Leichtathletik

Die Hammer Leichtathleten brauchen noch Geduld

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Viel Platz um sich herum hatte Malik Farhat von der LG Hamm am 23. Februar beim Halbmarathon-Sieg im Rahmen der 46. Winterlaufserie

Kontaktloser Sport ist auch in Hamm seit dem 11. Mai wieder möglich. Trotz der jüngsten Lockerungen in der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW für den Sport läuft der Betrieb in der Hammer Leichtathletik nur langsam wieder an

Hamm - Angelika Schulze, 1. Vorsitzende des Stadtsportbundes, bat in dieser Woche in einer E-Mail alle Vereinsvertreter nochmals um Geduld und Vorbereitung eigener Konzepte.

Das größte Problem für die Leichtathletik treibenden Vereine in der Stadt: Das Jahnstadion ist die einzige Sportstätte mit nutzbarer Laufbahn. Die Stunden darin teilen sich der SC Eintracht, die LG Hamm und der Hammer SC; zudem nutzen die Friedenssportler unter normalen Umständen den Umkleide- und WC-Bereich. Bei Normalbetrieb befinden sich oft 60 bis 80 Personen gleichzeitig im Stadion, bis zu 800 Personen treiben darin wöchentlich Sport, wie Andreas Janke, Vorsitzender der SCE-Leichtathleten, hochgerechnet hat. Derzeit ist nur die Laufbahn geöffnet, die Tribüne und alle anderen Bereiche sind gesperrt. Wenig Platz für viele also in Corona-Zeiten. Die aktuelle Situation:

Stadtsportbund

Der SSB Hamm bietet im Jahnstadion ab Mittwoch, 20. Mai, zweimal wöchentlich wieder Abnahmen für das Deutsche Sportabzeichen an – die Teilnahme ist aber nur nach Voranmeldung beim SSB unter Telefon 15155 möglich. Aktuell laufen dort seit dem vergangenen Montag auch Schulsportveranstaltungen – zwei davon noch am 26. Mai und 3. Juni bis zum frühen Nachmittag.

Hammer SC

Beim Hammer SC werden gerade Konzepte erstellt, mit denen ab Anfang Juni im Jugendbereich der Trainingsbetrieb wieder eröffnet werden kann. „Wir werden dann voraussichtlich mit den älteren Gruppen starten. Mal sehen, wie wir das dann realisieren können“, sagt Heike Liedtke, Abteilungsleiterin im HSC. Das Lauftraining der Erwachsenen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln sei voraussichtlich ab der kommenden Woche im Jahnstadion wieder möglich, sagt Liedtke.

SC Eintracht Hamm

Beim SC Eintracht Hamm mit seinen gut 250 Mitgliedern – fast alle im Jugend- und Juniorenbereich – ruht der Betrieb weiterhin. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein und müssen gemeinnützig handeln“, sagt der 1. Vorsitzende, Andreas Janke, und: „Wir können deshalb niemanden bevorzugen.“

Man habe über Lockerungen gesprochen, sagt Janke, aber: „Auf Grund der vorliegenden Auflagen ist es uns nicht möglich, das Training zu starten“, teilt der Verein mit. Im leistungsorientierten Bereich sei es zudem so, dass „wir aktuell keine Ziele haben. Da ist es nicht zwingend notwendig, jetzt zu trainieren.“

Ansonsten: „Wir dürfen in Kleingruppen trainieren mit einem Trainer und vier bis fünf Kindern – in Gruppen, die sich nicht durchmischen dürfen. Wie sollen wir das machen bei Gruppen mit normal 20 bis 25 Kindern?“, fragt Janke.

Die SCE-Verantwortlichen hoffen nun auf weitere Lockerungen ab dem 30. Mai. Andreas Janke: „Da warten wir lieber die 14 Tage noch ab. Wenn alles einfacher wäre und wir in größeren Gruppen trainieren dürften, dann wäre das was anderes. Wir würden gerne trainieren, aber das ist momentan nicht leistbar.“

LG Hamm

Bei der Leichtathletik-Gemeinschaft von OSC 01 und TuS 59 finden seit Montag die ersten Übungsstunden in Kleingruppen von vier bis fünf Personen und einem Übungsleiter statt. Außerhalb der Anlage trainieren die Athleten für sich und maximal zu zweit. Gruppen dürfen nicht gebildet werden. „Da sehe ich auch absolut einen Sinn drin“, sagt Dieter Büter, Vorsitzender des OSC 01, denn: „Wir sollten die Vorschriften ernst nehmen. Ich weiß nicht, ob wirklich alle geschützt sind, wenn sie drei, vier, fünf Meter hintereinander laufen.“

Auf die Aktivitäten im Stadionbereich werde er achten – zum Beispiel auf die Einhaltung der strikten Hygiene- und Abstandsregeln, auf die wöchentlich zu aktualisierenden Belegungspläne bis hin zum Ausfüllen der Fragebögen zum SARS-CoV-2-Risiko für jeden Nutzer und deren wöchentliche Aktualisierung. „Bei zehn, 15 Leuten und dann drei Übungsleitern gleichzeitig ist für mich die Grenze erreicht“, sagt Büter.

TSV Pelkum

„Ich habe eine kleine Gruppe mit Kindern und habe noch nicht angefangen. Das mit der Hygiene und mit dem Abstand ist bei den Kleinen doch gar nicht durchzuhalten“, sagt Peter Eichner, 2. Vorsitzender und Übungsleiter. Wann es wieder losgehen wird, vermag auch er nicht zu sagen. „Ich stehe mit den Eltern in Verbindung. Wir werden noch ein bisschen abwarten und das beobachten“, sagt Peter Eichner, und: „Ich überlege immer, wie ich das durchführen kann, aber im Moment traue ich mich da noch nicht ran.“

Für die Nordic Walker und die Mitglieder des Lauftreffs ruht das Vereinsangebot noch. Er habe zwar schon Anfragen von Mitgliedern bekommen, aber noch kein grünes Licht vom Vorstand, sagt Ralf Janke, der das TSV-Angebot zusammen mit Annette Stührenberg betreut.

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