Erster Testsieg für den ASV

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Die ASV-Deckung (hier Jakob Schwabe und Marian Orlowski) packte gegen Hildesheim engagiert zu.

Hamm – Nach Spielschluss fühlte es sich fast ein wenig wie vor den Corona-Zeiten an: Trainer und Mannschaft des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen bauten sich vor den wenigen Zuschauern des Fanklubs auf, die der Verein zur Testbegegnung gegen Drittligist Eintracht Hildesheim eingeladen hatte, und bedankten sich applaudierend für die Unterstützung. Die 20 Fans auf der Tribüne wiederum spendeten ihrem Team freundlichen Beifall. Schließlich war dem arg dezimierten ASV gerade im dritten Test der Vorbereitungsphase der erste Sieg gelungen – wenn auch mit 24:23 (14:13) ein sehr knapper.

„Schön, dass die Leute mal da sein konnten. Darüber freuen wir uns“, sagte Michael Lerscht, der auch mit der Leistung seiner Mannschaft durchaus leben konnte. „22 Gegentore sind vollkommen in Ordnung. Das ist es ja auch, was wir in den letzten Wochen bearbeitet haben, die Deckungsleistung. Jetzt müssen wir im Bestrafen noch besser werden. Da haben wir viele einfache Fehler gemacht, wodurch der Gegner Gegenstöße kriegt. Ansonsten bekommen wir in der Positionsabwehr unglaublich wenige Tore. Da müssen wir klarer und stärker sein, damit wir nicht die Gegenstöße kriegen.“

Wie im Vorfeld der Partie angekündigt, musste der ASV-Coach mit Fabian Huesmann, Sören Südmeier, Markus Fuchs und Marten Franke auf vier angeschlagene Akteure verzichten, die aufgrund von Blessuren im Training ausgesetzt hatten und daher geschont werden sollten.

Konzentrierter Beginn ohne Initialzündung

Die anderen taten sich gegen die klassentieferen Drittligisten aus Hildesheim von Beginn an schwer. Zwar begann das Team sehr konzentriert und brachte die Gäste mit seiner 6:0-Deckung gleich im ersten Angriff und auch in der Folge ein ums andere Mal ins Zeitspiel. Die anschließende Führung durch Marian Orlowski wurde aber nicht zur Initialzündung zu einem Start-Ziel-Sieg. Die Defensive des ASV arbeitete sich in der Folge an den kompakten und robust agierenden Eintracht-Kreisläufern Moritz Schade und Nikolaos Tsoufras ab, die immer wieder ihren ganzen Körper einsetzten und so Lücken für Spielmacher Jakub Tonar schufen.

Und wenn der Ball dann endlich erobert war, erspielte sich das Team im Angriff zu selten die nötigen Räume, um zum sicheren Abschluss zu kommen. So hatte Hildesheim nach der Hammer 1:0-Führung zunächst einmal bis zum 4:5 stets die Nase vorn. „Wir haben in der Abwehr sehr lange stehen müssen, um an den Ball zu kommen“, sagte Lerscht. „Um so ärgerlicher ist es, wenn wir ihn danach wieder zu leicht hergeben.“

Testspiel ASV Hamm Westfalen - Eintracht Hildesheim 24:23

Gebundenes Spiel hakt noch

Während der Deckungsverbund bereits gut funktioniert, wirkte das Zusammenspiel vor dem Gästetor weniger kompakt. „Wir sind noch nicht soweit, dass wir die Dinge im Positionsangriff besprochen haben“, sagte Lerscht. „Das Gegenstoß- und Angriffsspiel werden wir erst ab der nächsten Woche detaillierter angehen“ Einzig Rückkehrer Marian Orlowski bewies so in der ersten Halbzeit den nötigen Zug zum Tor. Der Lohn: Sechs Treffer, denen nach dem Wechsel allerdings kein weiterer folgen sollte. Ein 4:1-Lauf in den letzten vier Minuten vor der Pause sorgte dafür, dass die Gastgeber nach einem zwischenzeitlichen 10:12-Rückstand doch noch mit einer knappen 14:13-Führung in die Kabine gehen durften.

Anders als in den bisherigen Testbegegnungen gegen den Bergischen HC und beim TuS Ferndorf, wo sich der ASV ebenfalls zur Hälfte einen knappen Vorsprung erarbeitet hatte, ließ der Gastgeber dieses Mal nicht nach. Die Hammer zogen auf 17:14 weg, schickten sich an, die Partie zu kontrollieren – um danach den Vorsprung durch einen verworfenen Siebenmeter (Orlowski) und Unkonzentriertheiten, die zu Tempogegenstößen führten, schnell wieder zu verspielen.

Hildesheim bleibt giftig, aber Lerscht lobt auch

Nur ein parierter Siebenmeter von Jan Wesemann, der nach der Pause für Felix Storbeck zwischen den ASV-Pfosten stand, verhinderte beim Stand von 17:17 den erneuten Rückstand (41.). Auf der anderen Seite sorgte Jan Gerrit Genz per Energieleistung wieder für die Führung (18:17/41.).

Absetzen konnten sich die Hammer aber nicht. Hildesheim blieb gallig, giftig und hartnäckig. Dennoch gab es Applaus von Lerscht. Nach einer sehenswerten Kombination, die Alex Rubino Fernandez zum 20:19 vollendete, lobte der Coach: „Gut so, Männer“, nur um nach dem nächsten leichtfertig gespielten Angriff verärgert und vehement zur Konzentration zu mahnen. Am Ende durfte aber auch er sich über den ersten Sieg mit seinem Team freuen.

Samstag gegen Tusem Essen

Nur einen Tag nach der Partie gegen Drittligist Eintracht Hildesheim treten die Spieler des ASV Hamm-Westfalen am Samstag um 18 Uhr beim Tusem Essen an. Der Erstliga-Aufsteiger hat zur neuen Saison einen großen Umbruch vollzogen. Trainer Jamal Naji kam vom TSV Bayer Dormagen und beerbte Aufstiegscoach Jaron Siewert, der zu den Füchsen Berlin ins Handball-Oberhaus wechselte. Naji muss nach zahlreichen Abgängen sechs Neuzugänge in seine Mannschaft integrieren, um die Herkulesaufgabe Klassenerhalt in der 1. Bundesliga anzugehen.

ASV: Storbeck (1. bis 30.), Wesemann (31. bis 60.) – Orlowski (6/2), Krings (3), Pretzewofsky (2), von Boenigk (2), Brosch (4), Schwabe (1), Rubino (3), Spiekermann, Genz (3), Eigenbrodt (n.e.)
Hildesheim: Lefan, Krka – Schieb, Richardt (6), Gruszka, Tonar (5), Schmiedt (1), Tzoufras (3), von Hermanni (2), Schade (1), Winkler (2), Vilstrup (2), Dolity (1), Grimuta

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