Horst Hrubeschs Biographie offiziell präsentiert

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Horst Hrubesch (vorne links) im Kreise seiner Familie und einiger Hammer Freunde.

Lübeck - „Manchmal“, so sinnierte Horst Hrubesch, „muss ich mich selbst kneifen, ob das wirklich alles wahr ist, was ich über mich lese. Einst wurde über mich als Fehleinkauf geschrieben, jetzt bin ich sogar schon eine Lichtgestalt.“

300 geladene Gäste erfuhren am Montagmittag bei der offiziellen Präsentation seiner von Andreas Schier verfassten Biographie in den media docks in Lübeck – auch ohne dass sie das frisch gedruckte Werk zuvor selbst gelesen hatten –, was den aus Hamm stammenden Deutschen Meister, Vize-Weltmeister und Europameister wirklich auszeichnet: Ehrlichkeit, Bodenständigkeit und Treue.

Eigenschaften, die Laudator Michael Oenning, einst Oberliga-Fußballer bei der Hammer SpVg, während ihrer gemeinsamen Tätigkeit im Nachwuchsbereich des Deutschen Fußball-Bundes zu schätzen lernte. Wie auch den enormen Ehrgeiz, den Oenning in einem Leitspruch Hrubeschs zusammenfasste: „Das geht alles noch viel, viel besser!“

Als Ehrengast erzählte Günter Netzer, der Hrubesch damals in seiner Eigenschaft als Manager des Hamburger SV von Rot-Weiß Essen in die Hansestadt gelockt hatte, über seine ersten Kontakte mit dem „Kopfballungeheuer“ beim HSV.

„Er war zunächst kein guter Fußballer, aber ein Macher“, erklärte Netzer, der schmunzelnd anmerkte, am Anfang der Zusammenarbeit sogar die Befürchtung gehabt zu haben, dass diese Verpflichtung als Fehlgriff gewertet und zugleich das Ende seiner eigenen Manager-Karriere bedeuten würde.

„Doch Horst hat immer – wie einst Uwe Seeler – alles für die Mannschaft getan. Und das war unheimlich wichtig.“ Was zahlreiche alte HSV-Weggefährten wie Holger Hieronymus, Dietmar Jakobs, Bernd Wehmeyer, Willi Schulz und auch Uwe Seeler, die zu den Gästen in Lübeck zählten, nur bestätigen konnten.

Hrubesch hatte zu der Präsentation der Biographie auch seine Familie und einige Hammer Freunde nach Lübeck eingeladen. Bruder Herbert, früher beim SCE Hamm aktiv und heute als Stützpunktkoordinator im DFB-Nachwuchsbereich tätig, war mit seiner Schwester Ursula und Ehefrau Elisabeth bereits einen Tag früher angereist.

Vom FC Pelkum waren neben seinem damaligen Ziehvater Herbert Krischer, inzwischen 85 Jahre alt, auch die beiden Söhne Erwin, der mit Horst gemeinsam in der Pelkumer Jugend kickte, sowie Heiner vertreten.

Vom damaligen SC Westtünnen (heute Hammer SC) war Günter Wessel dabei, der den Stürmer einst von Pelkum zum Pilsholz geholt hatte, von wo aus er schließlich seine Profilaufbahn startete, die bei Rot-Weiß Essen begann.

Sowohl Herbert Krischer als auch Günter Wessel sind stolz darauf, dass der Kontakt zum „Langen“ nie abgerissen ist. Hrubesch hat seine früheren Vereine oft unterstützt. „Wenn er nach Hamm kam, hat er mich immer angerufen und gesagt, ich soll schon einmal meine Garage aufmachen“, erzählte Wessel. „Horst kam dann mit einem Kofferraum voller Bälle und Trikots für unsere Jugendmannschaften.“

Spendabel war er auch stets gegenüber dem FC Pelkum. „Wenn der HSV im Westen spielte, übernachtete Horst meist mit einigen Teamkollegen im Hotel Selbachpark“, berichtete Herbert Krischer. „Bei Besuchen in der Discothek Tenne steckten uns dann Horst und die anderen HSV-Profis ein paar Scheine für unsere Jugendkasse zu.“

Die Hammer Delegation hatte auch ein besonderes Geschenk für Hrubesch anfertigen lassen. Eine Wanduhr mit den Emblemen aller Vereine, deren Trikot er in seiner langen und erfolgreichen Profi-Laufbahn trug. Darunter der FC Pelkum, Germania Hamm, Hammer SpVg und SC Westtünnen.

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