HSV spielt 1:1 gegen Rot-Weiss Ahlen

HAMM - Nach 93 erfrischend unbesinnlichen Minuten war niemand so richtig glücklich: Sowohl die Hammer SpVg als auch Rot Weiss Ahlen hatten sich in ihrem letzten Spiel des Jahres einen Sieg erhofft. Stattdessen gab es nach einem vor allem für den Rasen der Evora Arena aufwühlenden Nachbarschaftsduell der Fußball-Oberliga ein leistungsgerechtes 1:1, das weder der HSV noch Ahlen sehr viel weiterhilft.

Beide Mannschaften hatten vor 470 Zuschauern, gut ein Drittel davon aus Ahlen, ausreichend Gelegenheit, den "Lucky Punch" zu setzen, doch vor dem gegnerischen Tor waren sie zu harmlos. Beide Tore waren Geschenke des Gegners. "Zu Weihnachten wünsche ich mir mehr Effizienz im Angriff", sagte HSV-Trainer Goran Barjaktarevic, dessen Elf in der Schlussphase dem 2:1 sehr viel näher gewesen war als die Gäste.

Mehr Bilder von der Partie

Fußball Oberliga: Hammer SpVg - Rot Weiss Ahlen 1:1

Sowohl Barjaktarevic als auch sein Ahlener Gegenüber Carlos Castilla hatten für das vierte Oberliga-Duell der beiden Teams innerhalb von nur sieben Monaten kleinere Überraschungen parat. Während bei der HSV Offensiv-Routinier Ferhat Cerci auf eine der beiden Sechserpositionen rückte, spielte Ahlens Sechser Faysel Khmiri wie zuletzt beim 4:1-Erfolg in Zweckel in der Sturmspitze. Cerci bekam auf ungewohntem Posten mehr zu tun, als ihm lieb sein konnte.

Die erste Halbzeit gehörte den Ahlenern, deren Spiel mehr Struktur und Biss hatte. Bereits in der 3. Minute traf der später verletzt ausgewechselte Innenverteidiger Maik Bollmann nach einem Eckball die Latte. Das erste Tor erzielte jedoch die HSV -- und zwar wie aus dem Nichts. Ahlens Nico Niemeier köpfte Daniel Schaffer den Ball direkt vor die Füße. Der zog volley aus 16 Metern ab und traf am verdutzten RW-Keeper Philipp Hinkerohe vorbei zum 1:0 ins Netz (18.). "Ein dummer Fehler", ärgerte sich Castilla.

Sein Team ließ sich von dem Rückstand jedoch nicht beirren. Khmiri hatte gleich zweimal die Chance (26., 30.), das Ergebnis zu korrigieren, scheiterte aber ebenso wie Maximilian Dahlhoff (40.). Auf der Gegenseite vergab HSV-Torjäger Jochen Höfler nach einem Konter über Schaffer (31.). Es blieb bis zur Pause daher bei der schmeichelhaften 1:0-Führung der Gastgeber. "Ich habe in der Kabine gesagt: Die werden nach der Pause zehn Minuten, eine Viertelstunde lang alles raushauen, um den Ausgleich zu schießen", sagte Barjaktarevic - und durfte sich bestätigt fühlen.

Die Ahlener drängten auf das 1:1, um nach durchwachsenen Wochen nicht noch weiter Boden auf die Aufstiegsplätze zu verlieren. Hilfe bekamen sie dabei von den Platzherren. Die gaben ihrem letztjährigen Teamkameraden Felix Backszat Geleitschutz bis in den Strafraum, wo Pascal Harder ihn unsanft stoppte. "Der Elfmeter geht in Ordnung. Ich habe ihn berührt. Felix ist ein abgewichster Hund und nutzt das aus", sagte Harder. Khmiri ließ sich die Chance nicht entgehen und versenkte den Elfmeter sicher zum 1:1 (53.).

Der Ausgleich beendete Ahlens Vorherrschaft auf dem ramponierten Rasen schlagartig. "Nach dem Tor haben wir aufgehört, Fußball zu spielen", war Castilla nach Schlusspfiff sauer. Die Hammer übernahmen mehr und mehr die Kontrolle, auch wenn nur selten so etwas wie Kombinationsspiel aufblitzte. So wie etwa in der 59. Minute, als Höfler nach Pass von Cerci den Ball über Hinkerohe zu lupfen versuchte.

Kurz zuvor war der diesmal blasse Emre Demir nach einem Fehler von Niemeier auf das Tor zugelaufen und am Ahlener Keeper gescheitert (55.). Die Gäste kamen nur noch selten, dann aber gefährlich vor das HSV-Tor. In der 71. Minute hatte Hamm Glück, dass Schiedsrichter Bastian Börner nach einem Zweikampf zwischen Luc Ndjock und Khmiri auf Foul des Ahlener Stürmers entschied statt auf Notbremse und Elfmeter. Kurz darauf vergab der eingewechselte Vadim Baumbach zweimal in bester Schussposition (71., 74.).

Doch auch die Ahlenern durften sich nicht beschweren. Sie standen in der Schlussphase unter Dauerdruck des HSV, der die Bälle immer wieder gefährlich in den Strafraum brachte. Höfler (79.) und Michael Oscislawski (90.+3) verfehlten das Tor nach Vorlagen der eingewechselten Ersin Kusakci und Nils Hönicke nur um Zentimeter. Es blieb beim 1:1. "Ein Abschluss mit drei Punkten wäre mir lieber gewesen", sagte Barjaktarevic nach unterhaltsamen 93 Minuten. Castilla nickte. - sst

Rubriklistenbild: © Archiv

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare