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Hammer SpVg vor „Sechs-Punkte-Spiel“ - Veränderungen sorgen für Optimismus

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Von: Rainer Gudra

Tobias Fuest (links) steht der Hammer SpVg im Heimspiel gegen Holzwickede wieder zur Verfügung.
Tobias Fuest (links) steht der Hammer SpVg im Heimspiel gegen Holzwickede wieder zur Verfügung. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Die Hammer SpVg trifft am Sonntag in der Fußball-Oberliga auf den Holzwickeder SC. Es ist ein richtungweisendes Spiel.

Hamm - „Klassenherhalt? Absolut keine Chance“ – Ein gewisser „Piyashuindia“ fällte nach der der 2:5-Derbyniederlage der Hammer SpVg bei Westfalia Rhynern im Kommentarbereich auf WA.de dieses Urteil, teilte aber gleichzeitig mit, sich die HSV-Spiele gar nicht mehr anzuschauen. Bevor er zur nächsten Ferndiagnose ansetzt: ruhig mal machen, um zu sehen, dass sich vieles positiv verändert hat im Vergleich zu den unsäglichen Spielzeiten zuvor mit 28 Partien in Folge ohne Sieg. Am Sonntag vielleicht, wenn das Team von Steven Degelmann gegen den Holzwickeder SC (15 Uhr, 24nexx Arena) sogar die Chance hat, an die obere Tabellenhälfte anzudocken.

Ob ein Dreier gegen den Tabellen-16. die Meinung „Piyashuindias“ grundlegend ändern würde, ist anzuzweifeln, weil ihn offenbar tief in seinem Innern (glorreiche) Vergangenheit und (gar nicht so trostlose) Gegenwart spalten. Aber für die HSV ist diese Partie, die Degelmann ein wenig zögernd doch als „Sechs-Punkte-Spiel“ bezeichnet, richtungweisend. Eben weil beide Kontrahenten sechs Punkte haben.

Kader, Taktik und Details

Dass sich bei den Gastgebern vieles zum Positiven verändert hat, zeigen Kader, Taktik und einige Details. Zum Beispiel die Standardstärke, die sich die HSV über den Sommer angeeignet hat – und diese gerade zuletzt gegen Herne und Rhynern mehr als nur angedeutet hatte. „Brandgefährlich, vor ihren Eckbällen habe ich gewarnt“, sagte Westfalia-Trainer Michael Kaminski – vergebens, wie ein Lattentreffer sowie das Kopfballtor von Angreifer Vincent Ocansey gezeigt haben – wobei aber vor allem die Innenverteidiger ihre Lufthoheit ausspielen. „Ich gehe davon aus, dass sich das auch bis nach Holzwickede herumgesprochen hat und die Spieler darauf aufmerksam gemacht worden sind. Macht man ihnen die Gefahr offensichtlich, machen sie sich dann schon einen Kopf, bevor der Ball angeflogen kommt“, sagt der HSV-Trainer.

Hinzu kommt, dass die Hammer mit 4:0-Siegen gegen Erndtebrück und Herne – bei einer Niederlage gegen starke Paderborner – eine gewisse Heimstärke zeigen und taktisch viel variabler spielen. Das hat allerdings auch Nachteile, wie sich nach dem Derby gezeigt hat, als Luca Hildebrandt mitteilte, nicht mehr für die HSV spielen zu wollen – weil unzufrieden in seiner Rolle. „Uns war klar, dass für ihn mit der Umstellung auf den offensiveren Linksverteidiger die Einsatzzeiten weniger werden“, sagt Degelmann. Der Abschied des 20-Jährigen sei suboptimal: „Er hätte sicher noch viele Zeiten bekommen. Es ist schade, dass er die Flinte so schnell ins Korn geworfen hat. Aber er ist ein Spielertyp, der immer spielen will und immer wieder daran verzweifelt, wenn er das nicht kann.“

Degelmann verzeichnet vier Ausfälle

Neben der nun dauerhaften Absenz des Verteidigers sind für Sonntag vier weitere Ausfälle zu beklagen: Yussuf Öztürk, Jannik Guhse, Marcel Todte (alle verletzt) sowie Torhüter Tim Oberwahrenbrock, dessen Schulterprellung aus dem Herne-Spiel ihn weiter zur Pause zwingt. Für ihn spielt erneut Kevin Scierski, der trotz der fünf Gegentore im Derby einen guten Eindruck hinterlassen hat. Wieder dabei: Tobias Fuest und Patrick Schmidt, der – so Degelmann – „mit seiner Art, Fußball zu spielen und zu arbeiten, sehr gefehlt hat“-

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