Springreiterin Zoe Osterhoff startet bei Hallen-DM

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Zoe Osterhoff

HAMM - Ein Sprichwort besagt: „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, und wer der jungen Zoe Osterhoff zuhört, der versteht das auch: „Beim Reiten bin ich mit dem Pferd im Einklang. Das ist ein wunderbares Gefühl“, sagt sie. Die 15-jährige vom Reiterverein Rhynern hat sich zum ersten Mal für die Hallen-DM der Junioren qualifiziert.

Am kommenden Wochenende geht es für die Hammerin in der Aachener Soers um einen der begehrten Plätze auf dem Podest.

Aber von vorne: Zunächst interessierte sich Osterhoff nicht fürs Reiten, „ich spielte viel lieber Tennis und lernte Klavier“, erinnert sie sich. Mit sieben Jahren verbrachte sie dann ihre Schulferien auf einem Ponyhof und dort hat sie sich mit dem „Reitvirus“ infiziert – unheilbar. Zurück in Hamm schloss sie sich dem Märkischen Reiterverein an. Vor rund zwei Jahren wechselte sie schließlich zum privaten Zucht- und Ausbildungsstall von Gretel Schulze-Buxloh nach Rhynern und tritt seitdem auf Turnieren für den Reiterverein Rhynern an.

Ihre achtjährige Stute Quasi Fomia Z besitzt Osterhoff seit gut drei Jahren. Sie stammt aus dem Profi-Stall des niederrheinischen Züchters und Landestrainers Holger Hetzel. „In diesen drei Jahren habe ich mit dem Pferd unglaubliche Fortschritte gemacht“, erzählt die Teenagerin. Für die Anschaffung eines Pferdes dieser Klasse muss der Käufer einen Betrag im fünfstelligen Bereich einrechnen. Dies liegt nicht zuletzt am hohen Aufwand, den ein Züchter in den ersten fünf bis sechs Jahren für die Ausbildung eines Spitzenpferdes betreibt. Und auch die Unterhaltungskosten sind enorm. Rund 400 Euro kostet ein Pferd monatlich – zusammen mit Box, Hufschmied, Tierarzt und Nahrung. So kommen gut und gerne 5 000 Euro im Jahr zusammen. „Um überhaupt konkurrenzfähig zu sein, ist es wichtig, ein gutes Pferd zu besitzen. Aber auch ein super Ross ist nichts ohne seinen Reiter“, erklärt Osterhoff.

Wegen ihres zeitintensiven Sports hat die Lüders-Schülerin kaum noch Freizeit: „Ich bin jeden Tag am Reitstall und trainiere gut eine Stunde mit Quasi Fomia, zwei weitere Stunden mit den anderen Pferden.“ Das stört sie aber nicht weiter, denn: „Meine besten Freunde reiten alle. Unsere freie Zeit verbringen wir also gemeinsam.“ Für diesen Leistungssport muss man laut Osterhoff mit Leib und Seele dabei sein und sich voll auf das Tier einlassen. „Quasi Fomia und ich verstehen uns blind, wenn sie sich wohlfühlt, dann geht es mir auch gut und umgekehrt“, schildert das Reit-Talent.

Wenn ein Turnier ansteht, geht das gesamte Wochenende drauf. Für die deutschen Hallenmeisterschaften in der Aachener Soers, die am Freitag beginnen, sieht der Ablauf wie folgt aus: „Mein Vater und ich reisen dann schon am Donnerstagabend mit dem Wohnmobil und Hänger nach Aachen, damit es für das Pferd auch nicht zu stressig wird. Am Freitag findet zunächst eine Einlaufprüfung statt, eine Art „Warm-Up“ für Reiter und Pferd. Am späten Nachmittag folgt dann die Qualifikation im Teamspringen. Am Samstag steht die zweite Qualifikationsrunde für das Finale am Sonntag an. Am späten Sonntagabend geht es dann wieder zurück nach Hamm.“

Die junge Springreiterin geht selbstbewusst in ihre erste Indoor-DM: „Ich möchte sehr gut abschneiden und die Läufe fehlerfrei abschließen. Eine Medaille ist schon das Ziel.“ Aber dafür müsse „alles passen“, so Osterhoff. Die deutsche Hallenmeisterschaft ist gleichzeitig das erste Sichtungsturnier für die Europameisterschaft im nächsten Jahr. Wer gewinnt, steht im Bundeskader. Und dort möchte sie teilnehmen.

Auch für ihre Zukunft hat die Juniorin hohe Ziele: „Ich möchte Profi werden und irgendwann einmal an den Olympischen Spielen teilnehmen. Das wäre schon toll.“ Um dieses Ziel zu erreichen, geht sie schon jetzt sehr professionell und fokussiert zur Sache. „Als Ausgleich und zur Stärkung der Rückenmuskulatur mache ich Yoga, gehe Laufen oder ins Fitnessstudio. Auch wenn du ‘nur’ auf dem Rücken eines Pferdes sitzt, du brauchst einfach Kondition“, so Osterhoff. - gru

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