Corona-Regeln im Sport

Hammer Vereine reagieren gelassen auf drohende 2G-Regel

Die drohende 2G-Regel im heimischen Sport sorgt bei den Hammer Vereinen keineswegs für gravierende Probleme. Selbst der Spielbetrieb wäre bei den meisten Klubs mit nur Geimpften oder Genesenen nicht gefährdet.

Hamm – Die Hammer Sportvereine reagieren äußerst gelassen auf die von den Ministerpräsidenten der Länder beschlossenen verschärften Corona*-Maßnahmen. Da die Hospitalisierungsinzidenz am Freitag in Nordrhein-Westfalen deutlich über dem Wert von 3,0 lag, werden ab der kommenden Woche nach dem zu erwartenden Beschluss der NRW-Landesregierung auch in der heimischen Region die Bestimmungen greifen, dass bei Sportveranstaltungen nach der 2G-Regel gehandelt werden muss, nur noch Geimpfte und Genesene die Sportstätten besuchen dürfen.

Bund-Länder-Treffen: 3G im Büro, 2G in der Freizeit - alle wichtigen Entscheidungen im Überblick finden Sie hier.

Hammer SC 08

Geschäftsführer Kai Hegemann vom mit über 5000 Mitgliedern größten Hammer Sportklub, dem HSC 08, begrüßte sogar die schärferen Maßnahmen, weil sie auch im Verein für deutlich mehr Sicherheit für alle sorgen würden. „Die Mehrzahl der Leute, die unsere Sportstätten in Anspruch nehmen, sind ohnehin durchgeimpft“, bestätigte Hegemann. „Sportler sind in der Regel sehr gesundheitsbewusst und daher mit Blick auf die Impfungen positiv eingestellt. Bei uns gab es in dieser Hinsicht jedenfalls kaum Diskussionen“ erklärte der HSC-Geschäftsführer.

Komplett durchgeimpft: Die Hammer Eisbären könnten auch nach der 2G-Regel in Bestbesetzung auflaufen.

Als Beispiel nannte er Zahlen vom Sportwerk, dem vereinseigenen Fitness-Studio des Hammer SC, das derzeit von etwa 1200 Personen regelmäßig besucht wird. „Lediglich 30 davon haben in den vergangenen Wochen aktuelle Tests vorgelegt, um Räumlichkeiten und Geräte nutzen zu können“, berichtete Hegemann. „Das ist ein sehr geringer Anteil. Die haben ab der kommenden Wochen natürlich keinen Zugang mehr zum Sportwerk.“

Hammer Eisbären

Jan Koch, Manager der Hammer Eisbären, will erst einmal die genauen Beschlüsse abwarten und sich dann mit den Verantwortlichen bei der Stadt Hamm absprechen. „Unser nächstes Heimspiel gegen die Hamburg Crocodiles findet ja erst am 28. November statt.“ Große Probleme sieht Koch allerdings nicht auf den Verein zukommen. „Wir haben bisher ohnehin bei den Heimspielen sehr streng nach der 3G-Regel kontrolliert, müssten jetzt lediglich auf 2G umstellen. Nach unserer Erfahrung war der Anteil jener Zuschauer, die einen aktuellen Test vorgelegt haben, ohnehin verschwindend gering.“ Im Schnitt besuchten bisher 583 Besucher die Heimspiele in der Eishockey-Oberliga Nord.

Was die Spieler auf dem Eis angeht, verhalten sich die Eisbären vorbildlich. „Unser Oberliga-Kader ist zu 100 Prozent durchgeimpft, dazu zählen auch die Trainer und Betreuer, die im Umfeld der Mannschaft arbeiten.“ Da die Spieler zu den Profis gezählt werden, würde bei ihnen die 3G-Regel schon reichen.

SVE Heessen

Der SVE Heessen bangt in erster Linie um seine große Hallenfußball-Veranstaltung, das Anton-Rehbein-Gedächtnisturnier, zwischen Weihnachten und Neujahr. „Eine 2G-Regel wäre vielleicht noch vertretbar, doch wenn die Pandemie-Situation 2G+ erfordert, würde das aus unserer Sicht keinen Sinn mehr machen, weil sich die Leute zwischen den Feiertagen nicht auch noch regelmäßig testen lassen würden“, erklärte Geschäftsführer Konstantin Rühl. Bis zum Nikolaustag am 6. Dezember wird sich der SVE entscheiden. Den laufenden Spielbetrieb sieht er momentan nicht als gefährdet an. „Nach unseren Schätzungen sind jeweils 85 bis 90 Prozent der Spieler aller unserer Mannschaften geimpft. Da würden wir immer noch eine Elf zusammen bekommen.“ Bei den Kontrollen zu den Heimspielen der Bezirksliga-Mannschaft würde sich laut Rühl ja nicht viel ändern, außer dass Getestete nicht mehr auf die Anlage dürften.

Der Verein überlegt derzeit nur, in Zukunft auch bei den Spielen im Nachwuchsbereich verstärkt Kontrollen durchzuführen. „Zumindest wollen wir das stichprobenartig machen. Irgendwie werden wir das mit unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern stemmen“, betonte Rühl, der aber gleichzeitig an die Vernunft aller Eltern appellierte, die sich ja in erster Linie bei den Partien der Jugend auf der Platzanlage befinden. Für die Schüler und Jugendlichen selbst gelten, was den Impfstatus angeht, ohnehin andere Regeln.

TTC GW Bad Hamm

Keine Probleme sieht Martin Vatheuer, Vorsitzender des Tischtennis-Zweitligisten TTC GW Bad Hamm, mit Blick auf die Umsetzung der 2G-Regel. „Bei uns gibt es einige wenige Aktive im Verein, die nicht geimpft sind. Die können dann nicht mehr trainieren oder spielen.“ Den Spielbetrieb sieht der GW-Vorsitzende nicht als gefährdet an: „Den werden wir in den einzelnen Klassen auch ohne diese wenigen Ungeimpften aufrecht erhalten können. Wir haben ausreichend Leute, um die Teams komplett zu besetzen.“ Die Zweitliga-Mannschaft sei davon ohnehin nicht betroffen. „Alle Spieler unserer ersten Mannschaft sind durchgeimpft“, bestätigte Vatheuer. Auch mit Blick auf die Zuschauer sieht er keinen Mehraufwand auf den Verein zukommen. „Wir haben ja zuletzt schon bei den Heimspielen streng kontrolliert. Ob 2G oder 3G macht da keinen großen Unterschied.“ *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare