Für den ASV beginnt in Essen die „Rest-Saison“

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Dominik Weigel steht am Sonntag im Kader des ASV.

Hamm - Niels Pfannenschmidt könnte durchaus lamentieren. Schließlich wiegen die Ausfälle beim ASV Hamm-Westfalen vor dem Beginn der „Rest-Saison“ in der 2. Handball-Bundesliga schwer.

„Aber wir konzentrieren uns auf die Leute, die da sind“, sagt der Trainer vor dem Auftritt beim Traditionsklub Tusem Essen am Sonntag (17 Uhr, Sporthalle „Am Hallo“). Und fügt hinzu: „Denn die sind gut genug, um da zu bestehen.“

Kein Zweifel: Die Zuversicht ist groß beim Tabellenfünften. Ebenso wie die Vorfreude. Nach der langen und intensiven Vorbereitung „sind alle heiß, dass es wieder losgeht“, sagt Pfannenschmidt, der zudem froh ist, dass die Kaderplanung für die kommende Spielzeit bereits frühzeitig nahezu abgeschlossen und somit für die nötige Ruhe im Umfeld gesorgt ist.

Die akuten Personalfragen haben dem Coach und seinem Team derweil einiges an zusätzlicher Arbeit verschafft. Schließlich ist der etatmäßige Mittelblock durch die Ausfälle von Jakob Macke (Verletzung an der Halswirbelsäule) und Markus Fuchs (Patellasehnen- und Schleimbeutelentzündung im Knie) gesprengt. Ihren Part werden Jan Brosch und Marian Orlowski übernehmen. „Man hat gesehen, dass das gut funktioniert“, sagt Pfannenschmidt, der auch Dominik Weigel aus der Oberliga-Mannschaft mit zum NRW-Duell nehmen wird. Für ein Zweitspielrecht kommt der Kreisläufer indes nicht in Frage, da er bereits 23 Jahre ist und damit knapp über der Altersgrenze liegt. Pfannenschmidt hält deshalb bei anderen Vereinen Ausschau nach einem Spieler, der mit einer solchen Option ausgestattet werden könnte.

Völlig unabhängig von allen personellen Voraussetzungen gilt allerdings: Der ASV will den Tabellenzehnten Essener vor Aufgaben stellen, will personell wie taktisch in der Deckung variabel agieren, um sich am Karnevalswochenende nicht narren zu lassen. „Wir wollen versuchen, Essen zu überraschen“, betont Pfannenschmidt. Allein schon, um die Wirkungskreise von Routinier Michael Hegemann einzuschränken. Der Regisseur ist Dreh- und Angelpunkt im jungen Tusem-Team, das den Hammern auch in Sachen Physis und Konzentration einiges abverlangen wird. „Das Schwierige gegen die Essener sind die ständigen Zweikämpfe, in die sie einen zwingen“, so Pfannenschmidt. „Da darf man kein bisschen nachlassen. Aber dem werden wir uns stellen, dafür sind wir fit genug. Wir werden versuchen, sie aus dem Konzept zu bringen.“

Wie Erstligist TBV Lemgo das beim deutlichen 48:32-Testspielerfolg geschafft hat, hätte sich der ASV-Coach gerne auf Video angesehen. Deshalb hatte er extra Fuchs, Joscha Ritterbach und Savvas Savvas, der am Sonntag wegen seiner Knieverletzung noch fehlt, nach Essen geschickt. Doch Tusem „wollte nicht, dass wir dort filmen“, erzählt Pfannenschmidt schmunzelnd. Anschauungsmaterial hat er ohnehin genug, um zu wissen, dass es gegen die heimstarken Essener „nicht leicht“ wird, dass beim Kaltstart ein heißes Duell wartet. „Aber wir müssen uns nicht kleiner machen als wir sind“, sagt der Trainer selbstbewusst – auch wenn „nach so einer Pause keiner so genau weiß, wo er steht“.

Eines allerdings ist für ihn klar: „Wir möchten da weitermachen, wo wir vor der EM-Pause aufgehört haben.“ Soll heißen: Sieg. Schließlich hatten die Hammer vor der Meisterschafts-Unterbrechung stattliche sieben Erfolge in Serie gefeiert. Auch deshalb hält Pfannenschmidt, der immerhin wieder auf Jan-Lars Gaubatz nach auskuriertem Außenbandanriss zurückgreifen kann, überhaupt nichts davon, zu lamentieren. Zumal er auch um die offensiven Qualitäten seines Teams weiß: „Wir sind in Sachen Tempospiel nach vorne sehr stabil geworden.“

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