Handball

Hoffnung auf die Rückkehr der Fans

+
Ein paar mehr Fans dürften es zum Saisonstart werden: Der ASV hofft auf 1000.

Während die einen noch darüber diskutieren, ob es Sinn macht, den Spielbetrieb der Saison 2020/2021 in den Handball-Bundesligen wirklich bereits am 1. Oktober aufzunehmen und auch das WM-Turnier im Januar in Ägypten in Frage stellen, sind die Offiziellen der Handball Bundesliga (HBL) schon weiter. Gespielt wird wie geplant – das wurde in der vergangenen Woche im Rahmen einer Telefonkonferenz mit den Bundesligisten festgelegt. Das Tauziehen mit der Politik in der Frage, wie viele Zuschauer zu den Spielen zugelassen werden dürfen, ist dagegen noch im vollen Gang.

Hamm – Am Samstag spielt Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen seine Testpartie gegen Drittligist Longericher SC (16 Uhr/Westpress Arena) noch ohne Zuschauer. Doch den Saisonauftakte gegen den TV Emsdetten am 2. Oktober will das Team schon vor einer stattlichen Kulisse in der Westpress Arena austragen. Derzeit erlaubt die geltende Corona-Verordnung maximal 300 Zuschauer bei Veranstaltungen. „Wir gehen davon aus, dass die Bundesregierung Mitte September nochmal eine Lockerung aussprechen wird“, ist ASV-Geschäftsführer Franz Dressel zuversichtlich. „Wir haben gemeinsam mit anderen Sportarten beim NRW-Ministerium auch noch einmal deutlich auf die Notwendigkeit hingewiesen, mehr Zuschauer zu den Begegnungen zuzulassen.“

Eine erste Reaktion der Landesregierung gibt den betroffenen Vereinen und Sportarten Hoffnung. Denn nach Gesprächen mit den Offiziellen der verschiedenen Sportarten am Freitag verkündete NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, dass das Land mit Hochdruck an einem stimmigen Gesamtkonzept arbeite, das die unterschiedlichen Kapazitäten der Sportstätten berücksichtigt. Dieses soll bereits mit der nächsten Novelle der Corona-Schutzverordnung am kommenden Dienstag in geltendes Recht umgesetzt werden.

Hoffen auf 1000 Zuschauer

„Wir gehen aber davon aus, dass wir dann mit knapp unter 1 000 Zuschauern spielen können“, sagt Dressel. „Wenn das Ministerium sagt, 1 500, dann machen wir das natürlich auch gerne.“ Zumindest Dauerkarteninhaber und Sponsoren würden bei der Richtzahl 1 000 Platz in der Halle finden, ein paar Restkarten blieben dann sogar für den freien Verkauf.

Vorbereitet sieht Dressel den ASV, was die Corona-Maßnahmen betrifft. Das von der HBL gemeinsam mit der Basketball Bundesliga (BBL) ausgearbeitete Hygienekonzept umfasst 40 Seiten und wurde von den ASV-Verantwortlichen so modifiziert, dass alle Bedingungen erfüllt werden können. Einlasswege mit getrennten Ein- und Aufgängen, zusätzliche Ausgänge zur Ostwennemarstraße hin über die Fluchttreppen und ein Leitsystem, das den Zuschauern, die in der Halle bis zu ihren Sitzplätzen Masken tragen müssen, nur die Möglichkeit gibt, sich in den Gängen hinter den Tribünen in eine Richtung zu bewegen, sollen dafür sorgen, „dass die Leute möglichst wenig Kontakt haben“, versichert Dressel. „Die Spieler werden zudem über die Nottreppen hinter der Halle in die Kabinen kommen, so dass vermieden wird, dass sie den gleichen Weg wie die Zuschauer nehmen müssen.“

Einlaufkinder wird es nicht geben. Die Wischer werden aus dem Betreuerteam gestellt. Die Zuschauer werden in Zehnerblöcken platziert, wobei nach oben und unten jeweils eine Reihe frei bleiben und zu den Seiten der Sicherheitsabstand von 1,50 Metern eingehalten wird. Stehplätze wird es nicht geben. Toiletten werden in kurzen Abständen desinfiziert. Der Getränkestand wird öffnen, allerdings ist auch hier kein längerer Aufenthalt erlaubt. Getränke müssen mit zum Platz genommen werden.

Flexibilität gefragt: Drei Pandemie-Level

„Insgesamt gib es drei Pandemie-Level, nach denen die Einschränkungen variiert werden können“, sagt Dressel. „Bei einem hohen Level müsste die Zuschauerzahl deutlich verkleinert werden und es würde zum Beispiel keine Getränke geben. Wir sind in Hamm aber auf einem ganz niedrigen Level, so dass ich zuversichtlich bin.“

Selbst wenn die Zuschauerzahl auch künftig auf 300 begrenzt bleiben sollte, geht der ASV-Geschäftsführer positiv gestimmt in die kommenden Monate. Denn das Geld aus dem 200-Millionen-Förderpaket des Bundes soll in Kürze fließen. „Da sind wir auf der Zielgeraden, was die Verteilung angeht“, sagt Dressel. „Da werden wir in der nächsten Woche den Antrag stellen, in dem wir entgangene Zuschauereinnahmen geltend machen können.“

Bei Bewilligung könne der ASV mit einer Summe im unteren sechsstelligen Bereich rechnen, so Dressel. Die Höchstförderung von 800 000 Euro pro Verein sei dagegen für keinen Zweitligisten auch nur annähernd zu erreichen. „Das ist der erste Schritt, der wirklich gut tut“, atmet Dressel auf. „Ob es reicht, weiß ich nicht.“

Doch auch hier gibt es positive Signale vom Land. Für die Überbrückung der Einnahmeausfälle wird die Landesregierung die bisherigen Hilfen mehr als verdoppeln, um Sportvereine und -verbände vor erheblichen negativen finanziellen Folgen der Corona-Pandemie zu schützen“, hieß es am Freitag von Seiten der Landesregierung.. Mit der „Soforthilfe Sport“ (10 Millionen Euro aus der NRW-Soforthilfe) konnten Sportvereine Hilfen beantragen, die sich bereits in einer existenziellen Notlage befinden. Diese Hilfe wird um 15 Millionen ausgeweitet, um die Vereine zu unterstützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare