Kanu-Slalom

Toller EM-Start: Hengst feiert Silber mit dem Team

Siegerehrung in Ivrea: Der Hammer Stefan Hengst steht nach dem Teamwettbewerb ganz links auf dem Podium.
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Siegerehrung in Ivrea: Der Hammer Stefan Hengst steht nach dem Teamwettbewerb ganz links auf dem Podium.

Erfolgreicher EM-Auftakt für den Hammer Stefan Hengst im italienischen Ivrea. Mit der deutschen Mannschaft gewann er im Kanu-Slalom die Silbermedaille.

Hamm – Stefan Hengst hat die beeindruckende Erfolgsserie des Kanu-Rings Hamm im italienischen Ivrea fortgesetzt. Der 27-jährige Heessener gewann am Freitag am ersten Entscheidungstag der Kanu-Slalom-Europameisterschaften in der Kleinstadt nördlich von Turin gemeinsam mit dem Augsburger Hannes Aig-ner und dem Wiesbadener Tim Maxeiner hinter Tschechien und vor Großbritannien die Silbermedaille. „Einfach geil, so kann es weitergehen“, jubelte Hengst, der noch in zwei weiteren Wettbewerben vertreten ist, kurz vor der offiziellen Siegerehrung am Telefon. „Jetzt weiß man auch, warum man sich über so viele Monate gequält hat, obwohl wegen Corona nichts stattfand.“

Seit 2001 immer eine Medaille

Damit hat der Kanu-Ring seit 2001 in jedem Jahr zumindest einmal Edelmetall bei internationalen Titelkämpfen gewonnen. Lediglich 2020 war das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, weil sowohl Welt- als auch Europameisterschaften abgesagt werden mussten. „Das ist einmalig“, freute sich auch die KR-Vorsitzende Sabine Matzka. „Ich bin stolz darauf, was wir vor allem im Slalom-Bereich durch kontinuierliche Arbeit, allen voran von Cheftrainer Jürgen Schubert, in zwei Jahrzehnten erreicht haben“, erklärte Matzka. „Ein Glückwunsch an Stefan, für den es mich besonders freut, zumal ja im vergangenen Jahr durch die Pandemie so gut wie kein Wettbewerb stattfand und er trotzdem hart weitergearbeitet hat.“

Die deutsche Mannschaft, bei der Hengst auf der mittleren Position fuhr, war sehr früh in den Wettbewerb gestartet und legte mit 88.54 Sekunden gleich die Bestzeit vor, obwohl sie sich an Tor 15 auf diesem sehr schwierigen Kurs in der Region Piemont wegen einer Stabberührung zwei Strafzeiten einhandelte. Doch es blieb keine Nation in diesem Rennen fehlerfrei. Und an der Zeit des deutschen Teams bissen sich die folgenden Trios zunächst die Zähne aus. Hengst, Aigner und Maxeiner verfolgten den weiteren Verlauf des Rennens schon auf dem Siegerpodest. Und wurden zunehmend nervöser, weil auch die hoch gewetteten Italiener als Gastgeber, die Slowaken und die Slowenen sowie auch Polen die Zeit der Auswahl des Deutschen Kanu-Verbandes nicht verbessern konnten. „Das ist schon ein schönes Gefühl, wenn man auf dem Podest steht. Doch die Anspannung steigt mit jeder folgenden Mannschaft. Man kennt die Jungs ja gut und weiß, wer da noch gefährlich werden kann“, berichtete Hengst.

Kein gemeinsamer Trainingslauf

Schneller waren schließlich nur die Tschechen in der Besetzung Jiri Prskavec, Vavrinec Hradilek und Vit Prindis, die als vorletzte Mannschaft ins Rennen gingen und am Ende 1,62 Sekunden vor dem DKV-Boot lagen, das immerhin Silber bejubeln durfte. „Die Tschechen sind im letzten Abschnitt der Strecke sehr stark gefahren, haben uns dort gut eineinhalb Sekunden abgenommen und sind deshalb auch verdient Europameister geworden“, kommentierte der Hammer die knappe Entscheidung. Rang drei ging an Großbritannien mit Bradley Forbes-Cryans, Joseph Clarke, und Christopher Bowers, das nur eine Hundertstel schneller war als die zum Schluss doch sehr gefrusteten italienischen Gastgeber.

„Mit Platz zwei sind wir aber mehr als zufrieden“, bestätigte Hengst, „zumal wir hier vorher nicht einen Trainingslauf gemeinsam absolvieren konnten.“ Der war zwar für den Donnerstag angesetzt, doch musste die Probe ausfallen, da sich Maxeiner in der Einer-Qualifikation einen blutigen Cut am Auge zugezogen hatte, der ihn aber am Freitag nicht mehr behinderte.

Zwei weitere Medaillen-Chancen

Schon am Samstag ist Hengst in zwei weiteren Wettbewerben gefordert. Um 12.22 Uhr startet er zunächst im Kajak-Einer im Semifinale, in dem die besten zehn Boote das Finale am Nachmittag erreichen. Und seine Chancen? „In der Quali bin ich Achter geworden. Das würde ja für den Endlauf reichen“, betonte der 27-Jährige. „Ich bin in guter Form. Doch das wird ein sehr harter Kurs, den wir bereits auf dem Papier gesehen haben. Da ist einfach alles möglich, in jeder Hinsicht“, meinte Hengst. Die Medaillen im Einer werden ab 14.40 Uhr vergeben.

Nach einer kurzer Erholungspause finden ab 17.30 Uhr die Zeitläufe im Boater Cross statt. In dieser Disziplin, bei der ab dem Viertelfinale vier Kajaks gleichzeitig auf die Strecke gehen, und nur die beiden besten weiterkommen, ist Hengst seit 2019 Weltmeister und rechnet sich daher auch in Ivrea durchaus etwas aus. Die Medaillen werden allerdings erst am Sonntag vergeben, wenn ab 16.53 Uhr die 16 Schnellesten aus den Zeitläufen im K.o.-System aufeinander treffen. Hengst hofft, dass er bis zum Schluss dabei sein wird.

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