Hammer SpVg bezwingt Sprockhövel mit 2:1

HAMM - Goran Barjaktarevic hatte während der Partie der Hammer SpVg gegen die TSG Sprockhövel großen Redebedarf. Gleich mehrfach beorderte er Akteure seines Teams an den Spielfeldrand, um taktische Anweisungen zu geben.

Als der 2:1 (0:0)-Erfolg des Hammer Oberligisten unter Dach und Fach war, ging er schließlich selbst auf den Platz, um erleichtert jedem Einzelnen seine Gratulation auszusprechen. „Das war nicht das Beste, was meine Spieler bringen können“, sagte der HSV-Coach. „Aber nach so einer schlechten Leistung wie zuletzt beim 0:3 in Erndtebrück muss man erst einmal zurückkommen.“

Weniger gut war Gästecoach Lothar Huber nach der Partie gelaunt. Denn der Ex-Profi hatte eine gute Leistung seiner Mannschaft gesehen, die jedoch aus seiner Sicht am Ende nicht den Lohn für ihre couragierte Vorstellung geerntet hatte. „Ich denke, über die gesamten 90 Minuten war mehr für uns drin“, sagte Huber. „In den ersten Minuten nach der Pause haben wir geschlafen, der Elfmeter war völlig unnötig. Danach haben wir ein bisschen die Ordnung verloren, und da kriegen wir leider auch das 2:0, wo wir in der Mitte nicht aufgepasst haben. Ansonsten haben wir das Spiel klar beherrscht.“

Zumindest, was die Anfangsphase betrifft, lag Huber nicht ganz falsch. Sprockhövel erwischte den besseren Start, wartete mit einer gut sortierten Grundordnung auf und nutzte vor allem die Unsicherheiten in der Hammer Hintermannschaft. So ergab sich bereits nach neun Minuten die erste gute Möglichkeit für Emre Yesilova, doch HSV-Keeper Christoph Hunnewinkel zeigte sich zum ersten Mal auf dem Posten, als er den Ball zur Ecke abwehrte. Nur drei Minuten später trudelte das Spielgerät vor dem Hammer Gehäuse gleich an zwei Gästespielern (Hasan Ülker und Sebastian Greitemann) vorbei – wieder Glück für Hamm. Als dann Ülker frei vor Hunnewinkel auftauchte, der sich ganz breit machte und erneut klärte (15.), wäre die Führung für die TSG endgültig verdient gewesen.

Auf der anderen Seite bedurfte es eines krassen Patzers von Raoul Meister, um die Hammer ins Spiel zu bringen. Der Kapitän vertändelte den Ball gegen Luc Ndjock, der quer zu Jochen Höfler schob. Doch der HSV-Torjäger fand trotz platziertem Schuss seinen Meister in Gästetorhüter Patrick Knieps (22.). Ein Kopfball von Meister (28.) sowie Ülker, der frei vor Hunnewinkel scheiterte (43.), auf der einen und eine zweite 100-prozentige Höfler-Möglichkeit nach einem Konter auf der anderen Seite (32.) hätten vor der Pause zu Toren führen können, doch waren es die Keeper, die bis dahin die Akzente setzten.

Was sich nach der Pause nicht ändern sollte – dieses Mal allerdings unfreiwillig. Denn als Höfler nach einem schönen Jungk-Heber in den Strafraum entschlossen mit dem Kopf zum Ball ging, agierte Knieps zu ungestüm gegen den HSVer – der Elfmeterpfiff war folgerichtig, was auch Huber bestätigte, der sich entsprechend über seinen Keeper ärgerte. „Da nützt es mir nichts, wenn er sonst gut gehalten hat. Wenn er Torwart ruft, dann muss er den Ball haben und nicht einen Elfmeter provozieren.“ Höfler trat zum Strafstoß selbst an, verwandelte sicher – und drehte in der Folge noch einmal richtig auf. In der 56. Minute war er nach einer Schaffer-Ecke, die Michael Kaminski verlängerte, per Kopf zum 2:0 zur Stelle (56.). „Das ist das Gesetz der großen Zahlen“, kommentierte Barjaktarevic den Doppelpack seines Torjägers. „Je öfter man es versucht, umso erfolgreicher wird man. Das ist wie beim Lotto. Aber der hat zwei Tore gemacht und damit seine Job erledigt – alles okay.“

Dass die Partie nicht gelaufen war, lag am Höfler-Pendant auf Sprockhöveler Seite. Denn Xhino Kadiu – mit nun zehn Toren für die Hälfte der TSG-Treffer verantwortlich – verwandelte einen Freistoß sehenswert zum 2:1 (65.). Jubeln mochte er aber nicht – vielleicht, weil er bereits geahnt hatte, dass sein letzter Versuch in der Nachspielzeit nicht mit dem Ausgleich gekrönt sein würde. - güna

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