Handball

Der ASV Hamm-Westfalen verpatzt die Generalprobe

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Der ASV Hamm-Westfalen – hier Fabian Huesmann – leistete sich gegen Hagen zu viele ungenaue Abschlüsse.

Der ASV Hamm-Westfalen kassiert eine 21:23-Niederlage gegen den Drittligisten aus Hagen

Hamm - Als die 60 letzen Testspielminuten vor dem Saisonstart beendet waren, beorderte Michael Lerscht seine Akteure erst einmal zum Rapport in die Kabine. Der Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen zeigte sich wenig erbaut von der Vorstellung seiner Mannschaft gegen Drittliga-Vertreter VfL Eintracht Hagen – ein wenig mehr als die 21:23 (11:11)-Niederlage hätte nach seinem Geschmack bei der Generalprobe schon herausspringen dürfen. „Im Ballbesitz haben wir noch Verbesserungspotenzial“, stellte der Coach fest. „Defensiv waren dafür schon einige Sachen gut. Dass wir noch keinen Rhythmus haben mit unseren immer wechselnden, neuen Formationen und wenig Trainingsinhalten, das sieht man auf dem Feld.“

Die Verletzungsprobleme setzten sich bei den Gastgebern auch in der Partie gegen den ambitionierten Drittligisten fort. Während mit Jan von Boenigk, Marian Orlowski und Merten Krings auch bei der Liga-Generalprobe drei wichtige Akteure des Teams verletzungsbedingt passen mussten, war zumindest Sören Südmeier nach seiner Schulterverletzung erstmals wieder dabei und verbrachte viel Zeit auf der Platte. „Südi war zum erste Mal dabei und musste viel spielen“, sagte Lerscht „Er muss erst mal den Rhythmus aufnehmen, das ist halt was anderes als Training.“ Was Südmeier ähnlich sah. „Ich bin seit Montag wieder im Training dabei“, sagte er. „Ich habe die Würfe noch nicht richtig genommen vor dem Tor, das hat man, glaube ich, auch gesehen. Die letzte Kraft im Arm fehlt noch. Schön, wieder dabei zu sein – aber das Spiel war halt weniger gut.“

Das Team bemühte sich, hatte mit dem Drittligisten allerdings einen gut organisierten Gegner vor sich. Hagen begann mit einer 5:1-Deckung, verschob defensiv gut und bewies im Angriff zunächst die Kaltschnäuzigkeit, lange zu warten, bis sich in der ASV-Abwehr eine Lücke auftat. So erspielte sich der Gast, der mit Jan-Lars Gaubatz, Valentin Schmidt und Kim Voss-Fels drei Ex-ASVer im Kader hatte, eine 2:0-Führung nach vier Minuten und lag auch nach zehn beim 3:4 noch knapp vorn. Erst zwei Tempogegenstöße durch Fabian Huesmann und David Spiekermann sowie zwei weitere Treffer in Folge zum 7:4 (16.) drehten das Ergebnis erstmals zugunsten der Hausherren.

Allerdings nicht entscheidend. Denn statt nun mit etwas mehr Ruhe und Übersicht zu agieren, leistete sich der Zweitligist zu viele ungenaue Abschlüsse – die Hagen zu einem 6:1-Lauf und zum 8:10-Zwischenstand nutzte (23.). Lerscht wechselte viel und sein Team schaffte es, gegen eine ebenfalls munter rotierende Gästesieben zumindest für den 11:11-Pausenstand zu sorgen.

Nach der Pause versuchten die Hausherren, mehr Emotionen in die Partie zu bringen. Doch mehr als eine zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung sprang dabei nicht heraus. Hamm machte zu viele einfache Fehler, um sich weiter abzusetzen, und Hagen ließ sich nicht abschütteln. Nach 38 Minuten glichen die Gäste wieder aus (15:15) und blieben danach vorn, weil der ASV in der Folge noch mehr gute Möglichkeiten vergab als die Gäste und sich viele leichte technische Fehler im Aufbau leistete.

Als sich dann Südmeier nach einer harten Aktion von Alexander Becker gegen seinen Wurfarm mit Schmerz verzerrtem Gesicht am Boden wiederfand, kochten die Emotionen bei den Gastgebern kurzfristig über. Die Bestrafung blieb aus – was bei Südmeier für Unverständnis sorgte. „Der Schmerz nach dem Spiel war schon groß“, sagte er, nachdem er mit einem Eispack an der lädierten Stelle wieder aus der Kabine kam. „Aber ich denke, dass es gehen wird.“ Die beste Nachricht des Abends aus Hammer Sicht.

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