Fußball-Oberliga

HSV-Coach Lewejohann vor dem Ahlen-Spiel: "Derby, blabla, Phrasenschwein"

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Mut für das Derby: Die HSV tritt in Ahlen an.

Krise? Welche Krise? Trotz der ungemütlichen Lage der Hammer SpVg in der Fußball-Oberliga gibt sich Trainer René Lewejohann weiter gelassen.

Hamm - Daran kann auch der weitere Rückschlag, den das Team am vergangenen Sonntag mit dem0:2 im Kellerduell gegen TuS Erndtebrück erlitten hat, nichts ändern. „Es wurde doch von Beginn an nichts anderes kommuniziert, als dass es eine schwierige Saison für uns werden würde“, betont der HSV-Coach. „Klassenerhalt und Abstiegskampf ist es dann auch geworden. Wir hätten es uns etwas anders gewünscht – aber wir können weiter ruhig arbeiten.“

Die aufkommende Unruhe im Umfeld hat der Coach zwar wahrgenommen, wichtig sei für ihn jedoch nur die Frage, wie die Verantwortlichen intern die Situation einschätzen. „Und die Positionierung hinter meiner Position ist auch nach der jüngsten Niederlage deutlich gewesen. Ich kann und werde weiter in Ruhe mit den Jungs arbeiten.“ 

Und das sogar mit großer Vorfreude auf die nächste Partie. Denn am Sonntag steht das Derby beim Nachbarn RW Ahlen auf dem Spielplan (15 Uhr/Wersestadion) – ein Duell, das gleich in mehrfacher Hinsicht große Strahlkraft für die Hammer hat. Denn Ahlen war die erste Senioren-Station für Lewejohann in seiner Fußballerkarriere. „Auf dieses Spiel freue ich mich riesig. Das ist etwas Besonderes für mich, zum ersten Mal an meiner alten Wirkungsstätte als Trainer an der Seitenlinie zu stehen“, sagt der 35-Jährige. „Das ist Vorfreude pur für uns, und ich denke, dass die Freude auf Ahlener Seite genauso groß ist.“

Dass seine Mannschaft im Vorfeld mit vier Zählern auf dem letzten Platz steht und die Gastgeber auf dem zweiten Rang sind, stört Lewejohann dabei nicht. Im Gegenteil: „Derby, blabla, Phrasenschwein. Eigene Gesetze – klar, das kennt man ja. Aber am Ende gewinnt, wer besser drauf ist und wer auf dem Platz besser mit der Situation umgehen kann. Das Spiel kommt für uns zum richtigen Zeitpunkt“, sagt er. „Denn es macht doch mehr Spaß, so eine Partie zu bestreiten, als irgendwo in Schermbeck antreten zu müssen – ohne jetzt despektierlich sein zu wollen.“

Derby mit Klassentreffen-Charakter

Ungeachtet der tabellarischen Voraussetzungen in beiden Lagern wird das Spiel für einige Akteure auf und neben dem Platz Klassentreffen-Charakter besitzen. Denn mit Pascal Schmidt, Mike Pihl, René Lindner und Bennet Eickhoff sind gleich vier Rot-Weiß-Akteure in der jüngsten Vergangenheit für die HSV aufgelaufen. Auf der anderen Seite haben Damir Kurtovic und Sinan Özkara Ahlen-Erfahrung – allerdings werden beide scher nicht auflaufen können. Kurtovic ist am Knie verletzt, Özkara handelte sich gegen Erndtebrück eine Gelb-Rote Karte ein und ist gesperrt. Dazu kommen die verletzungsbedingten Ausfälle von Nils Kisker, Dennis Klossek und Lyubomir Ivanchev. Zudem ist Alan Bezhaev erkrankt.

Seongsun ist weitere Alternative

Immerhin hat der Coach seit dem vergangenen Spieltag mit Seongsun eine weitere Alternative zur Verfügung. „Der Junge war nervös in seinem ersten Spiel bei den Senioren“, sagt der Coach über den 19-Jährigen, der gegen Erndtebrück rechts defensiv aufgelaufen ist. „Er hat sich aber reingearbeitet und ist immer besser zurecht gekommen. Leider ist ihm beim Gegentor ein Stellungsfehler unterlaufen. Aber da kann man ihm doch keinen Vorwurf machen.“

Den Gastgeber hat Lewejohann bereits viermal in der laufenden Saison beobachtet – und ist beeindruckt. „Gute Mentalität, gute Kicker – das ist eine in sich sehr gefestigte Mannschaft“, lobt Lewejohann. „Es macht Spaß, denen zuzugucken.“ Der dürfte sich am Sonntag im Fall einer Niederlage allerdings in Grenzen halten.

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