Eishockey

Die Hammer Eisbären müssen ein Hygienekonzept erstellen

+
Vollbesetzt Tribünen in der Eishalle in Werries wird es zum Start in der Oberliga Nord wohl nicht geben.

Die Hammer Eisbären müssen ein Hygienekonzept erstellen. Die Stadt entscheidet über mögliche Zuschauerzahl in der Halle

Hamm - Die Gerüchteküche im Eishockey brodelte in den vergangenen Tagen. Viele sprachen sogar schon vom Zusammenbruch der Oberliga Nord. Scheinbar besonders bitter für die Hammer Eisbären, die gerade erst die Lizenz für die dritthöchste Klasse vom Deutschen Eishockey-Bund erhalten hatten.

Nach dem Rückzug der Westklubs Moskitos Essen und Füchse Duisburg aus finanziellen Gründen und der Lizenzverweigerung für die Hannover Indians und die Leipzig IceFighters wollte nun auch der Herner EV die Oberliga verlassen. Weil den Bietigheim Steelers zunächst die Zulassung für die DEL2 verweigert wurde, liebäugelten die Herner damit, in den DEL-Unterbau aufzurücken.

Trotz dieser Hiobsbotschaften blieb Jan Koch stets ruhig. „Derzeit kann doch niemand mit Gewissheit sagen, wann und in welcher Form die Oberliga, deren Start offiziell für den 16. Oktober vorgesehen ist, wirklich laufen wird. Wir müssen alle abwarten, was passiert“, strahlt der Manager der Eisbären Gelassenheit aus. Und zumindest in einem Punkt sollte er recht behalten. Bietigheim hat inzwischen die Lizenz mit entsprechenden Auflagen erhalten. Die Herner bleiben in der Oberliga. Und die Hannover Indians sowie Leipzig haben inzwischen offiziell Klage gegen die Lizenzverweigerung vor dem Sportgericht des DEB eingereicht. Auch Koch zählt zu den Experten, die der Meinung sind, dass Hannover und Leipzig im zweiten Anlauf die Zulassung noch erhalten werden.

Der Eisbären-Manager hat derzeit ganz andere Probleme, die in den kommenden Wochen viel Zeit in Anspruch nehmen werden. Der Hammer Klub muss ein eigenes Hygienekonzept erstellen, um den Spielbetrieb auch mit Zuschauern aufnehmen zu können. Das muss mit der Stadt und dem Gesundheitsamt abgesprochen werden. Am Ende entscheidet allein das Gesundheitsamt über die Machbarkeit der erarbeiteten Vorlage und darüber, wieviele Fans die Eisbären bei den Begegnungen in die Eishalle in Werries lassen können.

Alle Oberligisten hatten schon vor Wochen bei ihrer Videotagung erklärt, dass es in der Nord-Gruppe einen Saisonstart ohne Zuschauer nicht geben wird. Das könnte kein Klub der Klasse finanziell stemmen. Die Halle im Hamm bietet 1800 Besuchern Platz. „In der vergangenen Regionalliga-Saison hatten wir einen Schnitt von 550 Fans pro Heimspiel. Wenn wir nur ein Drittel der vorhandenen Kapazität nutzen dürfen, dann können wir damit leben“, gibt sich Koch jetzt in dieser Hinsicht zuversichtlich.

Der Leitfaden umfasst 81 Seiten

Vom DEB haben alle Vereine einen Leitfaden zur Unterstützung bekommen. Das nennt sich Covid-19-Pandemie Hygienekonzept zur Rückkehr und Wiederaufnahme des Spielbetriebs Eishockey für den Profi-, Breiten und Nachwuchssport. Es umfasst stolze 81 Seiten und beinhaltet auch den Spielbetrieb mit Zuschauern. Das DEB-Konzept stützt sich aber in erster Linie auf die örtlichen Gegebenheiten im Bundesstützpunkt in Füssen. „Wir dürfen das jetzt komplett auf unsere Verhältnisse in der Halle in Werries umschreiben“, betont der Eisbären-Manager. „Wir müssen sehen, in welcher Form wir auch die Stehplätze nutzen können. Klar ist, dass wegen der Nachverfolgungsmöglichkeiten alle Besucher registriert werden müssen.“ Deswegen setzt Koch darauf, die Tickets in erster Linie über das Internet online zu verkaufen. Auf diesem Wege wäre es einfacher, die Zuschauer zu registrieren, dabei aber auch dem Datenschutz gerecht zu werden, was bei langen Listen an den Eingängen nicht zu gewährleisten wäre.

Im Vordergrund dürfte aber das Hygienekonzept stehen. „Wir werden jetzt auf die Verantwortlichen in Hamm zugehen und sehen, was wir machen müssen“, erhofft sich der Manager in dieser Hinsicht auch Unterstützung von der Stadt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare