Erstes Duell nach Fast-Abbruch

HSV am Sonntag in Lippstadt: "Es muss ruhig bleiben"

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Im Hammer Block wurden während der Partie auch pyrotechnische Gegenstände gezündet.

Die Hammer SpVg tritt am Sonntag das erste Mal nach den Fan-Ausschreitung im Februar zum Auswärtsspiel beim SV Lippstadt an. Beide Vereine bereiten sich zusammen mit der Polizei auf diese Partie vor.

Hamm - Es waren erschreckende Szenen, die sich am 19. Februar im Lippstädter Stadion „Am Bruchbaum“ abspielten. Bei der Fußball-Oberligapartie zwischen dem SV Lippstadt und der Hammer SpVg zündeten Störer aus dem Gästeblock heraus Pyrotechnik, stürmten den Rasen und skandierten rechte Parolen. Im Nachgang nahm der Staatsschutz die Ermittlungen auf und ermittelte sechs Tatverdächtige. Am Sonntag gastiert die HSV zum ersten Mal nach den Ereignissen wieder in Lippstadt.

Damit sich diese Vorkommnisse nicht wiederholen, haben die beiden Vereine in Zusammenarbeit mit der Polizei Maßnahmen ergriffen und den Informationsaustausch noch einmal intensiviert. Gemeinsamer Tenor: So etwas darf nicht mehr passieren. „Schade eigentlich, dass wir als Polizei da so mitmischen müssen“, sagt Wolfgang Lückenkemper, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Soest. „Wir sind aber darauf vorbereitet und werden entsprechendes Personal zur Verfügung stellen, um Übergriffe zu verhindern.“

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

In Lippstadt laufen die Vorbereitungen auf das Duell mit dem benachbarten Rivalen bereits seit vergangenem Donnerstag auf Hochtouren. Da fand das obligatorische Sicherheitsgespräch vor Risikospielen statt, erklärt Manfred Räker, Präsidiumsmitglied für Liegenschaften und Infrastruktur beim SV. „Dort wurden alle Infos der Vereine und der Polizei ausgewertet.“ Das Ergebnis: Sechs oder sieben Securitys mehr werden am Sonntag vor dem Gästeblock im Einsatz sein. Auf den Ausschank alkoholhaltiger Getränke hingegen wollen die Lippstädter nicht verzichten. „Das haben wir kurz überlegt, uns aber gegen ein Verbot entschieden. Ich denke, dass wir der Sache auch so gewachsen sind“, sagt Räker.

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Von den sechs ermittelten Störern liegen den Lippstädtern die Namen und Bilder vor. „Diese Leute haben bei uns Stadionverbot. Das wird bei jedem Heimspiel kontrolliert“, so Räker. Gegen die ermittelten Personen liefen Verfahren wegen Hausfriedensbruch und dem Abbrennen von Pyrotechnik. Zum derzeitigen Stand konnte Pressesprecherin Cornelia Weigandt von der Polizei Dortmund allerdings genauso wie die Staatsanwaltschaften Paderborn und Dortmund keine Angaben machen. Das Verfahren gegen einen 18-jährigen Beschuldigten wurde eingestellt, weil gegen ihn noch ein anderes, schwerwiegenderes Verfahren laufe.

Fans organisieren selbst einen Bus

Aus Hamm wird sich auch am Sonntag wieder ein Fanbus auf den Weg nach Lippstadt machen. „Der ist von den Anhängern eigenständig organisiert, da hat der Verein nichts mit zu tun“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper. „Die Polizei wird lediglich darüber informiert, wer da unterwegs ist und welches Kennzeichen der Bus hat.“ Wer im Februar die Karten an die Störergruppe verkauft hatte, ließ sich laut Blumenkemper nicht mehr aufklären. „Wir haben aber die mehr oder weniger gesicherte Information, dass diejenigen, die unsere Bühne genutzt und benutzt haben, nicht im Bus sein werden.“ Dem Sicherheitsbeauftragten der HSV, Philipp Retajski, seien im Übrigen in Lippstadt die Hände gebunden. „Ich bin nur für Heimspiele zuständig und helfe beim Informationsaustausch mit dem jeweiligen Gastgeber“, sagt er.

Der, so Blumenkemper, verlaufe aber reibungslos. „Wir haben da ein gutes Verhältnis. Vielleicht sogar gerade wegen dieser Vorfälle. Ich bin sicher, dass wir alles menschenmögliche getan haben, und im Vorfeld noch tun werden, dass nichts passieren wird“, sagt Blumenkemper. „Es muss ruhig bleiben.“ Lückenkemper hingegen ist nicht so optimistisch wie der HSV-Verantwortliche: „Wir wissen, dass aufgrund dieser Konstellation mit Vorkommnissen zu rechnen ist.“

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