Handball

Analyse von der anderen Seite

Michael Lerscht freut sich auf die Rückkehr nach Ferndorf, will aber keine Geschenke mitbringen.
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Michael Lerscht freut sich auf die Rückkehr nach Ferndorf, will aber keine Geschenke mitbringen.

Michael Lerscht, Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, tritt am Mittwochabend mit seinem neuen Klub an alter Wirkungsstätte beim TuS Ferndorf an.

Hamm – Mit dem 33:23 (19:11)-Erfolg gegen den ThSV Eisenach hat Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen eine positive Reaktion auf die erste Saisonniederlage gegen den Dessau-Roßlauer HV gezeigt. Beim Ex-Klub von ASV-Coach Michael Lerscht, TuS Ferndorf, will das Team am Mittwoch (19.30 Uhr/Stählerwiese) nachlegen. Wie das gelingen soll und mit welchen Gefühlen er in seine alte Heimat zurückkehrt, erklärt Lerscht im Gespräch mit Günter Thomas.

16 Jahre waren Sie für den TuS Ferndorf als Spieler und Trainer tätig. Jetzt kehren Sie erstmals zu einem Meisterschaftsspiel zurück. Ist das Kribbeln da größer als bei anderen Begegnungen?
Ich brauche nicht wegzudiskutieren, dass das für mich eine besondere Partie ist. Das ist nicht groß anders als bei Spielern, die zum Ex-Klub zurückkehren. Aber es ist nicht der Punkt, um den es geht. Wir wollen als ASV unsere maximale Performance abliefern.
War die Vorbereitung auf die Partie für Sie einfacher als bei anderen Spielen, weil Sie den Gegner so gut kennen?
Erst einmal ist es schon spannend, die Spieler, mit denen ich gearbeitet habe, von der anderen Seite aus zu analysieren. Ansonsten habe ich es wie bei jedem anderen Gegner auch gemacht – vielleicht mit ein bisschen mehr Hintergrundwissen. Taktisch spielt der TuS mit Robert Andersson etwas anders als mit mir. Klar, ein neuer Trainer hat immer andere Ideen, die er umsetzen will. Aber sie haben eine gute Vorbereitung gehabt, haben in Großwallstadt gut gespielt und gewonnen und aus einer zweiwöchigen Quarantäne heraus auch gegen Fürstenfeldbruck.
Ist es ein großer Vorteil für Ihr Team, dass Ferndorf, aufgrund einer zweimaligen Quarantäne in den vergangenen vier Wochen, nur vier Trainingseinheiten gehabt hat, wie der Sportliche Leiter Mirza Sijaric betont?
Grundsätzlich müssen alle in dieser Saison, was den Ablauf angeht, flexibel sein. Unser Spiel in Hamburg wurde ja auch kurzfristig gecancelt. Natürlich ist es unglücklich für Ferndorf, dass sie zweimal in Quarantäne geschickt worden sind. Andererseits mussten wir zuletzt gegen Eisenach voll belasten, Ferndorf nicht. Dafür sind wir mehr im Rhythmus. Sobald angepfiffen wird, ist das aber alles völlig egal.
Wahrscheinlich sind Ihre ehemaligen Spieler auch motivierter als sonst, wenn es gegen den Ex-Trainer geht.
Das weiß ich nicht. Das muss man die Jungs fragen. Sie haben auf jeden Fall eine besondere Situation durch die lange Quarantäne – die werden schon heiß auf uns sein.
Wie ist die derzeitige personelle Lage bei Ihrem Team?
aufgrund seiner Daumenverletzung weiter fehlen. Ansonsten denke ich, dass der Kader so aussieht wie gegen Eisenach.
Wie lange wird es bei Krings noch dauern?
Ich hoffe, dass er im Dezember wieder dabei ist. Er macht gerade die ersten Schritte im Training – natürlich noch ohne Kontakt. Wir haben noch viele Spiele und wollen da nichts riskieren.
Nach der Niederlage gegen Dessau hat die Mannschaft mit der starken Vorstellung gegen Eisenach eine positive Reaktion gezeigt. Wie versuchen Sie, Form und Einstellung zu konservieren?
Ich will die Niederlage gegen Dessau gar nicht so hoch hängen. Da sind wir halt nicht ans Maximum gekommen. Wichtig ist, dass wir einen Lernprozess haben – mehr als ein mahnendes Beispiel ist es nicht. Die Jungs haben es dann ja gegen Eisenach gut auf die Platte bekommen.
Was erwartet Ihr Team in Ferndorf?
Der TuS kann seinen Gegnern verschiedene Aufgaben stellen, die wir annehmen müssen. Er ist im rechten Rückraum mit Bornemann und Lucas Schneider wurfgewaltig besetzt. Die Mittelleute Matzke und Julian Schneider sind sehr gut, auf Rückraum links verfügen sie ebenso über Wurfgewalt, und sie haben unterschiedliche Kreisläufertypen. Da bieten sich viele Möglichkeiten, anzugreifen.
Noch einmal zur Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Gab oder gibt es gewisse Rituale, die Sie am Spieltag verfolgt haben?
Jeder Sportler hat ein bisschen Ritualisierung in seiner Handlung. Das hat bei mir nichts mit der Halle zu tun. Letztenendes sind die Abläufe vor dem Spiel gleich – von der Gestaltung des Trainings bis zum Anpfiff geht das so weiter. Das hat bei mir nicht viel mit Aberglaube zu tun. Ich gucke nicht drauf, welchen Socken ich zuerst anziehe. Das war als Spieler noch anders, wo ich ein, zwei Dinge schon abergläubisch gemacht habe – wenn man meine Verletzungshistorie betrachtet, hätte ich das mal überdenken sollen.

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