubereiten.

Was ist das Ziel der HammStars in der neuen Saison, aber auch langfristig?

Ziel ist es, sich in dieser Premiumliga zu etablieren. Wenn wir am Ende der Saison sogar einen Playoff-Platz erreichen könnten, wäre das eine prima Sache, aber absolut kein Muss. Wir wollen den Zuschauern und Fans einen spannenden Sport und abwechslungsreiche Spiele bieten und den Kinder-, Jugend-, und Damenbereich weiter ausbauen. Ein langfristiges Ziel haben wir jetzt noch nicht definiert. Man darf nicht vergessen, welche rasante Entwicklung der Basketball in Hamm in den letzten drei Jahren genommen hat. Im sportlichen Bereich wird nun mein Motto sein: „Das Eine tun, ohne das Andere zu lassen.“

Wird der vorhandene Kader gehalten oder muss man sich von dem ein oder anderen Spieler verabschieden? Wenn ja, welche Spieler werden den Klub verlassen?

Durch den Aufstieg hat die Mannschaft nun ein Level erreicht, wo es fast unmöglich ist, den Kader aus dem letzten Jahr komplett zu halten. Hier geht es nicht um die sportliche Leistung, sondern auch um persönliche Gegebenheiten wie Studium, Ausbildung oder private Veränderungen. Wer den Aufwand, den die Liga erfordert, nicht mehr leisten kann oder bei wem persönliche Gründe dagegen sprechen, werden wir in den nächsten Tagen und Wochen erörtern und kommunizieren.

Wo geht die Reise des Klubs sportlich noch hin?

Wir formulieren eine neue Zielsetzung, wenn wir wissen, wie der Sport nach der Corona-Pandemie weitergeht und auch die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten aussehen könnten. Auch wird es davon abhängen, wie schnell wir uns als HammStars in der neuen Spielklasse etablieren können. Aus meiner Sicht kann ich nur ausführen: Wir werden alles daran setzen, den Basketball in Hamm und der Region dauerhaft zu repräsentieren und ein wichtiger Bestandteil der Sportlandschaft zu sein.

Welches Potenzial sehen Sie generell für den Basketballsport künftig in Hamm?

Wenn die Entwicklung des Sports so weiter betrieben werden kann wie in den vergangenen drei Jahren, ist sicherlich alles möglich. Wenn wir es schaffen, das Interesse am Basketball noch mehr zu entwickeln und damit auch die Jugend weiter auszubauen, werden wir das nächste Ziel der HammStars-Basketballer neu definieren und angehen.

Der Zuschauerschnitt bei den Heimspielen ist sicherlich noch ausbaufähig oder?

Wie sagt man so schön: „Mehr geht immer“. Allerdings sind wir von der Resonanz der letzten Saison sehr angetan und konnten uns, als wir das Projekt begonnen haben, nicht vorstellen, das Interesse so schnell zu entwickeln. Sicherlich wird das Interesse durch den jetzigen Aufstieg noch mehr steigen und wir rechnen auch mit noch mehr Zuschauern ab der nächsten Saison. Was wir tun wollen und auch werden, ist, das Thema Basketball weiterhin in der Öffentlichkeit zu vertreten, attraktiven Sport zu bieten und natürlich die Spieltage für die Zuschauer zu einem Event werden zu lassen.

Wie lange werden die Fans Trainer Ivan Rosic in Hamm noch sehen?

Wir hatten uns mit Ivan auf eine Zusammenarbeit bis 2022 geeinigt und sehen auch keinen Grund, das zu ändern. Daher mache ich mir dazu im Moment gar keine Gedanken und freue mich auf die weiterhin gute Zusammenarbeit mit Ivan. Was über 2022 hinaus passieren wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden.

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