Boxen

Der Hammer Sport trauert um Karl-Heinz Johannpeter

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Karl-Heinz Johannpeter starb mit 85 Jahren.

K.o. gegangen ist Karl-Heinz Johannpeter während seiner langen und erfolgreichen Boxkarriere nie – jetzt hat der berühmte Spross der größten Hammer Box-Familie seinen letzten Kampf verloren.

Hamm - Im Alter von 85 Jahren starb Johannpeter, der seit 2017 im Pelkumer Jakobushaus lebte. „Er ist ganz ruhig eingeschlafen“, sagte seine Tochter Ursula Geisler am Donnerstag.

Karl-Heinz Johannpeter wuchs als zweitältester Sohn in einer Großfamilie auf. Zehn Brüder, drei Schwestern – Durchsetzungsvermögen war von Beginn an wichtig. 1947 meldeten sich die ersten drei Söhne in einem Hammer Boxverein an, die anderen folgten ausnahmslos. „Man sagte uns, dass man dort etwas zu essen bekäme, und das war für uns auch ein Grund, dorthin zu gehen“, sagte Karl-Heinz Johannpeter einmal in einem Interview. Er sollte seinem Sport als Amateurboxer und später im Beruf als Trainer eng verbunden bleiben, bis er mit 79 Jahren sein Berufsleben als NRW-Verbandstrainer beendete.

In seiner aktiven Karriere gelang es dem Hammer, der von Jupp Eickhoff, einem der erfolgreichsten Box-Trainer nach dem Krieg, gecoacht wurde, neben vielen weiteren Erfolgen auf westfälischer, deutscher und internationaler Ebene dreimal deutscher Amateur-Meister seiner Gewichtsklasse (bis 67 Kg) zu werden.

Mit sechs Brüdern im Nationalteam

Er war Mitglied der Nationalmannschaft – einmal sogar gleichzeitig mit sechs Brüdern. 1957 standen vier Johannpeter-Brüder in verschiedenen Gewichtsklassen im DM-Finale – Karl-Heinz war der einzige, der in diesem Jahr den Titel errang. Bruder Horst schaffte es später aber auch noch zweimal.

Nach der aktiven Zeit verdingte sich Johannpeter zunächst als Grundschullehrer im Fach Sport, auch Tochter Ursula hat er unterrichtet. Dann, Ende der 1960er-Jahre, absolvierte er ein Fernstudium, machte eine Trainerausbildung und wechselte schließlich ganz in den Beruf des Boxcoaches. Tätig war er in seiner langen Trainerzeit für den Deutschen Amateur-Boxverband, als National- sowie Verbands- und Landestrainer. Nebenher fungierte er als Dozent an der Sporthochschule in Köln.

Entwicklungshilfer in Syrien

Als Trainer zog es den Hammer 1983 für sechs Wochen als Entwicklungshilfer in die syrische Hauptstadt Damaskus, um dort selbst Trainer auszubilden, später war er zweimal aus dem selben Grund auch noch auf den Seychellen.

Selbst nach dem offiziellen Ende seiner beruflichen Karriere blieb Johannpeter dem Boxsport erhalten – als Koordinator der A-Trainerlizenz im deutschen Boxsportverband und Begleiter einiger seiner Schützlinge.

Da das Coronavirus auch vor dem Tod nicht Halt macht, wird der dreimalige Vater, fünffache Groß- und vierfache Urgroßvater in aller Stille und im engsten Familienkreis beerdigt.

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