ASV Hamm-Westfalen verliert beim Bergischen HC

Lars Gudat (rechts) in Bedrängnis. Foto: Heidenreich

SOLINGEN - Kay Rothenpieler war nicht unzufrieden – auch wenn das Ergebnis am Ende recht eindeutig ausfiel. Mit 22:28 (15:14) verlor Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen sein Testspiel beim klassenhöheren Bergischen HC.

Doch der Trainer blickte weniger auf das Resultat, sondern mehr auf den Umstand, dass die Begegnung vor 250 Zuschauern in der Solinger Klingenhalle gegen einen starken Kontrahenten vor allem Teil eines Lernprozesses sowie phasenweise auch eine Demonstration der Qualitäten des ASV gewesen war. Und daher resümierte er: „Wir haben uns am Ende des Trainingslagers gut verkauft.“

Vor allem im ersten Durchgang. Der ASV machte deutlich, dass die beiden vorangegangenen Testspiel-Erfolge gegen die Erstligisten TuS N-Lübbecke und VfL Gummersbach keine Zufallsprodukte waren.

Die Hammer waren ein Kontrahent auf Augenhöhe, boten dem BHC Paroli. Weil sie im Angriff darum bemüht waren, das Tempo hoch zu halten und die unangenehme, oft im 5:1 mit Fabian Gutbrod als nickeliger „Speerspitze“ agierende Deckung in Bewegung zu bekommen und damit Lücken zu reißen – was oft gelang.

Zudem agierten die Gäste selbst in der Defensive sehr konzentriert und kompakt, die 6:0-Formation gab dem Erstligisten manches mit Zeitspiel quittiertes Rätsel auf. So verwunderte es nicht, dass der ASV das erste Team war, das auf zwei Treffer davonzog (7:9/18., 8:10/20.).

Und hätte Joscha Ritterbach anschließend seine Gelegenheit genutzt, wären es sogar drei Tore Differenz gewesen. So aber machte der BHC drei Treffer in Serie, konnte den ASV jedoch nicht abschütteln. Im Gegenteil: Julian Possehls Tor bescherte den Gästen eine knappe, allerdings nicht unverdiente 15:14-Pausenführung.

Bis dahin „haben wir genau das gespielt, was wir spielen wollten“, meinte Rothenpieler. „Jeder hat sich nahtlos nach den Wechseln eingefügt, wir haben eine richtig gute Abwehr gespielt. Und auch vorne haben wir richtig Bewegung drin gehabt.“ Woran auch Edgar Landim seinen Anteil hatte. Die Ausleihe des Portugiesen bis zum Saisonende ist praktisch perfekt. Mit dem FC Porto und dem Halblinken selbst sind alle Details geklärt, die Unterschriften sind unter den Verträgen, alle Papiere sind verschickt, lediglich die internationale Freigabe fehlt noch.

Dass die Partie für den Zwölftplatzierten der 1. Bundesliga nach dem knappen Halbzeit-Rückstand doch noch in die richtige Richtung lief, hatte verschiedene Gründe. So fehlte den Gästen mit zunehmender Spielzeit nach dem viertägigen Trainingslager in Kaiserau die Spritzigkeit. Darüber hinaus experimentierte Rothenpieler nun fleißig, probierte in der Deckung die versetzte 5:1-Variante, gönnte im Angriff David Wiencek Verschnaufpausen, sodass in Abwesenheit von WM-Teilnehmer Ondrej Zdrahala Markus Fuchs in die Spielmacherrolle schlüpfte. „Da fehlte uns dann die Beweglichkeit und die Routine“, sagte Rothenpieler.

Dass der BHC nun offensiver, aggressiver und damit deutlich besser deckte sowie Torhüter Mario Huhnstock immer sicherer agierte, erschwerte das Unternehmen zusätzlich. Gerade einmal drei Treffer gelangen dem ASV bis Mitte der zweiten Halbzeit. So sprang am Ende ein deutlicher Sieg für die Gastgeber heraus.

Heute Abend (19 Uhr) bestreitet der ASV beim Bezirksligisten HSG Ascheberg/Drensteinfurt in der Sporthalle an der Nordkirchener Straße sein letztes Testspiel vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft am kommenden Donnerstag, wenn es zum VfL Bad Schwartau geht. fh

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