Kanu-Slalom

Hengst will den Tanz auf drei Hochzeiten meistern

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Der Hammer Stefan Hengst will auch in der kommenden Saison im Slalom und im Boater Cross starten.

Das wird ein hartes  Jahr für Stefan Hengst, den Weltmeister im Extreme Slalom. Der Hammer Kanu-Sportler will 2020 seinen Titel im Boater Cross verteidigen, sich für die  A-Nationalmannschaft im Kanu-Slalom qualifizieren und seine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann  abschließen. 

Hamm – Stefan Hengst, Sportler des Kanu-Rings Hamm, hat sich über den Jahreswechsel keineswegs ausgeruht. Mit ein paar Freunden weilte er auf eigene Kosten in der tschechischen Hauptstadt Prag. Nicht, um Silvester zu feiern. Im Kanal des Moldauer Sportareals im Ortsteil Troja begann er mit der Vorbereitung auf die Saison im Kanu-Slalom und Boater Cross. Bei null Grad Lufttemperatur stieg er in das kaum wärmere Wasser. Geschützt durch einen Neoprenanzug, einen wetterfesten Anzug und einer Wollmütze unter dem Helm. „Für einen, der eigentlich das Training in kurzer Hose liebt, weil man dabei einfach ein besseres Gefühl für das Boot hat, nicht ganz so angenehm“, erzählt der 25-Jährige. Doch das nimmt er alles gern in Kauf, denn er hat sich für das Jahr 2020 hohe Ziele gesetzt. „Ich möchte gerne an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen“, betont der Heessener. 

2019 mit Abstand das erfolgreichste Jahr

Denn 2019 war das mit Abstand erfolgreichste Jahr seiner Karriere. Weltmeister im Boater Cross in Prag, Deutscher Meister im Kanu-Slalom in Hohenlimburg im Kajak, Sieger im Deutschland-Cup, Deutscher Meister im Boater Cross in Augsburg, dazu noch EM-Silber in Pau im Kanu-Slalom mit der deutschen Mannschaft – eine Erfolgsserie, die kaum zu toppen sein dürfte. Da er sowohl im Extreme Slalom, Boater Cross genannt, als auch im Kanu-Slalom zur nationalen und internationalen Spitze zählt, will er auch in der kommenden Wettkampfsaison keinen Schwerpunkt setzen. Für ihn steht sogar ein Tanz auf drei Hochzeiten an. Denn neben dem Sport hat er sich auch vorgenommen, in der ersten Jahreshälfte seine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann abzuschließen. „Das wird nicht leicht, denn die Abschlussprüfung findet nur wenige Tage nach dem Qualirennen für die A-Nationalmannschaft statt.“ Doch sein Arbeitgeber unterstützt ihn, wo er nur kann. Hengst ist bei der Firma Orbit in Augsburg beschäftigt, die Kanus produziert. „Ich kann dort sogar meine eigenen Boote entwerfen, die dann entsprechend laminiert und vertrieben werden“, hat der Hammer sein Hobby zum Beruf gemacht. 

Warmwasser-Training in Dubai

Der Schwerpunkt soll aber vorerst weiter auf der sportlichen Karriere liegen. Und die bedarf einer entsprechenden Vorbereitung. Deshalb ist er froh, dass er im Februar mit der deutschen Nationalmannschaft für zwei Wochen ins Warmwasser-Trainingslager nach Dubai reisen darf. „Einen Teil der Kosten muss ich allerdings selbst stemmen“, bestätigt Hengst. Aber das ist er schon seit einigen Jahren gewohnt. Die Fördermittel sind in dieser Randsportart eher bescheiden. 

Bescheiden sind auch die Aussichten, an die üppigeren Geldtöpfe zu kommen, denn in diesem Jahr wird bei den Herren nur ein weiterer Platz für die A-Nationalmanschaft im Kanu-Slalom vergeben. Der Augsburger Hannes Aigner, der sich im Vorjahr für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert hat, ist ebenso gesetzt wie sein Ersatzfahrer Tim Maxeiner (Wiesbaden). „Der Rest kämpft also um ein Ticket, das für die Teilnahme Mitte Mai an den Europameisterschaften im britischen Lee Valley vergeben wird. Zudem geht es um die Startberechtigung für die fünf Weltcuprennen“, weiß Hengst nur zu gut, welch harter Kampf auf ihn zukommen wird. Die Entscheidung wird vom 1. bis 3. Mai in Markkleeberg bei Leipzig fallen. Dort finden drei Rennen statt, von denen die zwei besten Ergebnisse gewertet werden. „Wenn du nicht mindestens einen Lauf gewinnst, hast du schon keine Chance mehr“, betont der Hammer. 

Der hofft darauf, dass er auch vom 24. bis 27. September zum Saisonabschluss in Markkleeberg dabei sein darf. Denn zum Ende der Weltcupserie wird dort die WM im Extreme Slalom ausgetragen. „Es wäre schön, wenn ich meinen Titel verteidigen könnte“, meint Hengst, der bisher nicht erfahren hat, wie viele deutsche Boote an den Start gehen dürfen. „Das wird hart, denn auch die Konkurrenz im Extreme Slalom wird immer größer“, richtet sich der 25-Jährige auf ein heißes Jahr 2020 e

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