Eishockey

Verstärkungen noch nicht in Sicht

Eisbären-Goalie Daniel Filimonov wird am Wochenende wieder besonders gefordert sein.
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Eisbären-Goalie Daniel Filimonov wird am Wochenende wieder besonders gefordert sein.

Viktor Beck und Maximilian Otte wurden operiert. Und Verstärkungen sind noch nicht in Sicht. Mit sieben Verteidigern und neun Stürmern müssen die Hammer Eisbären am Wochenende in die schweren Heimaufgaben der Eishockey-Oberliga gegen die Saale Bulls Halle (Freitag) und Hamburg Crocodiles (Sonntag) gehen.

Hamm – Eine ansprechende Zuschauerkulisse und eine 2:0-Führung nach dem ersten Drittel versprachen zunächst viel. Doch die Ernüchterung in der Eissporthalle am Maximilianpark war sowohl bei den Fans als auch bei den Verantwortlichen groß, als am Ende des Eishockey-Oberliga-Derbys der Hammer Eisbären gegen die Black Dragons aus Herford ein 2:5 auf der Anzeigentafel leuchtete. „Nach den guten Ergebnissen in der Vorbereitung hatten wir uns durchaus mehr ausgerechnet“, gesteht Manager Jan Koch ein. „Aber Herford war klar die bessere Mannschaft, hat deshalb auch verdient gewonnen.“

Chance zur Wiedergutmachung bietet sich dem Team von Trainer Jeff Job am Wochenende gleich zweimal auf eigenem Eis. Am Freitag (20 Uhr) sind die Saale Bulls aus Halle zu Gast in Werries, am Sonntag treffen die Eisbären um 18.30 Uhr auf die Crocodiles aus Hamburg.

Doch beide Mannschaften zählen in diesem Jahr zu den Topteams der Oberliga Nord. Dass die Hammer in der Vorbereitung mit 4:2 in Hamburg gewonnen haben, zählt jetzt nicht mehr. Testspiel-Ergebnisse sollte man nicht überbewerten. Das hat der Saisonstart der Eisbären gegen Herford deutlich gezeigt.

Kleiner Kader wird zum Problem

Der aktuell kleine Kader könnte für die Eisbären zum Problem werden. Mit nur drei Blöcken werden sie auf Dauer in der Oberliga nicht bestehen können. Und die Personalprobleme der Hammer reißen einfach nicht ab. Das Debüt von Viktor Beck, der vor der Saison als Führungsspieler aus Erfurt verpflichtet wurde, wird sich weiter verschieben. Die Knieprobleme des Routiniers haben sich immer noch nicht gebessert. Per Athroskopie soll jetzt endgültig Klarheit geschaffen werden. „Wir gehen davon aus, dass es keine langwierige Verletzung sein wird und Viktor uns nach diesem kleinen Eingriff in wenigen Wochen wieder zur Verfügung stehen wird“, berichtet der Manager. Anders sieht das, so Koch, bei Maximilian Otte aus. Der aus dem Iserlohner Nachwuchs stammende Verteidiger, den die Eisbären vor der Saison aus Selb verpflichteten, wird in diesem Jahr nicht mehr das Hammer Trikot tragen können. „Maximilian wurde am Mittwoch an der Schulter operiert“, bestätigt Koch. „Derzeit ist noch nicht absehbar, wie lange der Heilungsprozess dauern wird und ob Otte in dieser Saison überhaupt noch für uns auflaufen kann.“

Dass sich die Hammer auf lange Sicht auf jeden Fall nach Verstärkungen umsehen müssen, ist klar. Auch am Wochenende stehen Trainer Job gerade einmal sieben Verteidiger und neun Stürmer zur Verfügung. Doch derzeit gibt der Markt, so Koch, einfach nichts her. „Wir werden nur Leute verpflichten, die uns wirklich weiterhelfen“, beteuert der Manager. „Außerdem müssen wir das auch wirtschaftlich stemmen können.“ Mögliche Kandidaten können im Meisterschafts-Spielbetrieb nicht mehr getestet werden. Die Verantwortlichen des heimischen Oberligisten werden aber weiterhin Augen und Ohren offen halten. „Vielleicht ergibt sich die eine oder andere Möglichkeit, wenn die DEL2 in die Saison startet und die Tryout-Spieler keinen Vertrag erhalten“, hofft der Coach zumindest auf lange Sicht auf Verstärkungen für seine Mannschaft.

Die Niederlage im Derby habe seine Mannschaft gut weggesteckt und schon am Dienstag im Training wieder sehr konzentriert gearbeitet. „Es geht darum, in Zukunft einfach über die Distanz von 60 Minuten weniger Fehler zu machen“, setzt Job auf eine positive Entwicklung. Dass sein Team nach der 2:0-Führung gleich zu Beginn des zweiten Drittels zwei Gegentreffer innerhalb von einer Minute kassierte, sei vor allem eine Konzentrationssache gewesen.

Von Beginn an hellwach sein

Wenn die Eisbären am Wochenende gegen die Saale Bulls aus Halle und die Crocodiles aus Hamburg punkten wollen, dann müssen sie von der ersten bis zur letzten Minute hellwach sein. „Beide gehören zu den Topteams der Liga, sind ausschließlich mit Profis besetzt“, betont Job. Und die Hallenser werden am Freitag mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch auflaufen, haben sie doch das Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen den Aufsteiger Essener Moskitos in der Verlängerung mit 5:6 verloren. „Ich habe mir diese Partie per Video angesehen“, berichtet der Hammer Trainer. „Halle hat das Spiel bis weit in das letzte Drittel hinein kontrolliert und erst in den letzten fünf Minuten aus der Hand gegeben.“

Ein Vorteil könnte es für die Eisbären am Wochenende sein, dass sie nicht reisen müssen. Vor allem mit Blick auf die Partie gegen Hamburg am Sonntag. „Die spielen am Freitagabend in Essen, fahren dann zurück mit dem Bus nach Hamburg, um dann am Sonntag wieder nach Hamm zu reisen“, setzt Job ein bisschen darauf, dass die Crocodiles am Abend schwere Beine haben werden. „Beim Test in Hamburg haben wir über die gesamte Distanz sehr gut verteidigt und wenig Fehler gemacht. Wenn uns das am Sonntag gelingt, können wir vielleicht etwas holen“, meint der Coach.

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