Auf der Suche nach privaten Sponsoren

Hammer Marius Prünte will Rad-Weltmeister werden

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Marius im Trikot des deutschen Feuerwehr-Meisters. Prünte

Hamm - Im Leben von Marius Prünte dreht sich einfach alles um das Rad. Oder besser gesagt um Fahrräder. Und im speziellen um Rennräder. Denn der 27-jährige Hammer verbringt fast jede freie Minute auf dem Sattel, trainiert, fährt Rennen oder kümmert sich um seinen Radsportladen, den er vor wenigen Monaten am Langewanneweg im Hammer Süden eröffnet hat. „Ich habe dem Radsport sehr viel zu verdanken, das Radfahren hat mir den Weg in meinem Leben gewiesen“, betont er.

Seine ersten Erfahrungen mit dem Radrennsport sammelte Prünte vor vielen Jahren beim RC Amor Hamm, für den er auch Rennen im Nachwuchsbereich bestritt. Und diese ersten Tritte in die Pedalen machten ihm Lust auf mehr. 

So wechselte er zum RSV Unna und sorgte dort für viele Furore. „In Unna wurde ich gefördert und konnte das machen, was ich am liebsten machte: Radrennen fahren“, sagt der Hammer, der an Bundesliga-Rennen teilnahm, zum Kader der deutschen Nationalmannschaft gehörte, bei Rundfahrten fast überall auf der Welt startete – unter anderem auch in Rio de Janeiro – und sogar von seinem 20. bis 22. Lebensjahr versuchte, als Profi seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 

„Aber damit bin ich nicht über die Runden gekommen“, erklärt Prünte, der in dieser Zeit unter anderem ein Angebot aus der Türkei ausschlug, sich einem dort beheimateten Profi-Radrennstall anzuschließen. „Das hat finanziell nicht gepasst“, sagt er, betont aber, dass ihm der Radsport eine Menge Türen geöffnet und ihm im Leben oft geholfen hat: „Anfangs habe ich mir durch die ersten Erfolge im Jugendbereich mein Taschengeld aufgebessert. Später habe ich gemerkt, dass durch sportliche Erfolge auch Erfolge in anderen Bereichen dazu kommen in Form von einem Stipendium und beim Job.“

Dennoch beendete Prünte zwischenzeitlich für drei Jahre seine Radfahr-Ambitionen, um sich ganz auf seine Ausbildung bei der Feuerwehr zu konzentrieren. Als er diese abgeschlossen hatte – mittlerweile arbeitet er im Rettungsdienst der Feuerwehr in Erkrath –, forcierte er wieder seine zahlreiche Radpläne, die immer in seinem Kopf herumschwirrten. 

So hat er mit der Marke „Maprue“ nicht nur eine eigene Radfirma (Bikemanufaktur für Champions) gegründet, die Rennräder und Mountainbikes genauso im Angebot hat wie Trekking- und Hollandräder. Sondern er hat auch ein eigenes Geschäft eröffnet, dass er neben seinem Job bei der Feuerwehr noch betreibt. 

Dennoch findet er immer wieder Zeit, um auf das Rad zu steigen – eine Aktivität, die für ihn auch einen gewissen therapeutischen Charakter hat. „Wenn ich in die Pedale trete, genieße ich meine Freizeit und kann mich von dem Stress erholen“, erläutert er. 

Aber er fährt Rad nicht nur zur Erholung, sondern er will vor allem seine sportlichen Ziele umsetzen. „Der Weg zurück aufs Rad und hin zum Weltmeistertitel“, umschreibt er das Motto, das ihn antreibt. 

So ist er derzeit auf der Suche nach privaten Sponsoren, um seine Träume zu erfüllen. Am liebsten möchte er nämlich Amateur-Weltmeister werden. Zumindest aber Weltmeister der Feuerwehrleute. 

Wie gut er nach seiner berufsbedingten Pause schon wieder in Form ist, zeigte er zuletzt bei der deutschen Feuerwehr-Meisterschaft im Zeitfahren, als er den Titel gewann. 

Und bei einem Weltmeisterschafts-Qualifikationsrennen in England, als er im Feld von 8000 Teilnehmern den ersten Rang belegte. „Da bin ich ungefähr als 1000. auf die Strecke gegangen und als Erster im Ziel angekommen“, beschreibt er das Rennen, das aber nicht der letzte Höhepunkt seiner Karriere sein soll.

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