Eishallen-Debatte: Eisbären in Schockzustand

HAMM - Bei Roland Frazcak, dem Vorsitzenden von Lippe Hockey Hamm, stand am Donnerstag das Telefon nicht still. Die Nachricht, dass sich die vom Aufsichtsrat des Maximilianparks eingesetzte „Kleine Kommission“ einstimmig dafür ausgesprochen hat, aus Kostengründen die städtische Eishalle zu schließen, versetzte alle Eisbären in einen Schockzustand.

„Ich habe die Meldung schon spät abends auf der Internet-Seite des WA gelesen, habe deshalb schon die ganze Nacht nicht schlafen können“, erklärte Frazcak, der sich ratlos zeigte: „Ich habe keine Idee, wie es jetzt weitergehen soll. Die Schließung der Eishalle würde automatisch auch das Ende des Eishockey-Vereins und des Eishockey-Sports in Hamm bedeuten.“

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Besonders angefressen über das Verhalten einiger Vertreter des Aufsichtsrates zeigte sich Werner Nimmert, Sponsorensprecher der Eisbären, der sich nach dem Rückzug der Kenston-Unternehmensgruppe vor der Oberliga-Saison mit allen Kräften dafür eingesetzt hatte, dass in Werries weiter Eishockey gespielt werden kann. „Mit der Empfehlung, die Eishalle zu schließen, hat man uns einen immensen Schaden zugefügt, der nicht wieder gutzumachen ist“, echauffierte sich Nimmert. Der hatte im September sogar privat dafür gebürgt, dass der Verein allen Verpflichtungen in Sachen Eismiete nachkommen wird.

"Hatten eine feste Zusage für runden Tisch"

„Wir hatten die feste Zusage, dass wir uns im Dezember alle gemeinsam an einem Tisch setzen werden und über die Zukunft beraten. Wir sind bisher allen unseren Verpflichtungen nachgekommen und haben pünktlich gezahlt. Und dann kommt jetzt diese Nachricht, die mit einem Schlag wieder alles kaputt macht, was wir uns in den vergangenen Wochen mühsam erarbeitet haben“, so Nimmert.

Besonders der Zeitpunkt stößt bei Nimmert auf Unverständnis: „Wenn man uns vor der Saison gesagt hätte, es hat alles keinen Zweck mehr, dann wäre das in Ordnung gewesen“, meinte der Sponsoren-Sprecher. „So haben wir wieder neue Verträge mit Trainern und Spielern abgeschlossen, es wurde von der Maximilianpark GmbH erneut ein hoher Betrag in die Eisanlage investiert. Das wäre doch so, als wenn ich Tausende von Euros für Autoreparaturen bezahle, um die TÜV-Plakette zu erhalten, um den Wagen dann anschließend doch zu verschrotten.“

Auch Frazcak, der Vorsitzende von Lippe Hockey Hamm, sprach von einem immensen Schaden für den Verein. „Offenbar lief es bei uns seit September zu gut. Das war einigen Herren, die vermutlich etwas anderes mit der Halle vorhaben, vielleicht ein Dorn im Auge. Wir hatten zuletzt einen Zulauf von über 40 Mitgliedern. Derzeit spielen bei uns 130 Jugendliche in sechs Nachwuchsmannschaften. Warum versucht man jetzt, uns wieder neue Steine in den Weg zu legen?“, so Frazcak.

Mitglieder- und Fan-Versammlung am Mittwoch

Für ihn und Nimmert geht es jetzt erst einmal darum, Sponsoren und Mitglieder zu beruhigen. Deshalb soll vermutlich am Mittwoch eine Mitglieder- und Fan-Versammlung in Werries stattfinden, in der über das weitere Vorgehen beraten wird. Beide setzen zudem darauf, dass der Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann, zu seinem Wort steht, mit dem Eishockey-Verein über ein tragfähiges Konzept für die Eishalle zu reden. „Wir werden alles dafür tun, damit die vielen Jugendlichen nicht auf der Straße stehen und ihrem Sport weiter nachgehen können“, erklärte Nimmert, wohl wissend, dass die letzte Entscheidung über die Zukunft allein in den Händen der Stadt liegt.

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