Hammer SpVg gegen Lippstadt unter Druck

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Im Hinspiel gewann die Hammer SpVg – hier mit Dursun Akdag – zum Saisonauftakt mit 2:1 beim SV Lippstadt 08 und hoffte damals auf eine erfolgreiche Spielzeit.

HAMM - Es ist ein in allen Bereichen überaus brisantes Spiel, wenn am Samstag (14.30 Uhr) die Hammer SpVg im Heimspiel der Fußball-Oberliga in der Evora Arena den SV Lippstadt erwartet. Denn nicht nur das Chaos um die Austragung der Partie sorgte in den vergangenen Tagen für viel Verwirrung, auch HSV-Trainer Goran Barjaktarevic steht in diesen Tagen mehr denn je unter Druck.

Zumindest die Lippstädter sind aber darum bemüht, möglichst sachlich zu bleiben und nicht mit allzu vielen Emotionen die Reise zum Auswärtsspiel nach Hamm anzutreten. „Ich kann nicht verhehlen, dass ich wegen dieser Geschichte einige Telefonate geführt habe, weil ich mich schon mal vorsorglich um einen Testspielgegner bemüht habe, wenn die Partie in Hamm tatsächlich ausgefallen wäre“, sagte Lippstadts Trainer Daniel Farke. „Aber ich habe jetzt wegen dieser Sache keine Wut und keinen Ärger in mir.“

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Auch das Training habe er ganz normal durchgeführt und sich durch das Hin und Her, ob die Partie aufgrund der angeblich anrückenden Hooligans aus Oldenburg ausfallen muss oder nicht, keineswegs beirren lassen. „Mir ist dieses Palaver auf die Nerven gegangen. Aber für die Vorbereitung auf dieses Spiel hat das alles keine Rolle gespielt, da ist bei uns alles ganz normal seinen Gang gegangen“, so Farke, dem vielmehr daran gelegen ist, mit einem Dreier die Rückreise aus Hamm anzutreten und mit einem Sieg eine bessere Rückserie einzuläuten. Denn in der Hinrunde waren die Lippstädter, die wieder von rund 200 Fans nach Hamm begleitet werden, deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Auch die Hammer SpVg und ihr Trainer haben bislang in keiner Weise die großen Hoffnungen erfüllt – weder in dieser Saison noch in der Spielzeit davor.

51 Meisterschaftspartien hat Barjaktarevic als Coach für die HSV absolviert, seitdem er im Sommer 2013 in der Evora Arena in Doppelfunktion als Trainer und Sportlicher Leiter eingestiegen ist. Er hat in diesen etwas mehr als eineinhalb Jahren in der Meisterschaft lediglich 14 mickerige Siege eingefahren und einen Punkteschnitt von schwachen 1,14 Zählern erreicht. Zum Vergleich: Interimstrainer Sven Heinze, dessen Vertrag anschließend nicht verlängert und der von Barjaktarevic beerbt wurde, hatte zuvor auch keine berauschende Bilanz vorzuweisen. Dennoch kam er vom 13. November 2012 bis zum Juni 2013 immerhin auf einen Schnitt von 1,29 Punkten. In dieser Spielzeit ist das Resultat von Barjaktarevic sogar noch schlechter geworden. 16 magere Punkte stehen nach 17 Begegnungen zu Buche, der Schnitt liegt bei gerade einmal 0,94 Zähler.

Hinzu kommt, dass die Hoffnungen auf Besserung nach der Winterpause am vergangenen Samstag schnell verpufft waren. Da hatten die Hammer nach einer erschreckend leblosen Vorstellung beim TuS Ennepetal mit 0:1 verloren und gezeigt, dass die Probleme der Mannschaft in der vierwöchigen Vorbereitung auf die Rückserie keineswegs aufgearbeitet worden waren. Umso dünner wird jetzt das Eis für den erfolg- und ratlosen Barjaktarevic, der auf die gesperrten Damir Kurtovic und Semih Yigit sowie auf Abwehrchef Jens Grembowietz (Fieber) verzichten muss.

Im Vordergrund sollte trotz der sportlich prekären Lage der HSV und ihres Trainers aber die Sicherheit der Akteure und vor allem Zuschauer stehen. Ob tatsächlich die Krawallmacher aus Oldenburg kommen, ist überaus fraglich. Die Polizei und der verstärkte Sicherheitsdienst sind jedenfalls auf alle Eventualitäten vorbereitet. - –pad–

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