Eishockey

Die Hammer Eisbären klären die wichtigste Personalfrage

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In Hamm heimisch geworden: Ralf Hoja trainiert auch in der kommenden Saison die Eisbären.

Derzeit ist ungewiss, ab wann, in welcher Liga und mit welchen Spielern die Hammer Eisbären um Punkte kämpfen werden. Klar ist nur: Wenn der Startschuss erfolgt, wird Ralf Hoja weiter als Trainer an der Bande stehen.

Hamm - Jan Koch steht derzeit wohl vor der größten Herausforderung, seitdem er Verantwortung beim Eishockey-Klub aus Werries übernommen hat. Auf Grund der Corona-Pandemie liegt der gesamte Sport derzeit im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis. Wie soll er die Planungen für eine Saison vorantreiben, wenn nicht einmal bekannt ist, ab wann, in welcher Liga und unter welchen Voraussetzungen die Hammer antreten werden?

Koch hat immerhin schon eine wichtige Personalie geklärt. Wenn die Eisbären in einem Meisterschaftsspielbetrieb wieder auf Punktejagd gehen werden, wird Trainer Ralf Hoja weiter an der Bande stehen. Das bestätigten jetzt sowohl Manager als auch Coach.

„Wir sind uns einig geworden“, erklärt Koch. Und Hoja ergänzt, dass die Entscheidung unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit gilt. Ein Vertrag wurde allerdings bisher nicht unterzeichnet. „Das brauchen wir auch nicht“, betont der Trainer, der von einem großen Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien spricht. Schließlich wird Hoja bereits in seine fünfte Saison bei den Eisbären gehen. 

Vor Hamm arbeitete Hoja im Nachwuchsbereich

Der frühere Junioren-Bundestrainer, der als Spieler in der Eishockey-Bundesliga die Trikots des Berliner SC und des ECD Iserlohn trug, arbeitete vor der Verpflichtung 2016 in Hamm als Coach nur im Nachwuchsbereich des Deutschen Eishockey-Bundes und in der Jugend beim Krefelder EV. Die Eisbären bleiben daher seine bisher einzige Trainerstation im Seniorenbereich. „Ich fühle mich in Hamm sehr wohl, bin schon ein bisschen heimisch geworden“, erzählt der 59-Jährige. „Inzwischen beschäftige ich mich mit der gesamten Sportszene in Hamm, beobachte dabei, was die Basketballer und Handballer so machen, von denen ich auch einige Heimspiele besucht habe. Nur im Hammer Fußball kenne ich mich nicht so gut aus“, sagt Hoja, der die 40-minütige Anreise von seinem Wohnort Schwerte nach Werries gerne in Kauf nimmt. „Das lässt sich alles gut machen.“

Wann es wieder los geht, weiß er natürlich nicht. Denn normal läuft in diesem Jahr angesichts der Corona-Pandemie nichts mehr. „Eigentlich würden wir jetzt bald wieder mit dem Sommertraining anfangen. Doch Planungen dafür sind derzeit nicht möglich“, berichtet Hoja.

Videokonferenz ohne Ergebnis

Weil zudem noch nicht feststeht, wie der Spielerkader der Eisbären aussehen wird. Auch in Sachen Ligen-Besetzung zeichnet sich aktuell nicht einmal eine Tendenz ab. Am vergangenen Wochenende wurde eine Videokonferenz mit dem Landesverband, den Regionalligisten und einigen ambitionierten Landesliga-Vertretern ohne Ergebnis beendet. „Konkrete Aussagen der Vereine, in welcher Liga sie in der kommenden Saison antreten möchten, hat es noch nicht gegeben“, berichtete der Eisbären-Manager. Koch geht davon aus, dass diese Konferenz jetzt in einem 14-tägigen Rhythmus wiederholt wird und hofft möglichst bald auf konkretere Meldungen. Unabhängig davon will er jetzt die Gespräche mit den Spielern des Kaders der vergangenen Saison intensivieren. „Die Jungs wollen doch auch Planungssicherheit haben“, beteuert Koch.

Der Trainer geht jedenfalls davon aus, dass das Gerüst der Mannschaft bestehen bleibt. „Der Großteil des Teams wird sicherlich bei uns bleiben“, rechnet Hoja mit keiner allzu großen Fluktuation. „Bei einigen wird aus beruflichen Gründen natürlich eine ganz wichtige Rolle spielen, in welcher Liga wir antreten werden“, meint der Coach, der sich eine weitere Regionalliga-Saison mit nur sieben Vereinen ebenso wenig vorstellen kann wie eine erneut zusätzliche Runde mit den Klubs der BeneLeague.

"Notfalls müssten wir ein Jahr aussetzen"

Eine große Rolle wird zudem spielen, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickeln wird. Eine Saison ohne Zuschauer ist, das betont der Manager erneut, für die Eisbären nicht zu stemmen. „Notfalls müssten wir dann vielleicht sogar ein Jahr aussetzen“, sagt Koch.

Derweil glaubt Hoja allerdings nicht daran, dass die Zuschauerfrage entscheidend sein wird. „Die Leute lernen doch alle, damit umzugehen, was Abstand oder Maskenbenutzung angeht. Dann dürfen eben nur noch 600 Leute in die Halle. Das wäre doch nicht das Problem“, meint Hoja. Viel schwieriger wären für den Trainer die Auflagen, die notwendigen Hygienemaßnahmen innerhalb eines Teams umzusetzenn. „In unseren Kabinen können wir mit den großen Mannschaften die Abstandsregeln nicht einhalten. Außerdem sind alle Spieler Amateure und haben allein schon berufsbedingt sehr viele Kontakte. Da kann schnell so ein Virus in einer Truppe verbreitet werden“, meint Hoja.

Es gibt also noch eine Menge Probleme, die bis zu einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Eishockey zu lösen sind. Und eine Vielzahl von Fragen, die beantwortet werden müssen. Für die Verantwortlichen der Eisbären stehen spannende, aber auch intensive und schwere Wochen an. In jeder Hinsicht.

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