Corona-Schutzverordnung

Hammer Sportvereine atmen auf: Ab sofort mehr Zuschauer erlaubt

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Abstand bleibt, aber in den Stadien und Sporthallen der Stadt darf es künftig wieder deutlich voller werden. Foto: mroß

Allgemeines Aufatmen bei den Hammer Sportvereinen: Wie die Offiziellen der Klubs im Vorfeld gehofft hatten, enthielten die am Dienstag veröffentlichten neuen Richtlinien der Corona-Schutzverordnung die erhofften Lockerungen in Sachen Limitierung von Zuschauerzahlen.

Hamm – Durften in Nordrhein-Westfalen bisher maximal 300 Fans in die Hallen und auf die Sportplätze kommen, so dürfen künftig deutlich mehr Besucher zugelassen werden. Mindestens 1 000 Fans können künftig die Begegnungen ihrer Mannschaften verfolgen – vorausgesetzt die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen können eingehalten werden. Bei Wettkämpfen auf Bundesebene dürfen künftig 20 Prozent der offiziellen Hallen-/Stadion-Kapazität eingelassen werden, auf Landesebene ist es sogar ein Drittel der jeweiligen Stadion/Hallenkapazität. Die Regelung gilt zunächst für sechs Wochen auf Probe.

Handball

Nicht ganz 1 000 Zuschauer dürfen die Handballer des ASV Hamm-Westfalen nach den neuen Bestimmungen in die Westpress Arena lassen – vorausgesetzt, das Hammer Gesundheitsamt stimmt dem Hygienekonzept des Zweitligisten zu. „Nach unserem Hygienekonzept können wir knapp 1 000 Zuschauer in die Halle lassen“, sagt ASV-Geschäftsführer Franz Dressel. „Das ist eine Zahl, mit der wir leben können.“ Die Gesamtkapazität der Halle beträgt 2 700 Zuschauer. Bei der Einhaltung der vorgegebenen Abstandsregel in der Halle verringert sich diese aber. Zuschauer dürfen in Zehnerblöcken in der Halle sitzen, links und rechts von den jeweiligen Gruppen muss aber ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Die Sitzreihen oberhalb und unterhalb dieser Gruppen müssen zusätzlich frei bleiben. Das letzte Wort hat das Gesundheitsamt. „Aber dort hat man unserem Konzept bereits attestiert, dass es sehr gut ist“, sieht Dressel den ASV auf der sicheren Seite. „Daher gehen wir davon aus, dass dort jetzt nach den neuen Richtlinien entschieden wird.“ Bereits morgen sollen die Unterlagen noch einmal vorgelegt werden. Für die Steinhalle, in der die Drittligamannschaft des ASV ihre Meisterschaftsspiele bestreitet, wird die Maximalzahl an zugelassenen Fans mit rund 200 deutlich niedriger liegen.

Fußball

Da die Fußball-Oberliga, in der mit der Hammer SpVg und Westfalia Rhynern zwei Hammer Vereine spielen, ihren Wettbewerb auf Landesebene austrägt, gilt hier die Ein-Drittel-Regel. Konkret heißt das für die HSV, dass bei einer offiziellen Kapazität der 24nexx Arena von 4999 Zuschauern rund 1 600 Fans eingelassen werden dürfen. „Das ist eine gute Nachricht für uns“, freut sich Fußball-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper. „Vor allem mit Blick auf das Derby gegen Rhynern am 1. Oktober. Das ist nun einmal das einzige Spiel in der Liga, mit dem sich für uns Geld verdienen lässt. Wie viele Fans wir dann letztlich guten Gewissens verantworten können, gilt es noch zu besprechen.“ Vorteil HSV: Der Verein kann in der Arena mit zwei verschiedenen Blöcken arbeiten, die voneinander getrennt sind. So kann gewährleistet werden, dass das Zuschaueraufkommen auch bei Toilettennutzung, Getränke- und Speisenständen entzerrt wird. „Wir werden versuchen, alles vom Eingang bis zum Spielschluss zu entzerren, damit der Besuch für alle erträglich wird“, so Blumenkemper. Onlinekarten hat die HSV bisher übrigens noch nicht verkauft. „Das geht bei uns alles händisch über die Geschäftsstelle“, so der Fußball-Abteilungsleiter. „Vorverkauf und Tageskasse wird es weiter bei der HSV geben.“

Andreas Kersting, Sportlicher Leiter von Westfalia Rhynern, nahm die Nachricht relativ gelassen auf. „Der Aufwand, den wir haben, ist der gleiche, egal, ob 300 oder 450 Zuschauer zu unseren Spielen kommen“, versichert er. „Derzeit hat der Amateurfußball vielleicht einen Run bei den Zuschauerzahlen, aber das wird sich relativieren, wenn die Profis auch wieder Fans einlassen dürfen. Und bis wir das Derby-Rückspiel haben, ist es ja noch lange hin.“ Für Auswärtsfans gelte in der Oberliga die Regelung, dass der jeweilige Gastverein zwei Listen bekomme, auf denen er zum einen die Namen von Spielern und Stuff und zum anderen die der maximal erlaubten 50 Fans aufliste. „Die haben dann bis 14.15 Uhr die Chance, ihre Karten abzuholen“, so Kersting.

Die neuen Corona-Lockerungen gelten natürlich auch für alle anderen Vereine, die ein entsprechendes Hygienekonzept vorlegen können.

Eishockey

Bis zu 1 800 Fans können im Normalfall die Heimspiele der Hammer Eisbären verfolgen. In Pandemie-Zeiten sind auch für den Oberligisten künftig bis zu 1 000 Zuschauer möglich – vorausgesetzt, die Abstandsregeln können eingehalten werden. Auch die Eisbären denken laut Jan Koch genau wie der ASV über die Einrichtung von Zehner-Blöcken nach. „Da werden wir uns die neue Verordnung der Landesregierung aber noch genau anschauen müssen“, sagt der Geschäftsführer. Realistisch hält er bis 500 bis 600 Zuschauer. „Das ist die Zielsetzung, die wir gerne erreichen würden. So könnten Dauerkarteninhaber und Sponsoren in die Halle kommen und wir könnten auch noch die Abendkasse öffnen.“ Denn: „Auch wir leben von den Zuschauereinnahmen. Wenn wir 500 Fans in die Halle lassen dürfen, können wir die Saison überleben.“ Die Oberliga-Spielzeit soll am 16. Oktober beginnen. Positiv für den Eishockey-Sport: Ab sofort dürfen auch wieder mehr als 30 Personen gemeinsam Sport treiben – die Eishockey-Teams können also in gewohnter Stärke antreten.

Rollhockey

Nicht wirklich weiter bringt die neue Regelung die Rollhockey-Spieler des SK Germania Herringen. Bei einer Gesamtkapazität von 500 Plätzen in der Glückauf-Halle werden auch nach der Lockerung nicht mehr als 80 Fans in die Halle dürfen, rechnet Michael Brandt vor. „Durch die Vorgabe, den Mindestabstand einzuhalten, haben wir einfach keine Chance, mehr Leute reinzubekommen. Dafür bietet die Halle nicht genug Platz, um ein entsprechendes Hygienekonzept aufzustellen“, sagt der SKG-Vorsitzende. Um vielleicht doch noch ein paar mehr Zuschauern Einlass gewähren zu können, hoffen die Herringer, noch ein paar Stehplätze einrichten zu dürfen. „Und für die internationalen Spiele versuchen wir, noch Sponsoren zu bekommen“, so Brandt.

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