Hammer als Letzter in die Playoffs

Die Eisbären und die unverhoffte Playoff-Chance in Erfurt

Viele Ausfälle plagen die Eisbären vor den Pre-Playoffs. Am schwersten wiegt der des früheren DEL-Profis Kevin Orendorz (rechts).
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Viele Ausfälle plagen die Eisbären vor den Pre-Playoffs. Am schwersten wiegt der des früheren DEL-Profis Kevin Orendorz (rechts).

Es ist eine Geschichte, die mittlerweile in ganz Deutschland hohe Wellen geschlagen hat. Selbst der TV-Spartensender Sport 1 hat online auf seiner viel geklickten Webseite darüber berichtet, dass die Hammer Eisbären als Ligaletzter in den Pre-Playoffs der Eishockey-Oberliga Nord antreten und am Mittwochabend (20 Uhr) bei den Black Dragons in Erfurt spielen werden.

Hamm – „Das Playoff-Chaos in der Eishockey-Oberliga ist perfekt. Corona sorgt für Kuriosum in der drittklassigen Eishockey-Oberliga-Nord: Dort landet sogar das abgeschlagene Schlusslicht überraschend in den Playoffs“, ist in dem Bericht zu lesen.

Doch die Verantwortlichen der Eisbären fühlen sich davon nicht angesprochen und sehen sich keineswegs als Buhmann. „Die Kritik richtet sich ja nicht an uns, sondern an den Verband. Wir haben uns nichts vorzuwerfen“, sagt Manager Jan Koch. Und Trainer Ralf Hoja betont: „Es gab schon Stimmen, die meinten, wir sollen da nicht antreten. Aber wenn wir die Chance bekommen, warum sollen wir die nicht ergreifen. Wir können es ja nicht ändern.“

Diez-Limburg, Krefeld und Halle in Quarantäne

Wie bereits berichtet, hatte die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass der Krefelder EV, die EG Diez-Limburg und die Salle Bulls Halle nicht an den Playoffs beziehungsweise Pre-Playoffs teilnehmen können. Daher sind die Eisbären gefragt worden, ob sie nachrücken möchten. „Dieses Risiko, dass so etwas passieren und man aufgrund der Quarantäne-Anordnung nicht antreten kann, war jeder Mannschaft bewusst“, sagt Koch, der die Eisbären jetzt auch nicht als Notnagel oder die Partie in Erfurt als leidige Pflichtaufgabe ansieht.

Vielmehr wollen die Hammer die sportliche Herausforderung annehmen und sich mit viel Lust der Aufgabe stellen. „Wir hätten ja auch Nein sagen können. Aber wir sind Sportler und wollen das Bestmögliche erreichen. Daher nehmen wir diese Chance wahr”, stellt der Manager klar, der aber auch gleichzeitig betont, dass es ihm für die Teams, die trotz der sportlichen Qualifikation nun vorzeitig ihre Saison beenden müssen, sehr leid tut. „Wir wissen, dass alle alles dafür getan haben, um das Virus nicht in den Mannschaftsbereich kommen zu lassen. Wir hatten ja schon zweimal bei uns in der Truppe Corona und mussten in Quarantäne. Da war das Risiko bei uns vielleicht jetzt zuletzt etwas geringer, dass es uns noch mal erwischt“, so Koch.

Eisbären-Kader stark dezimiert

In Erfurt erwartet die Eisbären, die die Saison mit gerade einmal sechs Siegen in der regulären Spielzeit als abgeschlagener Letzter beendet hatten, einmal mehr eine nur schwer zu überspringende Hürde. Zwar haben die Hammer bei den Dragons im Laufe der Saison bereits einmal gewonnen, gingen in drei Partien aber als Verlierer vom Eis. Hinzu kommt, dass das Team von Trainer Hoja mit argen Personalproblemen zu kämpfen hat. Igor Furda hat sich wieder fit gemeldet, dafür fällt neben Kevin Trapp, Michel Maaßen, Thomas Lichnowsky, Ibrahim Weißleder, Florian Kraus und Tim Pietzko auch der frühere DEL-Profi Kevin Ordendorz aus.

„Kevin hat kein Corona, aber er liegt mit Fieber im Bett und wird nicht spielen können“, sagt Hoja. Zudem steht der Schwede Andreas Valdix nicht mehr zur Verfügung, seinen Platz wird Michal Svarc einnehmen. „Gerade der Ausfall von Kevin Orendorz ist ein schwerer Schlag ins Kontor. Aber Jammern hilft nicht, das haben wir die ganze Saison über schon nicht gemacht, auch wenn wir immer wieder Spieler ersetzen mussten“, betont der Coach und fügt hinzu: „Uns kann nichts mehr schocken.“

„In einem Spiel kann viel passieren“

Viellmehr wollen die Eisbären versuchen, in die Nähe der Chance zu kommen, um den Sprung in das Viertelfinale zu schaffen, wo sie dann auf die Hannover Scorpions treffen würden. „Erfurt ist eine laufstarke Mannschaft, die viel Druck ausübt. Wir müssen dagegenhalten, alles noch einmal reinwerfen und natürlich ein bisschen auf das Matchglück hoffen“, sagt Hoja. Und Koch meint: „In einem Spiel kann manchmal viel passieren. Unsere Chancen sind in einer Partie sicherlich höher, als wenn wir eine ganze Serie spielen würden.“

Und sollten die Eisbären tatsächlich in Erfurt die nächste Playoff-Runde erreichen, wird Sport1 darüber sicherlich auch wieder berichten.

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