Hammer Aaron Grosser startet in Elite-Klasse bei Straßen-DM

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Aaron Grosser

Hamm - John Degenkolb, Marcel Kittel, Tony Martin und natürlich Andre Greipel – das sind derzeit die Stars der deutschen Radszene, die am Sonntag bei der DM im Straßenradfahren in Bensheim um den Titel kämpfen werden.

Mittendrin im Geschehen wird aber auch ein Hammer sein: Der erst 18-jährige Aaron Grosser, der für den RSV Unna in die Pedalen tritt, wird erstmals in seiner jungen Karriere an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen und ist entsprechend aufgeregt. „Es ist unglaublich, dass ich dabei bin. Das ist das bislang größte Erlebnis, dafür habe ich Jahre lang trainiert“, sprudelt es aus Grosser heraus.

Acht Runden á 25,6 Kilometer, insgesamt also 204,8 km, hat das Feld am Sonntagmorgen ab 11 Uhr zu bewältigen. Dass der Hammer bei der Titelvergabe kein Wörtchen mitreden kann, ist ihm klar. Er will vielmehr Erfahrungen und Rennhärte sammeln, die er dann eine Woche später bei der U23-DM zu gerne gewinnbringend umsetzen würde. Und er will versuchen, für ein wenig Aufmerksamkeit zu sorgen. „Wenn die Tagesform stimmt, will ich mal in die Spitzengruppe vorne reinfahren und mich zeigen. Im großen Feld ist es schwieriger, sich zu beweisen“, sagt der Hammer, der seine Renntaktik vor dem Start aber noch mit seinem Trainer Robert Pawlowsky besprechen will.

Allerdings ist das Rennprofil für Grosser, der zum achtköpfigen Team Rose NRW gehört, gar nicht nach seinemGeschmack. Denn die Strecke ist sehr bergig, insgesamt sind von den 200 Fahrern auf den fast 205 Kilometern 2500 Höhenmeter zu bewältigen. „Ich habe mir das Profil einige Male am Computer angeschaut. Und auch ein Video von der Strecke habe ich analysiert. Es geht die eine Hälfte hoch, die andere wieder runter. Das wird sehr anstrengend“, sagt Grosser. Doch der Hammer, der sich als Bundesliga-Fahrer automatisch für die DM qualifiziert hat, fühlt sich bereit für das bislang größte und wichtigste Rennen seiner Laufbahn, hat in den vergangenen Wochen intensiv trainiert. „Ich bin extra lange Einheiten von rund fünf Stunden gefahren“, verrät er. „Meistens war ich im Sauerland unterwegs, um die Anstiege zu simulieren. Und auch an der Eule in Fröndenberg war ich. Die Form stimmt.“

Am Donnerstag bricht Grosser zusammen mit seinem Team von Unna aus Richtung Bensheim auf. Und wenn er am Rennort angekommen ist, dann wird die Aufregung beim jungen Hammer noch einmal steigen. „Bislang konnte ich noch ganz gut schlafen. Aber wenn wir da sind, wird sich das sicher ändern“, gibt er zu, eine gewisse Anspannung vor dem direkten Duell mit den Stars zu spüren. Denn die Degenkolbs und Greipels wird er das nächste Mal erst dann wiedersehen, wenn er in gut zwei Wochen zuhause vor dem Fernseher sitzen und das Geschehen der Tour de France verfolgen wird. „Dass ich mit diesen Jungs in einem Rennen fahren werde, ist wirklich wahnsinnig. Und mit gerade einmal 18 Jahren dabei zu sein, das schaffen nicht viele“, sagt er und fügt hinzu: „Diese Meisterschaft ist etwas ganz Besonderes. Und dann werden da ja auch noch 20000 bis 30000 Zuschauer am Streckenrand erwartet. Das ist nicht ohne.“

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