Eishockey

Hammer Eisbären: Ungewisse Eiszeit in Werries

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Noch völlig offen ist, wann und in welcher Liga die Hammer Eisbären in die Saison starten werden.

Zumindest die Saison in der Eishockey-Regionalliga West haben die Hammer Eisbären im Gegensatz zu einigen anderen heimischen Vereinen in den unterschiedlichsten Sportarten bereits ordnungsgemäß beendet.

Hamm - Doch die Planungen für die kommende Meisterschaftsrunde sind in Werries komplett eingefroren. Niemand kann derzeit sagen, ab wann und in welcher Liga die Eisbären in der kommenden Meisterschaftsrunde antreten werden.

Jan Koch, Manager der Hammer Eisbären, kann im Gegensatz zu vielen anderen Sportfunktionären einigermaßen beruhigt schlafen. Akute finanzielle Probleme, die sogar die Existenz mancher Vereine bedrohen, plagen die Verantwortlichen des Eishockey-Regionalligisten derzeit nicht. Denn die Saison war für die Hammer bereits vor Beginn der Corona-Krise mit dem K.o. im Playoff-Halbfinale gegen die Diez-Limburg Rockets beendet. 

„Natürlich wären wir sportlich gesehen sehr gerne in das Endspiel eingezogen, doch im Nachhinein müssen wir vielleicht sogar froh sein, dass wir ausgeschieden sind“, betont Koch. Denn die Finalserie zwischen Diez-Limburg und den Neuwieder Bären fand nicht mehr statt, es wurde erstmals seit Bestehen der Regionalliga kein Meister ermittelt. Beide Klubs hatten schon die Eintrittskarten gedruckt, alle Vorkehrungen waren für den Saison-Showdown getroffen worden. Womit beide Vereine auch finanziell in Vorleistung getreten waren.

Kein Abschied von den Anhängern

„Das ist uns so zum Glück erspart geblieben“, meint Koch, erwähnt dabei aber ausdrücklich, dass sich die Eisbären gerne noch in gebührender Form von ihren Fans verabschiedet hätten. „Was wegen Corona jetzt leider nicht möglich war. Auf Grund des sehr guten Supports hätten unsere Anhänger das auf jeden Fall verdient gehabt“, erklärt der Manager.

Immerhin sind die Eisbären in wirtschaftlicher Hinsicht mit einem blauen Auge davon gekommen. „Mit 600 Zuschauern haben wir unseren Schnitt zumindest leicht steigern können“, betont Koch. „Wir werden im kommenden Herbst, sofern es die Pandemie zulassen wird, ohne größere finanzielle Vorbelastung in die neue Saison starten können.“

Allerdings rechnen die Verantwortlichen der Eisbären durchaus damit, dass sich die aktuellen Einschränkungen negativ auf die Voraussetzungen beim heimischen Eishockey-Klub auswirken werden. „Wir wissen derzeit nicht, welche Sponsoren uns in Zukunft überhaupt und mit welchen Mitteln weiter unterstützen können“, weiß Koch, dass momentan viele Förderer des Hammer Sports um das nackte Überleben kämpfen.

Koch schließt Geisterspiele aus

Zudem ist derzeit völlig offen, wann in den Hallen wieder vor Zuschauern gespielt werden darf. „Ohne die Fans auf den Rängen wird es bei uns keine Spiele geben. Der Eishockey-Sport lebt doch in erster Linie von Emotionen. Zudem benötigen wir die Zuschauer-Einnahmen, um überhaupt den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können“, versichert Koch. „Geisterspiele kann ich mir in unserem Sport definitiv nicht vorstellen.“

Hart trifft den Eisbären-Manager momentan in erster Linie, dass ihm in jeder Hinsicht die Hände gebunden sind. Die Spielerverträge sind mit dem Saisonende ausgelaufen. Auch der Kontrakt mit Trainer Ralf Hoja wurde bisher nicht verlängert. „Wir haben natürlich Gespräche geführt und von einigen auch schon positive Signale erhalten“, bestätigt Koch. „Doch konkret können wir nichts unternehmen, bevor nicht einige Dinge endgültig geklärt sind.“

Das betrifft nicht nur allein die Corona-Problematik, sondern auch die Frage nach der künftigen Ligenstruktur. Eine Runde mit nur sieben Regionalliga-Vereinen wie in der Vorsaison wird es nicht mehr geben. Eine erste Absprache sollte bei einer Ligentagung am 28. März mit allen Eishockey-Vereinen aus dem Westen erfolgen, doch dieses Treffen wurde abgesagt. „Einen neuen Termin soll es, falls möglich, nach Ostern geben. Doch der steht noch nicht fest“, erklärt Koch.

Neuer Anlauf für Oberliga im Westen?

Der hofft jetzt sogar darauf, dass im Westen vielleicht ein neuer Anlauf mit einer Oberliga gestartet wird. Entsprechende Andeutungen verbreitet inzwischen der Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Marc Hindelang, der für die Oberligen im Bundes-Verband verantwortlich ist. Der frühere Fernsehjournalist und Diplom-Sport-Manager hat angesichts der wirtschaftlichen Probleme, die besonders die Oberliga-Vereine im Norden bedrücken, laut darüber nachgedacht, die dritthöchste deutsche Klasse zumindest nördlich der Main-Linie wieder mehr zu regionalisieren. Die Nord-Staffel könnte in zwei Gruppen eingeteilt werden, die zunächst unter regionalen Gesichtspunkten mit vielen Derbys bis Dezember eine einfache Runde spielen, danach wieder verzahnt werden, um anschließend die besten Teams mit den Süd-Vertretern um den Aufstieg in die DEL2 kämpfen zu lassen.

„Für uns wäre es natürlich sehr attraktiv, wieder gemeinsam in einer Liga mit Vereinen wie Duisburg, Essen oder Herne zu spielen“, beteuert der Eisbären-Manager. „So eine Klasse wäre für uns angesichts der Fahrtkosten zudem finanziell zu stemmen“, meint Koch.

Eine Runde, die auch Trainer Hoja sportlich sehr reizen würde. Jedenfalls stehen für die Verantwortlichen in Werries spannende Wochen an, ganz gleich in welcher Hinsicht. Dabei hoffen alle derzeit nur auf eins: auf ein gutes Ende der ungewissen Eiszeit.

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