Handball

ASV Hamm-Westfalen: Offene Fragen zum Saisonstart in Bietigheim

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Angeschlagen: Oliver Milde.

Die Wecker sind gestellt, die Hausaufgaben gemacht: Die Spieler des ASV Hamm-Westfalen fühlen sich gut gerüstet für den Saisonauftakt in der 2. Handball-Bundesliga.

Hamm - Dass der am Sonntag bei der SG BBM Bietigheim (17 Uhr/EgoTrans Arena Bietigheim-Bissingen) stattfindet und damit direkt bei einem der absoluten Topfavoriten auf den Aufstieg, sehen die Hammer als zusätzliche Motivation. Angst vor dem Gastgeber ist jedenfalls aus den Worten von Jakob Schwabe nicht herauszuhören, wenn er sagt: „Wir kommen mit großem Selbstvertrauen aus dem Pokalwettbewerb raus, haben da ein sehr gutes Wochenende gespielt“, sagt der ASV-Kapitän. „Das kann es für uns ein bisschen einfacher machen.“

Wenn im Zusammenhang mit einem Gegner wie dem Erstliga-Absteiger aus der Stuttgarter Vorstadt überhaupt von einfach geredet werden kann. Die SG hat nach dem Abstieg nur zwei Spieler ziehen lassen müssen und strebt mit der Mannschaft um Michael Kraus den direkten Wiederaufstieg an. Kraus, der 2007 mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister wurde und damals als Spielmacher ins All-Star-Team gewählt wurde, ist das schillernde Aushängeschild der Bietigheimer – und ein Spieler, den es auszuschalten gilt, wenn es mit der Überraschung und dem ersten doppelten Punktgewinn zum Auftakt für die Hammer klappen soll. „Mimi Kraus ist natürlich einer, der Spiele entscheiden kann“, ist der Respekt bei Schwabe vor dem großen Namen vorhanden, schneller geht sein Puls aber nicht, wenn es darum geht, dass seine Mannschaft nun gegen solch einen Ausnahmeakteur antreten wird. „Wir müssen ja nicht nur Kraus verteidigen. Bietigheim ist deutlich mehr. Sie haben mit Jonas Link einen starken Mann und mit Tim Dahlhaus, der uns ja noch aus seiner Zeit beim ASV bestens bekannt ist, Qualität dazugeholt. Das ist schon ein bockstarker Gegner.“

Konzentrierte Vorbereitung

Vorbereitet haben sich die ASVer genauso wie sie es vor jedem Meisterschaftsspiel zu tun pflegen. Mit ausgiebigem Videostudium und einigen spezifischen Einheiten im Training. „Alles geht den gewohnten Gang“, versichert Schwabe, dass es in der Halle konzentriert und fokussiert zugeht. „Wir hatten eine vernünftige Vorbereitung und wollen nun wie im Pokal gegen Minden zeigen, dass wir für die Saison bereit sind.“

Dass er selbst dabei wahrscheinlich nur wenig helfen kann, weiß Schwabe, der sich vor zwei Wochen eine Verletzung am Zeigefinger der Wurfhand zugezogen hat und seitdem nur individuell trainieren kann. „Es ist schwer zu sagen, ob es für das Spiel schon reichen wird“, sagt der 30-Jährige mit skeptischem Unterton. „Ich bin noch ohne Belastung, die Verletzung ist am Gelenk, daher ist es auch schwierig, das zu tapen. Ich hoffe aber, dass es für ein paar Minuten reicht, um Jan Brosch in der Abwehr und am Kreis ein wenig zu entlasten. Am Ende müssen wir abwägen, ob es sinnvoll ist – die Saison ist ja nicht nur einen Spieltag lang.“

Einsatz von Milde und Schwabe fraglich

Auch hinter dem Einsatz von Rückraumakteur Oliver Milde steht weiterhin ein Fragezeichen. Wie Schwabe war auch Milde am Pokalwochenende mit dem überragenden 31:21-Erfolg gegen Erstligist GWD Minden und beim anschließenden 28:19-Sieg über Drittligist HC Empor Rostock zum Zusehen verurteilt. Milde war im Training umgeknickt. „Er wird am Samstag noch einen Belastungstest machen“, kündigt Trainer Kay Rothenpieler an. „Danach werden wir entscheiden, ob es Sinn macht.“ Fabian Huesmann und Jan Brosch, die während der Vorbereitung verletzungsbedingt pausieren mussten, standen in der Pokalrunde wieder auf der Platte.

Dass sein Team in Bietigheim befreit aufspielen kann, steht für Schwabe fest. „Der Druck liegt in meinen Augen mehr bei der SG“, sagt er. „Die sind Favorit, wollen unbedingt aufsteigen und spielen zuhause. Aber generell ist der Auftakt auch für uns schwerig. Wir haben eine relativ lange Fahrt vor uns.“

Moralische Unterstützung erhalten die Spieler von ASV-Macher Franz Dressel. „Ich werde im Bus mitfahren, auch wenn der Sonntag und der halbe Montag damit aufgebraucht sind“, kündigt er an. „Ich hoffe, dass wir das Gefühl aus Minden, Mannschaften schlagen zu können, die eigentlich besser sind als wir, mitnehmen. Aber wir werden sicher nicht in ein Loch fallen, wenn wir nicht gewinnen.“

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