Fußball

Fall Damir Kurtovic: Verband will der Hammer SpVg drei Punkte abziehen

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Damir Kurtovic

[Update 20.39 Uhr] Die Entscheidung ist gefallen. Aber ob sie auch die endgültige bleiben wird, ist noch offen. Fakt ist, dass Georg Schierholz, Vorsitzender Verbandsspruchkammer Westfalen, die Hammer SpVg darüber informiert hat, dass sie drei Punkte abgezogen bekommt.

In einer E-Mail hatte Georg Schierholz der Hammer SpVg geschrieben, dass der Fußball-Oberligist wegen des Einsatzes des nicht spielberechtigten Akteurs Damir Kurtovic die drei Punkte aus der mit 3:0 gewonnenen Partie der Fußball-Oberliga gegen den SV Schermbeck abgezogen bekommt. 

Das bestätigte am Dienstagabend Dirk Blumenkemper, Fußball-Abteilungsleiter und Vize-Präsident der HSV, auf Anfrage der WA-Sportredaktion. Die Wertung der Partie gegen den FC Rheine (0:0) würde jedoch bestehen bleiben. 

"So steht dies in der Rechts- und Verfahrensordnung des Verbandes. Man wird vorher informiert. Und dann haben alle Parteien nochmals die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Das soll bis Donnerstag erfolgen", stellte Blumenkemper klar und fügte hinzu: "Aber noch ist das kein Urteil, sondern nur eine Ankündigung, wie Herr Schierholz gedenkt, zu entscheiden."

VSK-Vorsitzender nicht zu erreichen

Schierholz, der auch am Dienstag wie schon am Montag telefonisch nicht zu erreichen war, will das das Urteil am Freitag offiziell machen.

Kurtovic war - wie berichtet - Ende August nach zwei Einsätzen für den A-Ligisten Eintracht Werne zum Hammer Oberliga-Konkurrenten nach Herne gewechselt. Im Januar folgte nach drei Jahren Abstinenz der Schritt zurück in den Hammer Osten – er hat also für drei Vereine innerhalb einer Saison Pflichtspiele bestritten. Das ist laut Regelwerk nur für zwei Klubs erlaubt. 

Dennoch hatte er die Spielberechtigung für die HSV erhalten und war von Coach René Lewejohann eingesetzt worden. Allerdings holten die Hammer mit Kurtovic nur in den Begegnungen gegen Rheine und Schermbeck Punkte, alle anderen Partien gingen verloren. 

Angelegenheit liegt beim Rechtsanwalt

Während für die Begegnung gegen den FC Eintracht aus Rheine die Zehn-Tages-Frist für einen Einspruch abgelaufen war und daher die Wertung dieser Partie nicht angetastet wird, hatten unter anderem der ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfende SC Westfalia Herne und Schermbeck Einspruch gegen den 3:0-Sieg der HS eingelegt – und diesem Protest wird nun wohl laut Schierholz stattgegeben.

Die Hammer SpVg wollte sich am Dienstag zu Details des weiteren Vorgehens und auch zur Einschätzung des Sachverhaltes nicht weiter äußern. "Wir haben die Angelegenheit unserem Rechtsanwalt gegeben. Der wird sich das anschauen. Anschließend werden wir dann zu diesem Einzelrichterverfahren Stellung beziehen", sagte Blumenkemper. "Vorher werden wir uns dazu nicht äußern."

Bitterer Rückschlag im Abstiegskampf

Weitaus offensiver gingen derweil die Verantwortlichen des SV Schermbeck mit der Schierholz-Ankündigung um. "Ich kann es bestätigen. Wir bekommen die Punkte", sagte Cem Kara, der Sportliche Leiter des SVS, gegenüber den Ruhr Nachrichten.

Für die Hammer wäre dieser Abzug von drei Zählern im Kampf gegen den Abstieg zwei Spieltage vor Saisonende ein bitterer Rückschlag. Damit würde das Team von Trainer Lewejohann wieder auf den vorletzten Rang und damit mit 33 Punkten auf einen Abstiegsplatz zurückfallen. Hinzu kommt, dass alle Konkurrenten außer Rheine und Gievenbeck noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben.

"Mir ging es schon mal besser", sagte Blumenkemper angesichts der prekären Situation, hat aber die Hoffnung noch lange nicht aufgegeben.

"Sportlich kann es so weitergehen" 

Zum einen hat sich die HSV in sportlicher Hinsicht zuletzt überaus stark präsentiert, hatte sich nicht nur gegen Schermbeck mit 3:0 durchgesetzt, sondern hatte am vergangenen Sonntag auch in Siegen eine starke Partie abgeliefert, tolle Moral bewiesen und einen 1:2-Rückstand in der Nachspielzeit noch in einen 3:2-Sieg umgemünzt. "Das ist bewundernswert, wie die Truppe damit umgeht. Sportlich kann es von uns aus so weitergehen", meinte Blumenkemper.

Zum anderen wird die Hammer SpVg das sich anbahnende Urteil auch nicht akzeptieren, sondern dagegen Einspruch einlegen und die nächst höhere Instanz aufrufen. Denn der Verein aus dem Hammer Osten sieht sich im Recht. Denn er hat vom Verband die Spielerlaubnis erhalten und sieht daher nicht ein, einen Fehler begangen zu haben. Daher wird laut HSV-Aussagen das Einzelrichterverfahren von Georg Schierholz nicht die letzte Rechtsebene gewesen sein, sondern die Sache wird dann vor der Verbandsspruchkammer erneut aufgerollt.

Tabellenende im Falle des Punktabzugs:

11. Holzwickeder SC

39

12. Westfalia Herne

39

13. FC Gütersloh

38

14. TuS Erndtebrück

37

15. FC Brünninghausen

36

16. Eintracht Rheine

34

17. Hammer SpVg

33

18. 1. FC Gievenbeck

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