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Wenig Zeit für wilde Bärte bei den Hammer Eisbären

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Die Rollen sind verteilt: Kevin Thau (links) und die Hammer Eisbären gehen als klarer Außenseiter in das Playoff-Halbfinale gegen Liga-Primus EG Diez-Limburg.

Nachdem die Hammer Eisbären die Pre-Playoffs als Vierter abgeschlossen haben, treffen sie ab Freitag im Kampf um die Eishockey-Regionalliga-Meisterschaft in der Serie Best of five auf den Liga-Primus EG Diez-Limburg. Die Bärte der Eisbären-Spieler werden dabei wenig Zeit zum Wachsen haben.

Hamm – Es ist einer der haarigsten Aberglauben im Sport. Wenn die Playoffs beginnen, dann lassen die Eishockeyspieler ihre Gesichtsbehaarung wachsen. 

Denn der Bart soll angeblich Glück bringen. Da ist es den Akteuren auch egal, ob ihre Frauen sie kratzbürstiger finden und ihre Kinder sie kaum wieder erkennen. Es ist einfach ein Ritual, dass die harten Kerle in der entscheidenden Saisonphase auf dem Eis den Rasierer meiden, dass dann, wenn die Meisterschaftsträume reifen, die Bärte sprießen. Kevin Thau, der das ganze Jahr über einen Bart trägt, befürchtet in dieser Saison allerdings, dass es bei seinen Teamkollegen von den Eisbären nicht über ein bisschen Flaum oder ein paar Stoppeln im Gesicht hinauskommt. 

EG Diez-Limburg gilt als Top-Favorit

Das liegt zum einen daran, dass die Hammer mit der EG Diez-Limburg auf den Top-Favoriten treffen. Und zum anderen daran, dass es durch die Pre-Playoffs in dieser Saison kein Viertelfinale, sondern nur ein Halbfinale sowie Endspiel geben wird. 

„Ich denke, da wird in diesem Jahr nicht viel wachsen“, sagt der 29-Jährige, der sich als Jugendlicher, als der Bartwuchs noch eher spärlich ausfiel, in den Playoffs zusammen mit seinen Teamkollegen die Haare färbte. „Ein bisschen Spaß muss einfach sein.“

Immer wieder zehn schwache Minuten

Wenn die Eisbären aber gegen den großen Titelkandidaten auch ein bisschen Spaß haben wollen, müssen sie anders auftreten als in den vergangenen Wochen. Denn wie ein roter Faden zieht es sich durch die Saison, dass den Schützlingen von Trainer Ralf Hoja immer wieder zehn schwache Minuten zum Verhängnis werden. 

So auch am vergangenen Sonntagbei der 3:5-Niederlage in Neuwied, als die Hammer im Mitteldrittel zu fehlerhaft agierten und die entscheidenden Gegentore kassierten. „Das müssen wir unbedingt abstellen. Sonst ist es gegen Diez-Limburg nach drei Spielen schon vorbei“, sagt Thau, der vor dem Halbfinal-Gegner eine Menge Respekt hat. „Die EG ist klarer Favorit und stand nicht umsonst nach der Haupt- und Zwischenrunde auf Platz eins. Gerade offensiv ist die Mannschaft topbesetzt, das ist Extraklasse, was da aufs Eis gebracht wird.“

Eisbären sind nicht chancenlos

Dennoch sieht der Eisbären-Stürmer sein Team nicht chancenlos. In den Pre-Playoffs kassierten die Hammer zwar mit 4:8 und 2:5 zwei Niederlagen, doch fielen beide angesichts der Spielanteile auf dem Eis zu hoch aus. Und in der Vorrunde hatten sich Thau und Co. in Diez-Limburg sogar einmal mit 8:2 durchgesetzt. 

„So viel trennt uns von unserem Gegner nicht. Das waren meist enge Partien zwischen uns. Wir müssen aber konzentriert sein und kompromisslos fighten. Wir werden jedenfalls nicht schon vorher das weiße Handtuch werfen“, sagt der Hammer, der in seinen fünf Jahren, in denen er schon für die Eisbären aufläuft, selbst erfahren musste, dass die Platzierung wenig Aussagekraft für die Playoffs hat. So hatten die Eisbären vor einem Jahr die Hauptrunde als Erster abgeschlossen, unterlagen dann aber im Finale dem Herforder EV. „Wir wollten in dieser Saison das Halbfinale erreichen. Das haben wir geschafft. Jetzt gehen wir den weiteren Aufgaben entspannt entgegen“, will sich Thau nicht unter Druck setzen lassen.

Thau wird wohl bei den Eisbären verlängern

Sollten die Eisbären aber am großen Favoriten scheitern, wäre das auch kein allzu großes Drama. Thau ist mit dem bisherigen Saisonverlauf nämlich sehr zufrieden. „Wir waren nach der Hauptrunde Dritter, haben die Pre-Playoffs als Vierter abgeschlossen. Dass Diez-Limburg Neuwied und Herford vor uns liegen, ist kein Beinbruch und auch nicht riesig überraschend“, sagt der Hammer, der auch mit dem Modus durchaus zufrieden war: „Eine Vorrunde gehört nun mal dazu, wobei es mit den Playoffs natürlich jetzt richtig interessant wird. Aber ich fand es vorher auch schon spannend, weil das Leistungsgefüge in der Liga eng war. Da verliere ich lieber mal ein Spiel als dass ich so wie in den Jahren vorher gegen Frankfurt oder Lauterbach zweistellig gewinne.“

Thau wird übrigens wohl auch in der kommenden Saison weiter für die Eisbären spielen und damit in sein sechstes Jahr gehen. „Offiziell ist noch nichts“, sagt der Routinier. „Aber ich gehe davon aus, dass ich in Hamm bleibe. Die Zeichen sehen gut aus.“

Die Termine für das Halbfinale

Die Halbfinal-Termine: 28.2.: 20.30 Uhr (A); 1.3.: 18.30 Uhr (H); 6.3.: 20.30 Uhr (A); wenn notwendig 8.3.: 18.30 Uhr (H); 10.3.: 20.30 Uhr (A)

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