Eishockey

Hammer Eisbären verpflichten eine neue Nummer eins

Die neue Nummer eins im Tor der Hammer Eisbären wird in der kommenden Saison Daniel Filimonow.
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Die neue Nummer eins im Tor der Hammer Eisbären wird in der kommenden Saison Daniel Filimonow..jpg

Eine gewisse Art von Erleichterung war zu spüren, als Jan Koch, Manager der Hammer Eisbären, den unterschriebenen Vertrag in seinen Händen hielt. 

Hamm - Lange hat Koch mit dem Chefcoach Jeff Job nach einer neuen Nummer eins im Tor des Eishockey-Oberligisten gesucht, nachdem feststand, dass Sebastian May seine Laufbahn aus familiären Gründen nicht mehr in der dritthöchsten deutschen Klasse fortsetzen wollte. In Zukunft wird Daniel Filimonow zwischen den Pfosten dafür sorgen, dass die Hammer nicht allzu viele Gegentreffer hinnehmen müssen. Als Backup steht den Eisbären wie in der Vorsaison weiter Eigengewächs Marvin Nickel zur Verfügung.

„Filimonow ist ein junger Torhüter, der in Bayern eine sehr gute Ausbildung genossen hat“, freut sich Koch darüber, dass sich der 25-jährige gebürtige Deggendorfer für einen Wechsel in die Oberliga-Staffel Nord entschieden hat. „Das wird für ihn Neuland sein, doch wir sind froh, dass er nun endgültig bei uns zugesagt hat.“

Das Angebot an Torhütern ist überschaubar

Davor hatten die Eisbären einige Verhandlungen mit möglichen Kandidaten geführt, doch zu einer Einigung kam es dabei nicht. „Das Angebot an sehr guten Torhütern ist aktuell auf dem Markt nicht besonders groß“, gesteht der Eisbären-Manager ein, dass es nicht sehr einfach war, überhaupt einen geeigneten Goalie zu finden. Letztlich war den Hammern ein Agent behilflich. Der neue Coach Jeff Job war schließlich an den entscheidenden Gesprächen direkt beteiligt.

„Für uns ist Daniel eine sehr gute Wahl“, beteuert der Hammer Trainer. „Er ist mit 25 Jahren bereits erfahren, hat immerhin schon 118 Spiele in der Oberliga Süd bestritten, war dabei zwei Jahre lang die unumstrittene Nummer eins der Blue Devils in Weiden.“ In der vergangenen Saison wechselte er zu den Passau Black Hawks. Dort fiel er über einen Monat lang wegen einer schweren Prellung aus. „Es war aber nichts gerissen oder gebrochen“, berichtet Job. „Er ist wieder fit. Danach hat er sich in Passau den Stammplatz im Tor zurückerkämpft.“

Das Eishockeyspielen erlernte Filimonow beim EV Regensburg. Für die Bayern spielte er auch in der DNL, der höchsten deutschen Nachwuchsklasse. 2014 erhielt er einen ersten Profi-Vertrag beim DEL-Klub Straubing Tigers, trainierte sehr oft mit den Cracks des Vereins. Gleichzeitig spielte er mit einer Förderlizenz für den Deggendorfer SC.

Filimonow gab 2016 sein DEL-Debüt

2016 kam er in Straubing sogar zu seinem DEL-Debüt, als die Nummer eins verletzt ausfiel und sich der Vertreter beim Aufwärmen eine Kufe brach. Knapp über fünf Minuten blieb Filimonow gegen Schwenningen zwischen den Pfosten, hielt dabei, zur Freude des Straubinger Anhangs, seinen Kasten sauber und wurde nach dem Sieg von der Mannschaft als Dank sogar allein auf die Ehrenrunde geschickt. Für den Schlussmann ein einmaliges Erlebnis. Bei den Straubingern stand er bis 2018 als dritter Keeper unter Vertrag, spielte weiter mit Förderlizenz in Deggendorf, ehe er als Stammtorhüter nach Weiden wechselte.

„Gut für uns ist, dass er als als reiner Eishockey-Profi zu uns kommen wird und daher zweimal am Tag trainieren kann“, setzt Job große Erwartungen in den 1,80 Meter großen Deutsch-Russen. Der Trainer rechnet zudem damit, dass Filimonow sehr gut vorbereitet in Hamm erscheinen wird. „Ich habe mit ihm telefoniert. Und er hat mir bestätigt, dass er derzeit das Sommertraining wieder bei den Straubing Tigers absolviert“, erklärt Job.

Erstmals in Hamm wird Filimonow am 26. August mit seiner neuen Mannschaft auf das Eis gehen. „Vier Wochen vor dem Saisonauftakt wollen wir mit der intensiven Vorbereitung starten“, berichtet Job. „Mit unseren ersten beiden Blöcken werden wir täglich zweimal trainieren“, kündigt der Coach ein hartes Programm an. „Die berufstätigen Akteure werden dann erst am Nachmittag dazustoßen.“

14 Spieler stehen bei den Eisbären unter Vertrag

Momentan haben die Eisbären 14 Spieler fest unter Vertrag. „Vor allem im Sturm müssen wir noch drei richtig gute Leute holen“, weiß der Manager, dass die weiteren Verpflichtungen von hochkarätiger Natur sein müssen, um zumindest mit dem unteren Drittel der Liga auf Augenhöhe mithalten zu können. Bisher hat der Deutsche Eishockey-Bund nicht verkündet, wer in der kommenden Saison die Lizenz für die Oberliga Nord erhalten wird. Eisbären-Manager Koch rechnet mit ersten Informationen am kommenden Freitag bei der Ligentagung in Hannover. Dort dürfte dann auch bekannt werden, mit wieviel Vereinen die Klasse in die Saison 2021/22 gehen wird. Ein Wackelkandidat war zuletzt der Krefelder EV, der Probleme hat, seine U23-Mannschaft zu finanzieren.

Unterdessen haben die Essener Moskitos ihre Bemühungen für eine Rückkehr in die Oberliga intensiviert. Denn für die Runde in der Regionalliga West haben sie inzwischen offiziell die eigene 1b-Mannschaft gemeldet.

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