Zu wenig investiert

Hammer SpVg nur 0:0 bei Schlusslicht SV Zweckel

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Jannik Prinz (Mitte) war einer der Spieler, der in Zweckel neu ins Team der Hammer SpVg gerutscht war.

[UPDATE] GLADBECK - Fußball-Oberligist Hammer SpVg hat es versäumt, den 1:0-Derbysieg über Westfalia Rhynern am vergangenen Wochenende zu vergolden. Beim Liga-Schlusslicht SV Zweckel kam das Team von Trainer Oliver Gottwald lediglich zu einem 0:0.

Sie mussten sich beim Tabellenletzten mit einem torlosen Remis zufrieden geben. Und dennoch durften sich die Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg am Mittwochabend nach dem Auswärtsspiel beim SV Zweckel ein klein wenig wie ein Sieger fühlen. Denn da gleichzeitig Westfalia Herne gegen den ASC 09 Dortmund mit 1:2 unterlag, hat die HSV den Abstand zu den Abstiegsrängen um einen weiteren Zähler vergrößert. "Das ist natürlich eine gute Sache", meinte Trainer Oliver Gottwald.

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Eine nicht ganz so gute Sache war dagegen die Leistung, die die Hammer drei Tage nach dem prestigeträchtigen Derbysieg gegen den SV Westfalia Rhynern auf dem schwer zu bespielenden Platz an der Dorstener Straße in Gladbeck ablieferten. Das musste auch der Coach nach dem Abpfiff zugeben. "Klar hätten wir gerne einen Dreier mitgenommen. Aber alles andere als ein Punkt wäre nicht verdient gewesen", gab Gottwald ehrlich zu. "Natürlich war es schwer auf diesem Acker. Aber wir haben einfach zu wenig investiert. Das, was wir gegen Rhynern oben drauf gepackt hatten, war jetzt zu wenig. Da fehlten 30, 35 Prozent."

Wie im Vorfeld angekündigt, hatte Gottwald seinem Team im Vergleich zum Derby ein neues Gesicht verpasst und mit Dennis Jungk, Jannik Prinz und Semih Yigit gleich drei Akteure gebracht, die am vergangenen Sonntag nicht zur Anfangsformation gehört hatten. Zudem hatte der HSV-Coach einige Positionen anders besetzt. So agierte Dursun Akdag nicht als rechter Verteidiger, sondern im Mittelblock der Vierer-Abwehrkette. Und Roman Maciejak war von der rechten Mittelfeldseite ins Sturmzentrum gerückt.

Zweikämpfe nicht engagiert genug angenommen

Aber nicht nur die Aufstellung, sondern auch die Einstellung unterschied sich deutlich von dem Duell gegen Rhynern. Die Gäste nahmen die Zweikämpfe nicht engagiert genug an und hatten dadurch zu wenig Ballbesitz, um die Begegnung zu dominieren und um Chancen zu kreieren. Die hatte dafür der Tabellenletzte. So kam Christian Kaminski nach einer Ecke völlig frei zum Schuss, doch Manuel Lenz parierte (4.). In der 28. Minute lag das Leder dann sogar im Netz der Hammer SpVg, als der Ex-HSVer Seyit Ersoy mit links abgezogen und Elvis Salja das Leder über die Linie bugsiert hatte. Aber Schiedsrichter Jens Jeromin entschied zurecht auf abseits. Erst danach fanden die Gäste besser ins Spiel und hatten kurz vor dem Seitenwechsel zweimal Pech. Zuerst fing Zweckels Torwart Dennis Grüger einen Kopfball von Maciejak aus kurzer Distanz ab (41.), dann traf Yigit mit einem Schuss aus 17 Metern nur den Pfosten (45.). "Wir hatten zuerst keinen Zugriff. Erst in den letzten Minuten vor der Pause lief es besser", analysierte Gottwald später.

Auch in Hälfte zwei nicht zwingend genug

Doch die guten Momente vor dem Gang in die Kabine waren letztlich nur ein Strohfeuer. Auch im zweiten Durchgang agierten die Gäste nicht zwingend genug und kamen nur zu zwei guten Möglichkeiten. Bei der ersten war aber Zweckels Keeper hellwach, als er einen Schuss von Faysel Khmiri per Fußabwehr klärte (68)., bei der zweiten landete der Ball sogar im Netz. Einen Freistoß von Mesut Özkaya hatte Grüger nicht festgehalten und Emre Demir per Abstauber getroffen. Doch erneut hatte der Unparteiische den Torschützen im Abseits gesehen (72.). Da aber auch die Platzherren mit ihren wenigen Möglichkeiten viel zu fahrlässig oder unkonzentriert umgingen, mussten sich beide Teams nach 90 Minuten mit einem 0:0 zufrieden geben. "Es war uns klar, dass das ein unangenehmes Spiel wird", bilanzierte Gottwald und betonte: "Unterm Strich sind wir mit diesem Punkt zufrieden."

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