1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Hammer SpVg trennt sich ab sofort von drei Spielern

Erstellt:

Von: Patrick Droste

Kommentare

Hosan Ahmed (rechts) wird in Zukunft nicht mehr auf das Wappen der HSV zeigen. Die Hammer haben sich von dem routinierten Mittelfeldspieler getrennt. 
Hosan Ahmed (rechts) wird in Zukunft nicht mehr auf das Wappen der HSV zeigen. Die Hammer haben sich von dem routinierten Mittelfeldspieler getrennt.  © Reiner Mroß / Digitalfoto

Nur einen Tag nach dem ersten Spieltag der Abstiegsrunde in der Fußball-Oberliga hat die Hammer SpVg mit drei Personalien überrascht. 

Hamm - Mit Routinier Hosan Ahmed sowie den beiden Wintereinkäufen Casey Backhaus und Lutonda Ntiti hat sich die HSV bereits in der vergangenen Woche von gleich drei Akteuren getrennt, die daher auch am Sonntag beim 2:2 in Münster schon nicht mehr im Kader von Trainer Steven Degelmann gestanden haben und auch in der vergangenen Woche nicht mehr am Training teilnehmen durften. „Wir wollten ein Zeichen setzen, den Kader verkleinern und alle enger zusammenrücken“, erklärt Holger Wortmann, der Sportliche Leiter der HSV, diese Maßnahme.

Dass es gerade diese drei Spieler getroffen hat, ist auf den ersten Blick überaus überraschend. Vor allem die Trennung von Ahmed, dessen spielerischen Qualitäten im Hammer Osten immer hoch geschätzt wurden, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten. „Aber das Verhältnis zwischen uns beiden hatte sich zuletzt leider negativ entwickelt“, erklärt Degelmann. Der Coach hatte den Ex-Profi bereits nach dem Spiel gegen die Sportfreunde Siegen, als er bei der 2:3-Niederlage ein Gegentor verschuldet hatte wegen seiner mangelnden Bereitschaft, gegen den Ball zu arbeiten, angezählt. „Ich habe ihn als Person immer geschätzt. Und auch seine Fähigkeiten mit dem Ball. Seine Fähigkeiten gegen den Ball haben aber oft zu Gesprächen geführt, in denen wir uns kontrovers ausgelassen haben.“

„Weniger mit den Beinen als vielmehr mit dem Mund trainiert“

Und auch mit seiner Einstellung in den Trainingseinheiten zeigte sich der Trainer der HSV zuletzt nicht immer zufrieden. „Er hat weniger mit den Beinen als vielmehr mit dem Mund trainiert. Das hat viel Unruhe reingebracht und den Trainingsbetrieb bei uns gestört“, betont Degelmann.

Auch ein Dreiergespräch mit dem Coach, Ahmed und Wortmann brachte letztlich keine Besserung. „Er hat seinen Standpunkt vertreten und wollte davon nicht abweichen“, so Degelmann.

Daher habe dann das Trainerteam zusammen mit der Sportlichen Leitung in Person von Wortmann beschlossen, sich von Ahmed zu trennen. Und diese Entscheidung, so betont Degelmann, habe sich bereits in der vergangenen Woche und auch am Sonntag positiv bemerkbar gemacht. „Wir wollten die Mannschaft stabilisieren. Ohne diese Entscheidung, künftig auf Hosan zu verzichten, wäre die Maßnahme in die Gegenrichtung verlaufen“, meint der Hammer Trainer. „Klar fehlt uns seine Ballsicherheit. Aber wir hatten so eine unfassbare Trainingswoche. Und am Sonntag haben wir in Münster unglaublich gegen den Ball gearbeitet. Am Ende stand dann auch die komplette Bank neben mir. Und genau diesen Teamgeist brauchen wir. Das hat sich bereits bestätigt.“

Ahmed möchte öffentlich nichts sagen

Ahmed selbst schilderte in einem Gespräch mit der WA-Sportredaktion seine Sicht der Dinge, wollte seine Meinung zu der Trennung und den Gründen aber nicht veröffentlicht haben. „Ich möchte mich da enthalten und nichts sagen“, erklärte Ahmed.

Ntiti war erst in der Winterpause zur HSV zurückgekommen, nachdem er im vergangenen Sommer von Hamm aus zum 1. FC Heiningen gewechselt war. Und Backhaus war im Januar vom Liga-Konkurrenten SG Wattenscheid 09, wo er seiner Meinung nach nicht genug Spielanteile bekommen hatte, in den Hammer Osten gewechselt. „Zum damaligen Zeitpunkt wussten wir nicht, was in Sachen Corona, Sperren und Verletzungen noch auf uns zukommt und hatten uns daher entschlossen, den Kader breiter aufzustellen“, erklärt Wortmann. „Aber wir sind gut durchgekommen und haben gemerkt, dass es eine große Herausforderung ist, mit 24 Spielern zu trainieren und alle gleichermaßen bei Laune zu halten.“

Backhaus und Ntiti ohne Aussicht auf mehr Einsatzzeit

Daher hätten sich die Verantwortlichen zusammengesetzt und überlegt, was zu tun sei. „Letztlich haben wir dann festgestellt, dass Casey, der aus einer langen Verletzungspause kam, es nicht geschafft hat, an Yusuf Öztürk und Anil Saraman, die sich beide toll entwickelt haben, vorbeizukommen. Und auch Ntiti hat im Angriffszentrum gegen Vincent Ocansey keine Chance“, erläutert Wortmann.

Auch interessant

Kommentare