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Hammer Eisbären unterliegen effektiven Duisburgern

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Von: Günter Thomas

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Getümmel vor dem Füchse-Tor – die meisten Treffer fielen beim Hammer 1:4 aber auf der anderen Seite.
Getümmel vor dem Füchse-Tor – die meisten Treffer fielen beim Hammer 1:4 aber auf der anderen Seite. © rother

Im Duell der Tabellennachbarn der Eishockey-Oberliga Nord unterliegen die Hammer Eisbären den Duisburger Füchsen mit 1:4 (0:1, 1:0, 0:3) - es war die fünfte Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen.

Hamm – Als die Schlusssirene die Partie zwischen dem Tabellenachten und dem -neunten der Eishockey-Oberliga Nord in der beta Finanz Eissportarena beendete, hätte die Gemütslage in den Lagern der Hammer Eisbären und der Duisburger Füchse nicht unterschiedlicher sein können. Während sich die Gastgeber ausgelaugt und mit hängenden Köpfen zum eigenen Tor mühten, um sich missmutig um Goalie Daniel Filimonow zu versammeln, gingen wenige Meter entfernt die Gästespieler gerne auf die Knie, um mit den zahlreichen mitgereisten unter den 886 Fans in der Halle lautstark ihren Sieg zu zelebrieren. 1:4 (0:1, 1:0, 0:3) hieß es aus Hammer Sicht – in einem Match, das lange auf des Messers Schneide gestanden hatte, das dann in den Schlussminuten aber vom etwas glücklicheren – und wohl auch effektiveren – Team entschieden wurde.

„Das war ein enges, ein Eins-zu-eins-Spiel auf Augenhöhe“, sagte Eisbären-Coach Joshua Mizerek. „Am Ende hatten wir einfach nicht genug Reserven, um zurückzuschlagen. Eishockey ist ein Spiel des Momentums. Und Duisburg hat es geschafft, dieses Momentum nach dem 1:2 in die Schlussphase zu tragen.“ Ähnlich aufgeräumt nahm auch Ibo Weißleder die erneute Niederlage hin – es war die fünfte aus den vergangenen sechs Begegnungen, in denen es nur am Freitag einen Sieg nach Penaltyschießen beim (da noch) Schlusslicht Krefeld gegeben hatte.

„Wir brauchen keinen Seelsorger“

„In der Kabine wissen alle genau, um was es geht. Wir sind alle Profi genug. Es ist nicht so, dass wir jetzt einen Seelsorger brauchen“, betonte der Sportliche Leiter der Eisbären. „Das Gute und Positive ist, dass wir knappe Spiele haben. Es ist heute zwar 4:1 ausgegangen, aber das spiegelt ja nicht das Spiel wider. Das 2:1 hätte genauso gut für uns fallen können, sogar müssen. Wir waren am Drücker, die Scheibe ist nicht reingegangen. Solche Spiele hast du eben.“

Bei den Worten dürfte Weißleder wohl die entscheidende Phase um die 50. Minute herum im Kopf gehabt haben. Denn da hatten zunächst die Kasseler Leihgabe Lars Reuß und Thomas Lichnovsky per Doppelchance die 2:1-Führung für die Eisbären auf dem Schläger gehabt (50.). Beide scheiterten, und auf der anderen Seite zappelte keine 30 Sekunden später im Gegenzug die Scheibe nach Abschluss von Michael Fomin hinter Filimonow zum 1:2 im Netz (51.).

Die verbleibenden Minuten waren aus Sicht der Gastgeber nicht mehr als ein nervöses Bemühen, das in der Schlussminute in einem Empty-Net-Goal endete – 13 Sekunden, nachdem Mizerek seinen Goalie für den sechsten Feldspieler aus dem Tor geholt hatte. Der schnelle Scheibenverlust im Duisburger Drittel und der legere Abschluss vom starken Duisburger Schweden Pontus Libäck ins verwaiste Tor sowie ein weiterer (der dritte) Treffer des Schweden neun Sekunden vor Schluss beendeten die letzten Hammer Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg im dritten Aufeinandertreffen beider Teams. „Wir hätten unsere Überzahlchancen nutzen müssen, um so ein Spiel zu gewinnen. Wir gehen immer näher Richtung Ende der Saison, da müssen die ‘special Teams´ den Unterschied machen – gerade in so einem engen Spiel. Das war heute bei uns nicht so. Und ein Tor zuhause reicht nicht aus.“

Unterschiedliche Phasen

Zuvor hatten die Fans unterschiedliche Phasen gesehen: Im ersten Drittel waren die Gastgeber weit von ihrer Normalform entfernt, agierten fahrig im Aufbau. Und kassierten früh das 0:1 durch Pontus Libäck (3.). Durchgang zwei sah ein dominantes Eisbären-Team, das die Gäste kaum aus dem eigenen Drittel ließ und verdient durch Samuel Dotter (22./Vorarbeit Balla, Tegkaev) zum Ausgleich kam.

Im Schlussdrittel hatte dann zunächst Kevin Lavallee die Führung auf dem Schläger, als er die Scheibe im eigenen Drittel eroberte und allein aufs Tor zulief, aber an Duisburgs Keeper Linus Schwarte scheiterte (42.). Dann entschieden die Gäste das Spiel – auch, weil Hamm nach dem Geschmack seines Sportlichen Leiters zu viel Zeit auf der Strafbank verbrachte. „Natürlich tut es nie gut, in Unterzahl zu spielen, da kannst du kein Spiel gewinnen. Wir müssen diszipliniert sein“, monierte Weißleder. „Gegen Teams wie Duisburg, gerade mit so einer Paradereihe, darfst du keine Unterzahl spielen. Aber wir haben ja noch ein Spiel gegen die.“ Stellt sich angesichts der bisherigen 0:3-Bilanz die Frage, für wen das besser ist.

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