Hammer Milenko Gilic trainiert Verler Torhüter

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Milenko Gilic (Zweiter von links) und seine Verler Schützlinge.

HAMM -  Torhüter und Linksaußen sind eine ganz besondere Spezies. So hieß es früher. Doch gilt diese alte Fußball-Weisheit immer noch? Linksaußen sind so gut wie abgeschafft. „Und ein Torwart sollte sich prinzipiell als Teamspieler sehen. Als Einzelkämpfer wird er wenig erreichen können“, sagt der Hammer Milenko Gilic, der beim Regionalligisten SC Verl nebenberuflich für die Ausbildung der Keeper zuständig ist und nichts davon wissen will, dass Torhüter eine Macke haben sollen.

Gilic weiß, wovon er spricht. Zuerst stand er während seiner aktiven Laufbahn zwischen den Pfosten, unter anderem zehn Jahre im Jugendbereich und später noch einmal fünf Jahre bei den Senioren der Hammer SpVg. Daher bezeichnet er diesen Klub auch „als meinen Heimatverein.“ Anschließend sattelte der mittlerweile 42-Jährige, der als Betriebswirt in einem Maschinenbauunternehmen arbeitet, zum Torwarttrainer um.

In der Saison 2008/09 absolvierte er beim Niederländischen Fußballverband KNVB seine Torwart-Trainer-Ausbildung. „Das gab es damals in Deutschland noch nicht“, erklärt Gilic, der dann noch zahlreiche Fortbildungen, Workshops und Hospitationen (unter anderem bei 1899 Hoffenheim oder beim VfB Stuttgart) folgen ließ. Denn er wollte bei seinem Torwarttraining nicht nur das weiter geben, was er selbst als aktiver Keeper gelernt hatte, sondern wollte die Sache topausgebildet angehen. So war er von 2007 bis 2009 im Profibereich bei RW Ahlen tätig, schaffte damals als Mitglied des Trainerstabs den Aufstieg in die 2. Bundesliga (Gilic: „Mein größter sportlicher Erfolg.“).

Im Sommer 2009 wechselte er in den Nachwuchsbereich von Arminia Bielefeld, ehe es ihn 2011 zum SC Verl zog. Beim Regionalligisten hat er einen vertrag bis 2016. „Die Verantwortlichen von der Poststraße haben sich damals intensiv um mich bemüht und mich in guten Gesprächen von der Aufgabe überzeugt. Und unsere sportlich positive Entwicklung hat meine Entscheidung bestätigt“, sagt Gilic angesichts der Tatsache, dass der SC Verl auf Rang sechs der Regionalliga steht – und das mit einer Mannschaft, die im Vergleich zu den meisten anderen Vereinen der Liga nicht unter Profibedingungen trainiert.

Gilic ist bei den Ostwestfalen für die Ausbildung der Regionalliga-Torhüter verantwortlich und versucht, die Keeper auf die Anforderungen vorzubereiten, die der moderne Fußball heutzutage mitbringt. „Wir wollen Torhüter haben, die offensiv agieren, die mitdenken und die das Spiel lesen können“, erklärt er. „Daher ist es meine Aufgabe, mit den Jungs spielsituationsnah zu trainieren und in den Trainingsformen mit höchstmöglicher Dynamik den Ernstfall zu simulieren. Denn was die Torhüter alleine Fußballerisch heute können müssen, ist meilenweit von dem entfernt, was früher angesagt war.“

Seine Arbeit erfolgt dabei in Absprache mit Chefcoach Andreas Golombek, der an der Poststraße das Sagen hat, aber vor allem in Sachen Keeper immer wieder auf die Meinung und das Fachwissen von Milenko Gilic setzt. „Auch die Entscheidung, welcher der drei Torhüter spielt, treffen wir im Trainerteam“, sagt der Hammer, gesteht aber ein, dass dies manchmal eine durchaus schwierige Angelegenheit ist: „Alle haben ein hohes Leistungsniveau, da geben oft nur kleine Details den Ausschlag.“

Er kümmert sich aber nicht nur intensiv um seine drei Schützlinge, sondern verfolgt auch aufmerksam die Hammer Fußballszene. „Wenn es die Zeit erlaubt, schaue ich mir gerne ein Oberligaspiel an“, sagt er – und kann sich durchaus vorstellen, in seiner Heimatstadt als Torwartrainer zu arbeiten: „Generell würde ich das nie ausschließen.“ - –pad–

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