Der Hammer Justin Figge erhält Förderlizenz

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Justin Figge ist auch bein Nachwuchs der Eisbären noch aktiv: als Torwarttrainer.

Hamm/Iserlohn - Es ist ein ziemlich rasanter Aufstieg. Vor der laufenden Saison war Justin Figge aus dem Nachwuchs der Hammer Eisbären ins Sauerland gewechselt. Die Young Roosters aus Iserlohn, das in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) spielende Team des Klubs aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), hatten den 17-jährigen Torwart verpflichtet. Nur wenige Wochen später klopft der Goalie bereits an die Tür zum Profibereich – und damit zum Oberhaus: Justin Figge hat eine Förderlizenz für die Roosters erhalten, gilt nun offiziell als vierter Schlussmann im Aufgebot des Klubs vom Seilersee. Und muss sich selbst angesichts der Entwicklung ein wenig kneifen: „Das war schon überraschend. Ich bin ja erst vor kurzem nach Iserlohn gegangen.“

Die bis zum Saisonende geltende Regelung kam durch Fürsprache seines Trainers Klaus Schröder zustande, der den Hammer auch bereits nach Iserlohn gelockt hatte. So groß die Freude über den „Aufstieg“ auch war: Figge, der derzeit sein Fachabi am Friedrich-List-Berufskolleg absolviert, weiß die Entwicklung vom vergangenen Wochenende genau einzuschätzen – und gibt sich daher auch betont gelassen. Nur wenn die Verletzungsprobleme im DEL-Kader sehr groß sind und sich dadurch ein Bedarf auf der Torhüterposition ergibt, könnte Figge mal in das Aufgebot rücken. Ansonsten geht es vornehmlich darum, sich mit den Profi-Gepflogenheiten vertraut zu machen. „Vielleicht habe ich manchmal die Möglichkeit, bei der Ersten mitzutrainieren“, hofft der Hammer. Wobei auch das von der Personallage abhängig sein wird. Denn dass gleich vier Torhüter die Übungseinheiten des DEL-Teams absolvieren, „wäre unsinnig“.

Dennoch: Die Förderlizenz bedeutet zwar nicht, dass Figge mit seinem Hobby bereits Geld verdient. Sie bedeutet aber Anerkennung, sie ist ein nächster Schritt auf dem Weg zum Profi. „Wenn es geht, möchte ich das natürlich schaffen“, hofft Figge, dass die Förderlizenz nur ein „Zwischenstopp“ ist. Alles auf die Karte Eishockey wird er aber ohnehin nicht setzen. Derzeit plant er, nach dem Fachabi eine Ausbildung zu beginnen.

Schon jetzt aber ist der Zeitaufwand groß. Viermal pro Woche trainiert Figge in Iserlohn. Ab und an nimmt ihn ein Teamkollege mit zu den Einheiten, ansonsten fährt ihn allerdings immer Vater Andreas. Er war es auch, der Justin Figge früh mit dem Eishockey-Virus infiziert hat. „Er hat mich mit zu einem Spiel genommen“ erinnert sich der Torwart. „Und ich fand das so cool, dass ich das auch machen wollte.“ Wenige Wochen später absolvierte er im Hammer Osten die Lauflernschule – und stand bald darauf bei den Kleinsten auf dem Eis. Zunächst als Spieler auf dem Feld, ehe er nach einer Saison den „Arbeitsplatz“ wechselte und Goalie wurde. „Am Anfang“, sagt Figge, „hat man ein bisschen Angst, dass es weh tut.“ Tat es nicht. So fand der Hammer schnell auch diese Aufgabe „total cool“, blieb ihr treu.

Wie übrigens auch seinem Heimatverein. Bei Lippe Hockey Hamm steht Figge ebenfalls weiter auf dem Eis – als Torwarttrainer im Nachwuchsbereich.

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