Eishockey

Nach dem Halbfinal-Aus: Kaderplanung der Eisbären hängt von Ligenstruktur ab

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Mit dem diesjährigen Regionalligamodus alles andere als zufrieden: Eisbären-Stürmer Kevin Thau wünscht sich für die kommende Saison wieder eine große Liga mit Teams aus dem Norden Deutschlands.

Nach einem großen Kampf sind die Hammer Eisbären im Halbfinale der Eishockey-Regionalliga erhobenen Hauptes gegen den Titelfavoriten aus Diez-Limburg ausgeschieden. Damit fand eine Saison voller Aufs und Abs ein zumindest versöhnliches Ende.

Hamm – In der Sommerpause muss neben wichtigen Personalfragen auch vor allem eines geklärt werden: Wie geht es mit der Regionalliga weiter? „Hätten wir die Leistung von Sonntag im Finale des vergangenen Jahres gezeigt, dann wäre das anders ausgegangen“, sagt Trainer Ralf Hoja am Tag nach dem bitteren Ausscheiden im Rückblick auf die Saison 2018/19, als die Hammer dem Herforder EV in der Finalserie unterlegen waren.

„Dass wir 40 Sekunden vor Schluss in Rückstand geraten, ist ärgerlich. Ich bin dennoch stolz auf die Mannschaft.“ Das sieht Eisbären-Stürmer Kevin Thau ähnlich: „Wir waren im zweiten, dritten und vierten Spiel auf Augenhöhe. Hätten wir unsere Torchancen besser ausgespielt, wäre das Entscheidungsspiel drin gewesen. Wir wissen aber, dass wir einen großen Kampf geliefert haben.“

Die Partie gegen Diez-Limburg war der Schlusspunkt einer durchwachsenen Saison. Eine lange Verletztenliste, ein prall gefüllter Spielplan und nicht zuletzt der improvisierte Regionalligamodus mit nur sieben statt wie bisher zehn Teams und der dafür neu ins Leben gerufene Inter-Regio-Cup hatten daran zumindest eine Teilschuld.

Kritik am Inter-Regio-Cup

„Man darf nicht vergessen, dass die Regionalliga keine Profi-Liga ist. Am Sonntag haben wir unser 47. Spiel absolviert, die Berufssportler aus der ersten Liga haben lediglich fünf mehr auf dem Konto. Wenn man dann noch die vielen Verletzten bedenkt, ist es klar, dass wir nicht immer konstant eine gute Leistung bringen können“, analysiert Hoja.

Thau kritisiert vor allem den Inter-Regio-Cup, bei dem die deutschen Regionalligisten auf ebenbürtige Gegner aus Belgien und den Niederlanden trafen: „Aus Sicht der Spieler ist dieser Wettbewerb nicht attraktiv, ich habe da auch mit anderen Akteuren gesprochen. Insgesamt können wir mit der Saison aber zufrieden sein. Unser Ziel war das Halbfinale, was wir auch erreicht haben. Zudem konnten wir den NRW-Pokal gewinnen.“

Eisbären Geschäftsführer Jan Koch sieht zwar noch Luft nach oben, ist der Zusammenarbeit mit der BeNe-League nicht gänzlich abgeneigt: „Der Modus war nicht interessant, die Partien waren aber sportlich auf gutem Niveau. Unter dem Strich können wir ein positives Fazit ziehen.“

Trainerfrage bleibt offen

Wer die Eisbären in der kommenden Saison trainiert und welche Spieler weiterhin für die Hammer aufs Eis gehen, steht noch in den Sternen. Hoja schließt eine Weiterbeschäftigung zumindest nicht gänzlich aus: „Im vergangenen Jahr war ich amtsmüde, das bin ich jetzt nicht mehr. Wir haben aber noch keine Gespräche geführt. Ich denke, es wird auch auf den Modus der nächsten Saison ankommen. Eine Liga mit sieben Teams kann es nicht noch einmal geben. Die ersten 24 Spiele waren für die Nüsse, da schon nach zehn Partien feststand, dass Neuss raus ist. Aber bisher wissen wir noch nicht, wie es weitergeht.“

Auch Koch verweist auf den bislang ungeklärten Ligamodus: „Die Kaderplanung hängt mit der Ligaplanung zusammen. Wir haben aber schon Gespräche geführt und werden noch mit weiteren Spielern sprechen. Zu dem Stand der Ligaplanung kann ich keinen Kommentar abgeben.“ Eine Entscheidung wird frühestens am 28. März erwartet, wenn sich die Verantwortlichen am runden Tisch treffen, um über mögliche Lösungsansätze zu beraten.

Konkrete Vorstellungen und Ideen gibt es derweil von den Akteuren. „Ich würde mir eine große Regionalliga mit den Vereinen aus dem Norden wünschen. Auch den Modus in Bayern finde ich interessant. Dort duellieren sich, nach der regulären Saison, die vier besten Regionalligisten auf die vier schlechtesten Oberligisten. Das wäre auch für die Zuschauer attraktiv, da man nicht immer auf die selben Teams träfe “, sagt Thau.

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