Fußball

Hammer Trainer warnen vor zu kurzer Vorbereitung

Bockum-Hövels Trainer David Schmidt würde es sogar begrüßen, wenn die Saison abgebrochen und im Sommer ganz neu gestartet würde.
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Bockum-Hövels Trainer David Schmidt würde es sogar begrüßen, wenn die Saison abgebrochen und im Sommer ganz neu gestartet würde.

Die Trainer der heimischen Fußball-Landes- und -Bezirksligisten sind der Meinung, dass eine 14-tägige Vorbereitung auf einen möglichen Restart nicht ausreichen würde. David Schmidt von der SG Bockum-Hövel würde sogar einen Abbruch der Saison und einen Neustart im Sommer begrüßen.

Hamm – Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) geht trotz des anhaltenden Corona-Lockdowns davon aus, dass die laufende Saison in abgespeckter Form zu Ende gebracht und damit zu einer Wertung kommen wird. Wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist weiter offen. FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders hat jedoch verlauten lassen, dass den Vereinen ab dem Zeitpunkt X eine 14-tägige Vorbereitung wohl reichen müsse. Wir haben bei den Trainern der Hammer Landes- und Bezirksligisten nachgefragt, was sie davon halten.

Torsten Heinze (TuS Wiescherhöfen): 14 Tage Vorbereitung sind schon ein bisschen knapp. Vier Wochen müssten es sein, damit wir auch ein paar Vorbereitungsspiele machen können. Die Verletzungsgefahr ist groß nach der langen Pause. Und ein Testspiel ist von der Belastung her etwas anderes als reines Training. Ich denke, es wird versucht, die Hinrunde durchzuziehen. Ob es Sinn macht? Wir stehen derzeit auf einem Abstiegsplatz, daher ist es leicht, zu sagen, wir annullieren die Saison.

David Schmidt (SG Bockum-Hövel): Ich halte das für sehr kritisch. Natürlich bewegen sich die Jungs. Aber man kann das nicht mit dem Mannschaftstraining vergleichen. Die Verletzungsgefahr wird sehr groß sein, und wir werden dann keine schönen Spiele sehen. Aber ich möchte nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken, das wollte ich schon letztes Jahr nicht. Natürlich wollen alle gerne spielen, aber in erster Linie muss die Gesundheit berücksichtigt werden. Dazu gehören auch Verletzungen. Ich gehe aber davon aus, dass man versuchen wird, die Hinrunde durchzudrücken. Das Beste wäre es, zu annullieren. Vergangenes Jahr standen wir weit oben, da habe ich es genauso gesagt, dieses Jahr sind wir auf einem Abstiegsplatz. Es wird ja wieder Hotspots geben. Ich weiß noch, wie wir zuletzt in Gemen schief angeguckt worden sind, als Hamm Hotspot war und die gefragt haben, was wir da überhaupt machen. Besser wäre es, nach dem Sommer wieder in Ruhe Fußball zu spielen – ohne die anderen Sachen im Hinterkopf zu haben.

Robin Grosch (Hammer SpVg II): Ich finde, dass man wie im Sommer eine komplette Vorbereitung braucht, ehe es wieder losgeht. Im März wird ja auch noch nicht viel gehen. Dann wären das fast fünf Monate, die wir raus sind. Du kannst, wenn es wieder losgeht, nicht jeden Tag auf den Platz. Die anderen Mannschaften brauchen den auch zum Trainieren. Aber wahrscheinlich muss der Verband es durchziehen, weil es sonst mit dem Zeitplan durcheinander geht. Die neue Saison wollen sie im August wieder starten. Wir haben auch noch zwei Nachholspiele, so dass ich davon ausgehe, dass die Saison noch bis Ende Juni laufen wird. Dann wollen alle im Sommer in den Urlaub, sobald es wieder möglich ist. Meine Meinung ist daher, dass es wieder abgebrochen werden sollte. Alles andere wäre unfair, gerade, was den Abstieg angeht. Zum Glück haben wir schon ein paar Punkte geholt. Aber das Okay, wieder auf den Platz zu dürfen, würde uns alle am meisten freuen. Es ist schon eine schwierige Situation für den FLVW, der ja im Vorfeld der Saison klar gesagt hat, was passiere kann. Aber ich fand es schon grob fahrlässig, dass man so viele Mannschaften in die Oberliga gepackt hat.

Torsten Skerra (TuS Germania Lohauserholz): 14 Tage Vorbereitung reichen nicht aus. Das ist ein ganz anderer Modus im Wettkampf. Es wird Verletzungen geben, das wird nicht zu verhindern sein. Ich kann den Verband aber verstehen. Was sollen die sonst machen. Die Vereine, die um den Aufstieg mitspielen, wollen die Wertung, für die, die weiter weiter unten stehen, ist das nicht so zwingend der Fall. Vielleicht sollte sich der Verband in Richtung Abbruch Gedanken machen. Die Ligenstärke wurde dieses Jahr schon erhöht, wenn es wieder so käme, wäre es dann halt so. Lieber eine Liga mehr pro Klasse einführen mit dann weniger Mannschaften. Ich weiß gar nicht, wie die Oberliga die Saison zu Ende spielen soll. Und was ist, wenn trotzdem weiter positive Corona-Fälle auftreten. Dann wird wieder nicht gespielt.

Rouven Meschede (SVE Heessen): Für mich ist es wichtig, dass es überhaupt wieder losgeht. Dann würde ich die zwei Wochen in Kauf nehmen. Aber eigentlich ist diese Zeit für die Vorbereitung zu wenig, das Verletzungsrisiko ist deutlich größer. Bei uns geht es noch, wenn nur die Hinserie gespielt wird. Wir haben das Prozedere, dass 50 Prozent gespielt werden müssen. Das sind für uns dann noch sieben oder acht Partien im Fahrplan – aber für die Oberliga wird es schon wieder wesentlich schwieriger. Und viele sprechen ja schon jetzt davon, dass der Lockdown im Februar weiter verlängert wird.

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