Sven Heinze Nachfolger (Update)

Hammer SpVg feuert Spielertrainer Lars Müller

[UPDATE 17 Uhr] HAMM - Die Verantwortlichen des Fußball-Oberligisten haben nach der siebten Saison-Niederlage und dem Sturz auf den drittletzten Tabellenplatz die Notbremse zogen und den vor rund eineinhalb Jahren von RB Leipzig verpflichteten Ex-Profi Lars Müller von seinem Trainer Posten entbunden.

„Irgendwann geht es nicht mehr anders. Das sind dann die Gesetzmäßigkeiten“, meint der Fußball-Abteilungsleiter Jens Heusener mit schwerer Stimme. Gemeinsam mit HSV-Gönner Achim Hickmann traf Heusener, der an Müller am Freitag nach der 0:2-Pleite in Sprockhövel noch explizit festgehalten hatte, die Entscheidung beim erneuten Blick auf die Tabelle. „Zwölf Punkte sind sportlich einfach zu wenig. Wir können nicht warten bis zum Sanktnimmerleinstag und hoffen, hoffen, hoffen“, begründete Heusener die Beurlaubung zum jetzigen Zeitpunkt.

Nachfolger Müllers, der zunächst lediglich mitteilte, dass er das akzeptieren müsse, wird zumindest bis zum Winter Sven Heinze. Der 34-Jährige hatte Anfang Mai 2011 Holger Wortmann als Interimstrainer abgelöst und war damals sowie bis jetzt Coach der U 23 gewesen war. „Er ist einer mit Stallgeruch und war nach Holgers Rücktritt sehr erfolgreich“, so Heusener.

Nach aktuellen Stand, so Heusener, wird Müller auch als Spieler nicht mehr für die HSV auflaufen. Das letzte Gespräch sei aber noch nicht geführt. Co-Trainer Christian Klotz ist vorübergehend freigestellt. „Wir denken, es ist sinnvoll, komplett zu tauschen, um bei Null anzufangen. Wir möchten ihn aber gerne weiter im Verein halten“, so Heusener, der Klotz Zeit zum Überlegen gegeben hat. Heinzes Assistent Andreas Hörnschemeyer übernimmt vorerst die Reserve.

Lars Müller hatte die HSV im Sommer 2011 übernommen und trotz großer Verletzungssorgen den ersehnten Aufstieg in die Oberliga realisiert. Doch die Personalmisere wurde nicht besser. Nach dem 4:0-Auftakterfolg über Roland Beckum folgten nur noch zwei Siege. Besonders spielerisch blieb die deutlich verstärkte HSV hinter den Erwartungen zurück. Zwölf Tore in 13 Partien waren die magere Ausbeute der Offensivbemühungen. „Man kann der Mannschaft, was Einstellung und kämpferischen Einsatz angeht, keinen Vorwurf machen. Aber die Jungs hatten nicht mehr den Glauben, das umzustoßen“, hatte Heusener erkannt: „Wir hatten das Gefühl, etwas umsetzen zu müssen.“ Der Sportlichen Leitung sei Müllers Rauswurf „richtig schwer gefallen“, betont Heusener.

Sven Heinze

Das HSV-Eigengewächs Heinze steht nun vor der Aufgabe, dem verunsicherten Team Selbstvertrauen einzuimpfen. Bis Jahresende stehen ihm vier Spiele zur Verfügung, die Verantwortlichen von sich zu überzeugen. Vor eineinhalb Jahre holte der 34-Jährige aus den fünf Partien der zu Ende gehenden Saison drei Siege und zwei Niederlagen. „Das ist jetzt eine andere Situation. Damals waren es die letzten Spielen und nach oben und unten ging nichts mehr. Jetzt ist die Mannschaft in einer Position, in der es richtig brennt.

Wir wollen und müssen möglichst schnell punkten“, sagt Heinze, dessen Team nur zwei Zähler Vorsprung vor dem Abstiegsplätzen hat. Er hat zwar nur wenige Begegnungen der Ersten gesehen, war aber zumindest ständig in Kontakt mit Müller. „Ich muss mir ein Bild machen, wie es stimmungstechnisch aussieht“, sagt der Neue, der in Gesprächen herausfinden will, „was die Mannschaft glaubt, woran es hakt“. Am Mittwochabend leitet er sein erstes Training.

Heinze hat Ende Oktober die Prüfungen als Lehramts-Referendar bestanden und ist noch bis Ende Januar beim Galilei-Gymnasium angestellt. „Ich würde schon gerne in Hamm bleiben“, sagt er zu seinen Bewerbungen. „Wir erhoffen uns von Sven, dass er Impulse setzt, und werden gucken, wie sich das entwickelt“, sagt Heusener, der auch die Mannschaft in die Verantwortung nimmt: „Das letzte Alibi ist gefallen.“ Im Winter sollen Gespräche über die weitere Zusammenarbeit geführt werden. - bob

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