Basketball

Start in die große Basketball-Welt

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Marko Rosic (Mitte) hat nur ein großes Ziel. Der gebürtige Hammer will Basketball-Profi werden.

Er ist erst 15 Jahre alt, aber schon heiß umworben. Das in Hamm geborene Basketball-Talent Marko Rosic hat sich jetzt dazu entschieden, seinen Weg im Leistungszentrum in Ulm fortzusetzen.

Hamm - Marko Rosic ist gerade einmal 15 Jahre alt, wurde aber von den großen Basketball-Zentren des Landes bereits heiß umworben. Nun hat sich der gebürtige Hammer für einen Klub entschieden – sehr zur Freude von Mutter Sanja und Vater Ivan, der Trainer beim Erst-Regionalligisten TuS 59 HammStars ist. Denn nicht die Metropol-Vereine Berlin oder Frankfurt haben bei dem talentierten Spielmacher das Rennen gemacht, sondern das – im Vergleich dazu – mit gut 130 000 Einwohnern eher provinzielle Ulm. 

„Ich freue mich schon. Ich war bereits eine Woche da und wäre gerne schon länger geblieben. Aber im Moment noch bei der Familie zu sein ist auch ganz gut“, sagt Marko Rosic, der Ende August in die Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt ziehen wird. „Es war nicht einfach für uns als Eltern, ihn gehen zu lassen. Wir wissen nun aber, dass er Anbindung an eine Familie hat und es sehr familiär zugeht. Ich bin froh, dass sie dort ein Auge auf den Jungen werfen werden“, sagt Vater Ivan, und: „Ulm war von Anfang an ganz weit oben. Schön, dass Marko sich so entschieden hat.“ 

Erste Gespräche schon 2018

Die Verpflichtung des U15-Nationalspielers hatte für die Ulmer zwei Jahre Vorlauf. „Interesse besteht bereits seit Dezember 2018. Da ist Marko ihnen bei einem Testspiel erstmals aufgefallen“, sagt Ivan Rosic, und: „Letzten Sommer waren wir jedoch noch nicht bereit, diesen Schritt zu machen.“ Da konnten die anderen Bewerber wie Ludwigsburg aber noch so buhlen und ihn zu internationalen Turnieren einladen – am Ende blieb Marko Rosic, der sich in Münster zum Teamleader entwickelte, bei seiner ersten Wahl und gab Chris Ensminger, in Ulm Koordinator für den Nachwuchs-Leistungssport, die Zusage. Letztlich hat der Bundesliga-Klub Ratiopharm Ulm mit dem Nachwuchsprogramm BBU’01, dem mehr als 30 Mannschaften angehören, und mit seinem neuen, für mehrere Millionen Euro errichteten Campus überzeugt. 

Mit dem Schritt nach Ulm beginnt für Marko Rosic quasi ein neues Leben – weg von den Eltern und seiner jüngeren Schwester Nina und auch raus aus seinem gewohnten Umfeld. Einen richtigen Abschied vom Gymnasium St. Christophorus, das er in Werne besucht hat, gab es nicht; wegen Corona verlief der Abgang ziemlich geräuschlos. Ab dem 12. September – erst da enden in Baden-Württemberg die Sommerferien – wird er an der Donau ein Partnergymnasium besuchen und in einer 12er Wohngemeinschaft leben. „Wir haben alle unser eigenes Zimmer, aber sonst Gemeinschaftsräume. Wir müssen auch selbstständig kochen und unsere Wäsche waschen“, erzählt Marko. Begleitet werden die Jungs rund um die Uhr von zwei Sozialarbeitern. Neben diesen Beiden sind zwei Lehrer des Gymnasiums sowie eine Officekraft im Verein ständige Ansprechpartner für die jungen Spieler. „Wir hatten ein Gespräch mit dem Schulleiter. Wenn etwas nicht klappt, dann wird Hilfe organisiert – auch Nachhilfe“, sagt Ivan Rosic, und: „Für uns war das sehr wichtig zu wissen, dass darauf geachtet wird. Das ist sehr professionell aufgestellt.“ Die Schule stehe immer im Vordergrund.

Keine Zeit für Heimweh

 Viel Zeit, Heimweh zu entwickeln, wird Marko Rosic nicht haben. Bis auf Montag steht neben der Schule täglich auch Basketballtraining auf dem Programm. Lehrgänge mit Auswahlteams füllen den Terminkalender ebenfalls, zudem spielt der 15-Jährige in zwei Bundesligateams: In der Altersklasses U16 (JBBL) unter Trainer Marin Petric für die erste, in der Klasse der U19 (NBBL) für die zweite Mannschaft, die aus dem Jungjahrgang gebildet wird. Los geht es in der Liga am 11. Oktober zunächst im Süden auch gegen Bayern München oder Ludwigsburg, das Finale der vier Besten der Republik soll am 15. und 16. Mai ausgetragen werden – möglichst mit den Ulmer Jungs. Wer so viel in seinen Sport investiert, hat natürlich nur ein berufliches Ziel: „Ich möchte Profi in der Bundesliga werden oder vielleicht darüber hinaus, und irgendwann für einen Verein in der Euroleague auflaufen“, sagt Marko Rosic.

 Im eher beschaulichen Ulm mit den dennoch hoch professionellen Strukturen im Verein kann er sich in Ruhe in diese Richtung entwickeln. „Die Stadt ist schon schön. Ich war bereits mit einem paar Jungs zum Essen aus“, sagt er und verweist auf die kurzen Wege: „Es ist mit dem Fahrrad alles ganz einfach.“ Eine Halle ist sogar fußläufig zu erreichen, die anderen mit dem Rad in gut 15 Minuten und auch der Weg zum neuen Campus ist in zehn Minuten zurückgelegt. Zuletzt hielt sich Marko Rosic aber noch in Hamm fit. 

Lob von der Trainerin

Zunächst bereitete er sich im Individualtraining bei seinem Vater, zusammen mit den Nationalmannschafts-Kollegen Rikus Schulte (Alba Berlin) und Joshua Sievers (UBC Münster),auf einen DBB-Lehrgang vor, der vom 20. und bis zum 25. Juli im SportCentrum Kaiserau bei U15-Bundestrainer Fabian Villmeter stattfand.Ohne Länderspiele, aber mit der Chance, intensiv an seinem Spiel zu arbeiten. Dass die Ulmer sich auf einen prima Jungen freuen dürfen, zeigen die Abschiedsworte von seiner Trainerin beim UBC Münster, Marsha Owusu-Gymafi: „Bleibt er gesund, was ich ihm am meisten wünsche, wird er seinen Weg gehen. Es war schön, einen so begabten und basketball-interessierten jungen Pointguard trainieren zu dürfen.“

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