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Hammer Stefan Hengst kämpft um das WM-Ticket

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Von: Peter Schwennecker

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Auf dem Olympia-Eiskanal in Augsburg geht es für den Hammer Stefan Hengst um das WM-Ticket.
Auf dem Olympia-Eiskanal in Augsburg geht es für den Hammer Stefan Hengst um das WM-Ticket. © Jürgen Schubert

Bei der nationalen Qualifikation für die A-Mannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes kämpft der Hammer Slalom-Fahrer Stefan Hengst am Wochenende in Augsburg auf dem Olympia-Eiskanal auch um das Ticket für die Weltmeisterschaften Ende Juli.

Hamm – Die Anspannung wird von Tag zu Tag größer. Für Stefan Hengst, nach den Rücktritten von Jasmin Schornberg und Sebastian Schubert einzig noch verbliebener Slalom-Fahrer des Kanu-Ring Hamm im Leistungsbereich, steht am Wochenende sehr viel auf dem Spiel. Praktisch vor der Haustür an seinem Wahl-Wohnort Augsburg findet auf dem frisch renovierten Olympia-Eiskanal von 1972 die Qualifikation des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) für das Nationalteam statt. Dabei werden sowohl bei den Damen als auch bei den Herren drei Plätze für die Welt- und Europameisterschaften sowie für die anstehende Weltcup-Saison vergeben.

Für den 28-Jährigen ist das schon ein enormer Druck. „Innerhalb von nur drei Tagen kann die gesamte Saison gelaufen sein“, sagt der Heessener. „Praktisch kann sich von einem Tag auf den anderen sogar das ganze Leben verändern. Denn wenn ich mich nicht qualifiziere, wäre nicht nur die ganze lange Vorbereitung umsonst gewesen, sondern ich könnte mir dann auch einen Job suchen, weil ich vom Verband nicht mehr gefördert würde.“

Auftakt am Freitagvormittag

Die Ausscheidung wird daher nichts für schwache Nerven sein. Am Freitagvormittag finden in Augsburg zwei Läufe statt, die einzeln für sich gewertet werden. Am Samstag und Sonntag gibt es jeweils einen Vorlauf und ein Finale. Vier Ergebnisse kommen in die Endabrechnung, das schlechteste wird dabei gestrichen.

Hengst ist zuversichtlich, dass er sein gestecktes Ziel erreichen wird. Dafür hat er in den vergangenen Wochen einiges investiert, gleichzeitig aber auch auf viel verzichtet. Im Hintergrund spielt vor allem die Angst mit, sich mit Corona anzustecken. „Wenn ich positiv getestet werde, kann ich am Wettkampf nicht teilnehmen“, bestätigt der 28-Jährige, der deshalb trotz des Wegfalls der Maskenpflicht in der Öffentlichkeit meist nur mit FFP2-Maske zu sehen ist. „Aus diesem Grund habe ich auch nicht an der Jubiläumsfeier des Kanu-Rings in Hamm teilgenommen“, erklärt Hengst. „Ich habe jedes Risiko vermieden, bin auch nicht in Klubs oder Kneipen gegangen. Wenn ich mich mit Leuten getroffen habe, dann nur draußen.“

Am Indischen Ozean vorbereitet

Mit den Augsburgern Hannes Aigner und Noah Hegge sowie dem Wiesbadener Tim Maxeiner zählt Hengst am Wochenende zu den großen Favoriten. „Auch fünf oder sechs Junioren werden sicherlich in der Lage sein, an einem guten Tag einen Lauf zu gewinnen“, sagt der KR-Slalomfahrer. Er selbst ist guter Dinge, fühlt sich nach einem achtwöchigen Warmwasser-Trainingslager auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean gut vorbereitet. Zudem hat er zuletzt an zwei Wettkämpfen in Lubljana (Slowenien) und in Basel (Schweiz) teilgenommen, dabei jeweils das Finale erreicht.

Derzeit grübelt er lediglich darüber, wie er die Qualifikation in Augsburg angehen wird. In erster Linie hängt das, so Hengst, von der Schwierigkeit ab. „Ich hoffe, dass der Kurs schon zum Auftakt am Freitag einigermaßen anspruchsvoll sein wird“, sagt Hengst. „Denn dann kann man etwas taktieren. Sollte eine Autobahn gehängt werden, dann geben alle Vollgas. Und dann kann auch jeder gewinnen.“ Vor allem geht es darum, sich nicht gleich das Streichresultat einzufahren. „Ich hoffe zum Auftakt natürlich auf zwei Top-Ergebnisse, damit ich die nächsten beiden Wettkampftage etwas gelassener angehen kann“, sagt Hengst, der sich mit einem guten Start den Druck nehmen will.

WM vor der eigenen Haustür

Das große Ziel des Hammer Kanu-Slalomfahrers sind die Weltmeisterschaften vom 28. bis 31. Juli auf seiner Heimstrecke in Augsburg. „Die Chance, eine WM zu Hause zu fahren, hat man nicht so oft.“ Aber schon vom 27. bis 29. Mai werden im slowakischen Liptovksy-Mikulas die ersten Titel des Jahres bei den Europameisterschaften vergeben. Und an den zahlreichen Weltcup-Rennen im Sommer würde er natürlich auch gerne teilnehmen. Denn noch hat er großen Ehrgeiz und sehr viel Spaß an seinem Sport. Deshalb möchte Hengst die Zeit, in der er sich auf Jobsuche begeben muss, gerne um einige Jahre verschieben.

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