Auftakt in der 1. Eishockey-Liga West

Die Hammer Eisbären fiebern dem Saisonstart entgegen

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Die Hammer Eisbären treten zum Auftakt in der 1. Liga West in Ratingen an.

Hamm - In einem Punkt ist sich Jan Koch sicher, wenn er auf die am Wochenende beginnende Spielzeit in der 1. Eishockey-Liga West blickt. „Die Saison“, sagt der 2. Vorsitzende der Hammer Eisbären, „wird gerade in der Spitze deutlich interessanter als die vergangene. Denn die Liga ist ausgeglichener.“

Schließlich fehlen durch die Abwanderung von Herne, Duisburg, Essen und Neuwied in die Oberliga Nord und damit unter das Dach des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) potenzielle Überflieger. Die Zahl der deutlichen Ergebnisse dürfte somit geringer werden, die Chancen der vermeintlich „Kleinen“ größer. „Jetzt kann es auch mal sein, dass der Sechste den Ersten schlägt“, sagt Koch über eine Klasse, deren sportliches Niveau er „ungefähr auf dem der letztjährigen Pokalrunde“ sieht.

Entsprechend groß ist die Vorfreude bei den Eisbären auf die höchste Liga im NRW-Landesverband. Koch hofft, dass auch die Fans die neue Umgebung gut annehmen. Den Zuschauerschnitt in der mittlerweile von der Hammer Eis eG betriebenen Eissporthalle am Maxipark haben die Eisbären in ihren Kalkulationen aber „erstmal bewusst niedrig angesetzt“, erklärt er, ohne bei den Zahlen ins Detail zu gehen.

Einen Gedanken an die Oberliga verschwendet bei den Hammern derweil längst niemand mehr. Koch ist sich nach den deutlich verlorenen Tests in der Vorbereitung gegen Herne und Hannover zwar sicher, dass die Eisbären in der 18 Teams umfassenden höheren Klasse „so um Platz zehn bis zwölf mitspielen“ könnten, weil „wir zum Beispiel gegen Hannover nicht die sieben Tore schlechter waren“ und sich letztlich „die individuelle Klasse“ der Niedersachsen bemerkbar gemacht habe. Aber: Die Oberliga hätte eine andere Kaderstruktur mit Vollprofis erfordert, die Reisekosten wären um ein Vielfaches höher – aus finanziellen Gründen kam ein derartiges Abenteuer für den Klub nicht in Frage.

Für die 1. Liga West indes haben die Eisbären ein schlagkräftiges Team beisammen. Ob diesem künftig Romans Nekludovs angehört, ist offen. Die Entscheidung, ob er verpflichtet wird, steht aus. Der 20-jährige Lette, als Testspieler gegen Hannover dabei, hat offenbar (noch) nicht vollends überzeugt.

Generell gehen die Eisbären die Besetzung der Kontingentstellen in Ruhe an. „Wir nehmen nicht den Erstbesten. Er muss zum Team und der gesamten Organisation passen“, sagt Trainer Daniel Galonska, betont aber: „Wir haben noch ein bisschen was in Planung.“

Doch auch so ist Galonska mit seinen personellen Möglichkeiten zufrieden, verteilt ein Extra-Lob an die Förderlizenzspieler: „Sie haben einen absolut tollen Eindruck hinterlassen und sind ein fester Bestandteil der Mannschaft.“ Die ist in weiten Teilen zusammen geblieben und entsprechend eingespielt. Was Galonska als Glücksfall wertet – und als Fingerzeig für den künftigen Weg der Eisbären. „Wir wollen weg von der Fluktuation und langfristig etwas aufbauen mit jungen Spielern, die von den erfahrenen gestützt werden“, erklärt der Trainer, der ein positives Fazit der Vorbereitung zieht. Lagen die Schwerpunkte in den schweren Tests gegen Hannover und Herne auf der Defensive, so stand gegen Herford der Angriff im Fokus. Galonska bilanziert: „Wir haben sehr viele gute Ansätze gesehen.“

In der ersten Partie geht es für die Eisbären am Sonntag nach Ratingen – und für Koch steht fest, dass dort gleich zum Start „eine erste richtige Standortbestimmung auf uns wartet“. Denn die Ratinger zählt er zu den Top-Teams der Liga. Dortmund, Dinslaken, Lauterbach und Neuss sind darüber hinaus die Kontrahenten, die die Hammer im Kampf um die vorderen Plätze „auf dem Schirm haben“, so der 2. Vorsitzende, der weiß, dass die Eisbären als letztjähriger Oberliga-Starter als Mitfavorit gehandelt und auf entsprechend viel Gegenwehr treffen werden.

Doch er und Galonska betonen, dass der Klub diese Rolle annehme: „Platz eins bis vier“, das Erreichen der Play-offs, ist als Ziel vorgegeben. „Und das“, sagt Koch, „sollte auch machbar sein.“ Was Galonska umgehend in Ratingen demonstrieren möchte. Er hat eine „gigantische“ Motivation in seiner Mannschaft festgestellt: „Wir wollen sofort zeigen, dass man in dieser Saison mit uns rechnen kann.“

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