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Frust bei den Eisbären wird immer größer

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Von: Peter Schwennecker

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Kampf und Einsatz stimmten bei Hamm. Auch bei Michel Limböck, der hier Michal Schön davonlief.
Kampf und Einsatz stimmten bei Hamm. Auch bei Michel Limböck, der hier Michal Schön davonlief. © Robert Szkudlarek

50 Minuten lang gestalteten die Hammer Eisbären das Oberliga-Heimspiel gegen den Favoriten aus Leipzig ausgeglichen, am Ende gab es aber vor 533 Zuschauern die vierte Niederlage in Folge.

Hamm – Eisbären-Kapitän Michel Maßen schlich am Sonntagabend nach dem 1:3 (1:0, 0:1, 0:2) vor 533 Zuschauern in Werries gegen die Icefighters aus Leipzig sichtlich angeschlagen in die Kabine. Die vierte Niederlage in Folge in der Eishockey-Oberliga hatte deutliche Spuren hinterlassen. „Wir haben uns 60 Minuten lang gegen eine Spitzenmannschaft den Arsch aufgerissen, stehen am Ende aber wieder mit leeren Händen da. Verständlich, dass man da frustriert ist“, erklärte der Hammer Kapitän, der sich zudem am rechten Bein verletzte. „Ich weiß nicht, wie schlimm das ist. Da muss ich erst einmal abwarten“, erklärte Maaßen.

60 Minuten richtig gut gekämpft

Nachdem die Eisbären am Freitagabend, wie es Manager Jan Koch bestätigte, bei der 3:4-Pleite beim Neuling Moskitos Essen 35 Minuten eine sehr schwache Leistung gezeigt hatten, konnte Trainer Jeff Job seiner Mannschaft diesmal keinen Vorwurf machen. „Das Team hat 60 Minuten lang richtig gut gekämpft“, beteuerte der Coach. „Wir hätten hier im zweiten Drittel auch 2:0 in Führung gehen können. Und ich bin mir sicher, dass wir dann die drei Punkte geholt hätten“, erklärte Job. Der muss seine Mannschaft nach dem dritten Null-Punkte-Wochenende erst wieder einmal aufrichten, bevor es am Freitag bei den Herner Miners und am Sonntag daheim gegen die Tilburg Trappers erneut gegen starke Konkurrenten geht. „Wir haben heute gegen ein Topteam 50 Minuten lang auf Augenhöhe gespielt. Mit harter Arbeit kann man in diesem Sport sehr viel erreichen“, sagte der Coach, der die Punkte nicht schon im Vorfeld abschenken will.

Maaßen: „Brauchen Verstärkungen“

Personell muss sich bei den Eisbären in den kommenden Wochen auf jeden Fall etwas tun. Am Sonntag musste gegen Leipzig auch noch der erkrankte Routinier Igor Furda passen. Und solche Ausfälle wirken sich bei dem so kleinen Kader der Hammer immer gravierend aus. „Wir haben das aber gegen Leipzig trotzdem ganz gut hinbekommen“, meinte Maaßen. „Schließlich haben wir auch gegen Hamburg mit 13 Leuten gewonnen. Aber weitere 40 Spiele halten wir das natürlich nicht durch. Wir brauchen auf jeden Fall ein oder zwei Verstärkungen“, erklärte der Kapitän.

Zu Beginn der Partie hatten die Hammer erhebliche Probleme, weil Leipzig mit einem enormen Tempo anlief. Das Tor von Eisbären-Goalie Daniel Filimonow stand zunächst unter Dauerbeschuss, aber der Keeper hielt seinen Kasten im ersten Drittel sauber. Mit zunehmender Spielzeit kämpfen sich die Hammer immer besser in die Partie, kamen schließlich selbst zu einigen Chancen. Dennoch fiel das 1:0 nach 17 Minuten überraschend. Tim Junge zog einfach einmal von der blauen Linie ab. Der Puck rutschte an Freund und Feind vorbei ins Netz. Leipzigs Keeper Eric Hofmann war wohl die Sicht versperrt.

Große Chance zum 2:0 vergeben

Das zweite Drittel ist bei den Eisbären eigentlich fast schon traditionell der schwächere Spielabschnitt. Das sah gegen die IceFighters ganz anders aus. Die Hammer wirkten phasenweise sogar überlegen, erzeugten richtig Druck und erarbeiteten sich mehr und mehr Möglichkeiten. Die größte Chance besaß nach 27 Minuten Maßen, als er nach einem Querpass von Ibrahim Weißleder freistehend das Tor nicht traf. „Der Puck ging an den Pfosten. Wir haben einfach kein Glück“, ärgerte sich der Stürmer. Besser machten es die Gäste, die ihr zweites Überzahlspiel zum Ausgleich durch Connor Hannon nutzten, als Weißleder auf der Strafbank saß.

Leipzig nutzt die Überzahl

„Die besseren Special Teams haben die Partie entschieden“, meinte Hamms Manager Koch, denn auch die beiden weiteren Tore der Icefighters fielen jeweils bei Leipziger Überzahl. Es war ein Doppelschlag innerhalb von einer Minute durch Filip Stopinski (50.) und Oliver Noack (51.), der schließlich für die Entscheidung sorgte.

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