Handball

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck ist heiß auf Handball

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Mroß

Dreieinhalb Monate ohne Handball? Das geht nicht spurlos an einem Sportler vorbei – schon gar nicht, wenn er so handballverrückt ist wie Felix Storbeck.

Hamm – „Ich war schon ganz schön kratzbürstig, zu Hause“, räumt der Torhüter des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen ein, dass es seine Freundin und die engeren Bekannten im Umfeld in der ersten Zeit nach dem Beginn des Corona-Lockdowns nicht ganz leicht mit ihm gehabt haben. „Die Situation ist einfach richtig unangenehm gewesen. Weil es aus privater und finanzieller Sicht sehr gefährlich war. Anfangs habe ich das mental als stark belastend empfunden.“

Erst nach und nach hat sich der 28-Jährige mit den Folgen der Pandemie arrangieren können, hat die zwischenzeitliche Rat- und Tatlosigkeit in neue Energie umgewandelt. „Als alles abgebrochen wurde, war die Motivation gerade nicht so hoch, die Laufschuhe anzuziehen und raus zu gehen“, gibt er zu. „Aber es gab einen regen Austausch, der Verein hat direkt eine Telefonkonferenz mit allen Spielern gemacht. Und irgendwann kam dann die Phase, wo du merkst, es geht in die richtige Richtung, da ist ein Licht am Ende des Tunnels. Dann steckst du dir die Kopfhörer wieder rein, hörst Musik und gehst laufen. Aber bis dahin war es schon ein Wechselbad der Gefühle.“

Trainingsstart am 27. Juli

Jetzt sitzt der Wahl-Hammer im schwarzen ASV-T-Shirt voller Tatendrang im Büro von Geschäftsführer Thomas Lammers und freut sich einfach auf die Dinge, die da kommen mögen. In welcher Form das auch immer sein wird. „Eigenmotivation und Vorfreude sind wieder da. Da möchtest du dich vorbereiten, um mit der gewissen Fitness und Stabilität wieder ins Training zu kommen“, sagt Storbeck mit Blick auf den für den 27. Juli anvisierten Start der Saisonvorbereitung. In welcher Form die anstehende Spielzeit dann über die Bühne gebracht wird – ob mit oder ohne Zuschauer – ist für den Keeper erst einmal nebensächlich. „Das ist jetzt auch egal. Ich will einfach nur den Ball in die Hand nehmen und mit den Jungs wieder trainieren“, sprüht er vor Vorfreude. „Das Training fehlt – und die Kabinengespräche. Wir Spieler haben uns sonst jeden Tag zweimal gesehen. Ich habe richtig Bock, wieder zu starten.“ Seinen neuen Coach, Michael Lerscht, hat Storbeck bereits einmal zu einem lockeren Vier-Augen-Gespräch getroffen. Und der Eindruck, den die Nummer eins des ASV dabei gewonnen hat, ist durchweg positiv. „Er hat gesagt, er möchte uns im Vorfeld schon kennenlernen und nicht erst, wenn es am 27. losgeht. Ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit.“

Das Vertrauen des Trainers dürfte Storbeck sicher haben. Schließlich hat er sich in der vergangenen, im März abgebrochenen Spielzeit, als absoluter Leistungsträger der Mannschaft erwiesen. Storbeck, der mit zweijähriger Unterbrechung – von 2014 bis 2016 spielte er für den DHfK Leipzig in Liga eins und zwei – seit 2012 für den ASV aufläuft, wies mit 225 Paraden in 24 Begegnungen den zweitbesten Wert aller Torhüter der Liga auf. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Denn der Aufstieg in Liga eins ist nach wie vor das erklärte Ziel des Keepers.

Zukunft in der Lippestadt möglich

Storbeck, der in Sachsen-Anhalt geboren ist und ab 2002 beim SC Chemie Genthin erste Handball-Erfahrung sammelte, ist in Hamm heimisch geworden und kann sich durchaus eine Zukunft in der Lippestadt vorstellen. Seine Freundin „ist Ärztin und sucht gerade eine Stelle, möglichst in der Kinder-Chirurgie in Dortmund“, sagt er. Und der Keeper selbst engagiert sich bei seinem Verein über das normale Arbeitsverhältnis eines Sportlers hinaus. Im Januar bot der gelernte Büro-Kaufmann seine Hilfe im Marketingbereich an, die von der Geschäftsführung gern angenommen wurde. Heraus kam das von Storbeck kreierte Projekt „7 – vereint“, mit dem der ASV nun im gesamten Stadtgebiet versucht, den ASV bei der Bevölkerung präsenter zu machen – und das der Keeper in den kommenden Wochen selbst „weiter nach vorne bringen“ möchte (WA berichtete).

Dass im Handball mit dem Vorbereitungsbeginn Ende Juli nicht gleich wieder alles so sein wird wie vor dem Einbruch der Corona-Pandemie, weiß Storbeck. „Das wird eine außergewöhnliche Situation“, stellt er sich auf eine lange Zeit ohne Urlaub ein. „Bis zum 30. Juni 2021 sind die Liga-Spiele eingeplant“, sagt er. „Und dann musst du in der kommenden Saison ja wieder Normalität reinkriegen. Das heißt, du musst zwei Jahre durchpowern. Das wird eine Belastung, wie wir sie so nicht kennen.“

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